Dumme Angewohnheiten können ungeahnte Fogen haben

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Kurt
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Beitragvon Kurt » 13.01.2018, 15:23

Karl Wilhelm hatte im Cafe eine Chinesin angesprochen.
Und er hatte dummerweise gesagt:
„Ich heiße Karl Wilhelm, nech.“
Die Dame hatte verstanden, er hieße mit Nachnamen Nech, und sie erwiderte:
„Den Namen kann ich mil leicht melken.“
So steckte Karl Wilhelm seinen Stift und den Zettel wieder ein, auf den er Namen und Adresse von
sich notieren wollte.
„Ich heiße Pinnie Mengh, nu.“
Und Karl Wilhelm, ein Niedersachse, der auf Tagesreise in Leipzig war, dachte, seine Angebetete
hieße Nu, und er verzichtete darauf, sich es aufzuschreiben.
Er wusste nicht, dass manche Sachsen die Angewohnheit haben, hinter den ausgesprochenen Sätzen ein Nu anzuhängen. Genauso wenig wie die Dame ahnen konnte, von dem blöden nech des Karl Wilhelm.

Und nun, da er zuhause war, schrieb er einen Brief an Fräulein Pinnie Nu. Und sie schrieb einen an Herrn Karl Nech. Die Briefe gingen aber postseidank nicht als unzustellbar an die Absender zurück, sondern landeten in den richtigen Briefkästen, denn die entsprechenden Straßennamen und Hausnummern hatten sich Pinnie und Karl beim Abschied auf Papier notiert und ihre Vornamen dazu adressiert.
"Wir befinden uns stets mitten im Weltgeschehen, tun aber gerne
so, als hätten wir alles im Blick." (Kurt)

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 13.01.2018, 15:51

Das ging noch mal gut, gell.


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