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Ich habe das wieder herausgekramt (als eine Art Entlastungsventil), dürfte 25 Jahre her sein, dass ich es schrieb, habe auch den alten Titel gelassen.
Die Juden
In ihrem schmerzlichen Gebaren
verbarg sich fehlender Widerstand nicht.
Im Herzen lebendigen Sinn zu bewahren
wollten sie bilden zum Lebenslicht.
Das Rätselhafte im Innern zu meiden suchen,
das Bekannte im Unbekannten wiederfinden
erlaubt, ein Restchen Dasein zu verbuchen
und sich an Unerträgliches zu binden.
Sie konnten nur mit mühsamen Augen
mit kleinen Sorgen die großen vermindern
und sich die Fröhlichkeiten erlauben
das Elend als lächerlich zu schildern
und Menschliches dort aufzuklauben
wo die Hoffnungslosen verwildern.
Danke, Quoth, für die Hinweise.
Die Juden
Hallo RäuberKneißl,
ein interessanter Text, zugleich auch ein trauriger, weil er zeigt, wie auf den Shoa-Aspekt verengt Dein (und ich kann ergänzen: auch mein) Verhältnis zum Judentum vor 25 Jahren war - das ja eine außerordentlich reiche und vielfältige Geschichte in Deutschland hat, die zum Glück nicht beendet ist und sich durch die Zuwanderung aus Russland in den letzten 20 Jahren verstärkt wieder fortsetzt.
Das Rätsel vielfacher Widerstandslosigkeit wird hier reflektiert und für mein Gefühl im ersten Quartett etwas "gnostisch" ("Lebenslicht") aufgelöst (Gebaren ohne h). Kern des zweiten Quartetts ist für mich das "Restchen Dasein", das das Unerträgliche dann doch lebbar macht. Im ersten Terzett würde ich "Großen" klein schreiben, da es sich ebenfalls auf "Sorgen" bezieht. Ja, der Autor klammert sich hier an eine letzte Souveränität und Würde der Opfer. Gab es sie? Neigtest Du nicht vielleicht dazu, sie hineinzuprojizieren, weil es Dir anders nicht erträglich gewesen wäre?
Gruß
Quoth
ein interessanter Text, zugleich auch ein trauriger, weil er zeigt, wie auf den Shoa-Aspekt verengt Dein (und ich kann ergänzen: auch mein) Verhältnis zum Judentum vor 25 Jahren war - das ja eine außerordentlich reiche und vielfältige Geschichte in Deutschland hat, die zum Glück nicht beendet ist und sich durch die Zuwanderung aus Russland in den letzten 20 Jahren verstärkt wieder fortsetzt.
Das Rätsel vielfacher Widerstandslosigkeit wird hier reflektiert und für mein Gefühl im ersten Quartett etwas "gnostisch" ("Lebenslicht") aufgelöst (Gebaren ohne h). Kern des zweiten Quartetts ist für mich das "Restchen Dasein", das das Unerträgliche dann doch lebbar macht. Im ersten Terzett würde ich "Großen" klein schreiben, da es sich ebenfalls auf "Sorgen" bezieht. Ja, der Autor klammert sich hier an eine letzte Souveränität und Würde der Opfer. Gab es sie? Neigtest Du nicht vielleicht dazu, sie hineinzuprojizieren, weil es Dir anders nicht erträglich gewesen wäre?
Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.
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RäuberKneißl
Hallo Quoth,
thematisch hatte ich hier weniger die Vernichtungslager vor Augen, als die Situation vorher, das Einrichten in der zunehmenden Ghettoisierung.
Niemand in den hiesigen Verhältnissen kann von den damaligen Opfern 'Würde' einfordern oder ein Fehlen aburteilen, aber es gibt sogar über die Vernichtungslager sehr klare Berichte über eine weite Spanne des Verhaltens (am eindrücklichsten war mir immer Primo Levi) - es schiene mir deshalb auch unrecht, denen gegenüber, die Würde/Mitmenschlichkeit bewahrten, das zu relativieren, bzw. das grundsätzlich als projiziert einzustufen.
Bezüglich "Lebenslicht": nicht optimal gelöst, der gnostische Anhauch war eins der Rauchopfer, die ich auch jetzt noch bei Sonett-Versuchen dem Gott des Reims in großer Zahl zollen müsste.
Danke und Grüße
Franz
thematisch hatte ich hier weniger die Vernichtungslager vor Augen, als die Situation vorher, das Einrichten in der zunehmenden Ghettoisierung.
