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Das Online-Literaturforum Blauer Salon ist ein Ort, an dem sich Autoren treffen, um im gegenseitigen Austausch an ihren Werken Textarbeit zu leisten und sich Anregungen zu geben.

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inpromptu

heute lächeln mich
die frauen an
es nieselt
auf meinem weg
zum aldi
ich esse im gehen
ein rosinenbrötchen
das ich vorhin
bei rewe kaufte
ich bleibe kurz stehen
um ein lächeln zu empfangen
es war nicht schön bei aldi
ich fand nicht alles
was ich suchte
nahm versehentlich
den wagen eines anderen kunden
musste lange stehen
zum ersten mal eigentlich dort
dann erinnerte ich mich
an mein vorhaben
ein gedicht über lächelnde frauen zu schreiben
ich wollte sagen
so könnte ich ewig gehen
unter dem feinen regen
rosinenbrötchen kauend


von Klimperer







die postbotin





die postbotin. manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich auf die postbotin warte. sie singt beim verteilen der werbewurfsendung. ich glaube, sie ist die einsamste frau der welt. manchmal hält sie einen brief ans ohr und lauscht den stimmen.

heimat los. die nacht ist gelb und liegt langgestreckt zwischen feld und wald. irgendwo surren autos und fliegen. in der ferne knipst die großstadt ihre lichter aus. die nacht ist grün. manchmal wechselt sie in ein blau oder violett. die sterne schwimmen wie seeungeheuer am firmament. gerne würde ich wissen, wo du bist, oder dich etwas fragen. in deinem letzten anruf sagtest du, dass du vielleicht nach afrika gingest oder in die antarktis. genau festlegen würdest du dich erst unterwegs oder nie.

die nacht ist wie beeren: blaubeeren, erdbeeren, brombeeren, himbeeren und preiselbeeren, sanddorn und schlehen. und später wird sie wie nüsse und mandeln sein.

prūsai. das schilf lehnt an den wind, und seepferde grasen im strandhafer. die dünung heißt nehrung und das stück meer daneben haff. małgorzata weint. jacek ist fort, und andrzej tot. aber wen kümmert das.

vaterträume liegen im boot, und das boot liegt am ufer und schaukelt im see. und mutterträume. aber mutter steht mit beiden beinen fest am ufer und schaut hinaus auf das wasser.

eigentlich kannte ich vater gar nicht, und auch mutter kannte ihn kaum. ich weiß nicht einmal, wann, wo und wie er starb. wenn du das jemandem sagst, das glaubt dir keiner. aber wann mutter starb, und wo, und wie, weiß ich ganz genau.
ich erinnere mich, wie vater mir abends im bett zum einschlafen seemannslieder vorsang, in seinem mecklenburger platt, oder er spielte auf der mundharmonika.

mutter hatte nie etwas übrig für seemannsgarn und derbe späße. manchmal stelle ich mir vor, dass vater in einem boot liegt, das boot liegt am ufer, und mutter steht mit beiden beinen fest an land und blickt hinaus auf den see. sie war am ende nur noch haut und knochen, und sie hatten ihr das kinn mit einem weißen tuch hoch gebunden.


die urnengrabstelle ist schon lange abgelaufen, und ich überlegte, ob ich den stein für mich selbst behalten sollte. aber silvia war dagegen.

du sollst vater und mutter ehren.

nachbars katze. müde und matt schlägt die kirchturmuhr. schläfrig döse ich auf dem sonnigen balkon. nachbars katze liegt im sommergras und denkt an gar nichts. oder träumt sie sich eine maus. oder schnee. silvia liest in der zeitung die todesanzeigen.

mutter starb an einem grauen novemberabend. das boot hatte sich vom ufer gelöst und trieb auf dem see. mutter lag darin und war tot. kein fährmann, vater nicht, und auf der anderen seite gab es kein blühendes apfelland. ich stand am ufer und weinte. vater sang seemannslieder, aber die hörte ich nicht.
der zeiger der uhr rückt weiter. die glocken läuten zum abendgebet. ich denke an den ersten schnee, der bald fallen und das grab zudecken wird. die katze bringt eine maus.

niemandsland. die schienen führen nach polen, durch das niemandsland bis zur endstation. alte waggons rattern über die schwellen. zu beiden seiten flaches land. irgendwo in der ferne das meer, die nehrung, das haff, und kraniche weiden im salz. wenn sie zurück kommen oder nach süden ziehen, im formationsflug, wird wieder jemand gestorben sein. und vielleicht wird sein grab im fernen russland liegen, oder vor einem tanzboden, zwischen zerbrochenen wodkaflaschen, und die burschen werden um den toten herum stehen, und die mädchen werden schreien und fragen: ist der tot. und ein mädchen wird schreien und weinen und schreien: du hast ihn umgebracht. und der bursche wird sich abwenden von dem leichnam und fortlaufen zurück in das dorf.

und in russland wird ein anderer tot im staub liegen, und der wird kein grab haben.

wenn der zug durch das niemandsland fährt, werden sie die vorhänge der fenster zuziehen. das meer ist nicht mehr weit, die nehrung, das haff, und am himmel der formationsflug der kraniche, ein mädchen wird einen anderen burschen nehmen, und ein anderes mädchen wird warten und keinen mehr nehmen. andere waggons rattern zur endstation, und keiner wird je zurückkehren. nicht die kinder, nicht die frauen und männer, nicht die greise. man wird sie verscharren im sand, und niemand wird um sie weinen, denn da wird niemand mehr sein, sie zu beweinen, denn auch jene werden verscharrt sein. schalom.


von Werner






bläue es mir ein (wie der himmel

du hast nichts

zu sagen gäbe es

den wind

einlassen

und dann

an stränden stehen

oder vor dem ausgefransten rand eines teppichs

es macht einen unterschied

warum

kannst du nicht erklären

in solchen zeilen

hörst du

das seufzen grüner türen

von Flora


Ernst im Ernstgeschoss


von Ada


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