Niemand in den hiesigen Verhältnissen kann von den damaligen Opfern 'Würde' einfordern oder ein Fehlen aburteilen, aber es gibt sogar über die Vernichtungslager sehr klare Berichte über eine weite Spanne des Verhaltens (am eindrücklichsten war mir immer Primo Levi) - es schiene mir deshalb auch unrecht, denen gegenüber, die Würde/Mitmenschlichkeit bewahrten, das zu relativieren, bzw. das grundsätzlich als projiziert einzustufen.
Bezüglich "Lebenslicht": nicht optimal gelöst, der gnostische Anhauch war eins der Rauchopfer, die ich auch jetzt noch bei Sonett-Versuchen dem Gott des Reims in großer Zahl zollen müsste.
Danke und Grüße
Franz
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Estragon
Sie sind auch Pfaffe... Allein ein Gedicht Die Juden zu nennen, begreife ich nicht, es gibt Menschen jüdischen Glaubens und da ist alles und alles versammelt, das geht von tiefggläubigen bis zu Erich Mühsam der Anarchist war, da gibt es David Grossman und da gibt es ein paar Millionen Leute die wir nicht kennenlernen durften weil man sie umgebracht hat.
Arg pathetisch das Teil, pathetisch und leider sehr schlecht
Arg pathetisch das Teil, pathetisch und leider sehr schlecht
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ecb
Ich stimme estragon zu und finde es völlig daneben, ein Gedicht, das vielleicht Aspekte extremer existentieller Ausgesetztheit reflektieren will, "Die Juden" zu nennen.
Erst einmal betraf und betrifft diese Situation nicht auschließlich Juden, und dann gibt es die Juden genausowenig, wie es die Deutschen oder die Muslime gibt.
Mit derartigen Generalisierungen kommt man unversehens in die Lage, das Spiel derer zu spielen, die solche Begriffe für ihre hinterhältigen Zwecke in die Welt setzen.
In diesem Sinne
Eva
Erst einmal betraf und betrifft diese Situation nicht auschließlich Juden, und dann gibt es die Juden genausowenig, wie es die Deutschen oder die Muslime gibt.
Mit derartigen Generalisierungen kommt man unversehens in die Lage, das Spiel derer zu spielen, die solche Begriffe für ihre hinterhältigen Zwecke in die Welt setzen.
In diesem Sinne
Eva
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RäuberKneißl
Hör ich da ein ganz unpriesterliches Nachtreten auf meine unwillkommene Äußerung zum 'Raben'?
Die Kritik am Titel ist gerechtfertigt, seine Schwäche war mir auch bewußt, deshalb hatte ich eingangs schon beim Einstellen einen Vermerk gemacht -das Einstellen war auf die moonlight-Diskussion damals bezogen und sollte als Beispiel für jugendliche Sicht auf die Dinge dienen, nicht als tolles Gedicht(obwohl moonlight so jung nicht ist wie ich damals dachte, aber das ist hier nicht der Punkt).
Pathetisch ja, für das 'schlecht' finde ich genug eigene Begründungen, also sind wir ganz d'accord.
Grüße
Franz
Die Kritik am Titel ist gerechtfertigt, seine Schwäche war mir auch bewußt, deshalb hatte ich eingangs schon beim Einstellen einen Vermerk gemacht -das Einstellen war auf die moonlight-Diskussion damals bezogen und sollte als Beispiel für jugendliche Sicht auf die Dinge dienen, nicht als tolles Gedicht(obwohl moonlight so jung nicht ist wie ich damals dachte, aber das ist hier nicht der Punkt).
Pathetisch ja, für das 'schlecht' finde ich genug eigene Begründungen, also sind wir ganz d'accord.
Grüße
Franz
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Estragon
Na ja, ich würde das nicht so nennen, ich hab deine Kritik an meinem Gedicht nicht verstanden und nun geht es mir genauso mit deinem Gedicht.
Sollen das also die Gedanken eines Jugendlichen sein, was für ein Jugendlicher? Die Frage ist vielleicht gar nicht so dumm wie sie klingt, ich hab mir die Frage als Jugendlicher nicht gesellt, alleine schon deshalb weil ich mit jüdischen Menschen nichts zu tun haben konnte, die chance hat man uns allen genommen
Sollen das also die Gedanken eines Jugendlichen sein, was für ein Jugendlicher? Die Frage ist vielleicht gar nicht so dumm wie sie klingt, ich hab mir die Frage als Jugendlicher nicht gesellt, alleine schon deshalb weil ich mit jüdischen Menschen nichts zu tun haben konnte, die chance hat man uns allen genommen
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