Zitalog

Hier ist Raum für gemeinsame unkommentierte Textfolgen
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Mucki
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Beitragvon Mucki » 01.12.2013, 00:04


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Zitat - Text - Zitat - Text - Zitat - Inspiration durch Zitate - Lyrik - Prosa - Zitat als Angelpunkt -
Lieblingszitate mit eigenem Leben füllen - neues Zitat als Inspiration weitergeben



Im Zitalog könnt ihr euren Gedanken - inspiriert durch ein Zitat - lyrisch und prosaisch freien Lauf lassen. Zitalog ist kooperatives Schreiben, Texte, Gedichte, die das Zitat des Vorschreibers aufgreifen. Hierdurch entstehen unkommentierte Textfolgen. Die Form bleibt dem Autoren überlassen, Lyrik, z.B. ob gereimt oder ungereimt, Prosa, kurz oder lang, ganz wie ihr es möchtet.

Alles beginnt mit einem Zitat, dessen Autor ihr in Klammern dahintersetzt. Darauf folgt ein Text, Lyrik oder Prosa. Am Ende setzt der Schreiber ein neues Zitat mit Autor des Zitates in Klammern dahinter. Der nächste Schreiber beginnt mit dem letzten Zitat des Vorgängers.


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nera
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Beitragvon nera » 26.04.2015, 02:04

Dann weiß ich, dass aus deinen Augen ein winziger, blinder Fisch herausschwimmt. (Camilo José Cela)



ein buntfisch blindfisch blubberfisch
taramtaram
endlich die grenzen untertauchen
sich in die hölle stürzen

oder eine seiltänzerei aprilwetter steinklang
zwischenklänge


"lacht der knoblauch über seine sternenfarbe welkes laub" (p. picasso)
diebösedasbösederböse

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 26.04.2015, 10:22



lacht der knoblauch über seine sternenfarbe welkes laub (p. picasso)


weinst du alles was blüht in frage
in eine vase (die schnecken flüstert sie die schnecken)

schon schreibt er wieder über das laub hinaus
seinen duft in die falten ihrer schritte

steine sollten es sein steine


Jetzt verschwinden die Wörter, sagt Peter
und Peters Stimme klingt so entschieden (Jon Fosse)


Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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FawzZalum
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Beitragvon FawzZalum » 26.04.2015, 14:57

Jetzt verschwinden die Wörter, sagt Peter
und Peters Stimme klingt so entschieden (Jon Fosse)


Die Wörter
verschwinden
nach und nach
schwinden dahin
bevor ich
sie schreiben kann
und dann
falls sie sich doch
schreiben lassen
und winden
schwindeln sie
auf dem Papier

Sie saßen und tranken am Teetisch
und sprachen von Liebe viel.
Die Herren, die waren ästhetisch,
die Damen von zartem Gefühl. (Heinrich Heine)
Leg dein Gesicht
auf ein Blatt Papier
ist schon ein Gedicht
und wird leben

(Till Lindemann)

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Mucki
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Beitragvon Mucki » 13.05.2015, 16:23

Sie saßen und tranken am Teetisch
und sprachen von Liebe viel.
Die Herren, die waren ästhetisch,
die Damen von zartem Gefühl. (Heinrich Heine)



Bisweilen hat Altmodisches eine seltsame Wirkung auf mich. Es rührt mich an, bewegt in mir eine klitzekleene Sehnsucht nach etwas, das ich selbst nicht erlebt habe. Vielleicht ist genau das der Grund. Ich hätte gerne alte Zeiten erlebt, in denen heut altmodisch Anmutendes sehr modern war. Wie die Nierentische als Symbol der 50er Jahre gelten.
Zeiten, in denen Tanztees und Teetische Gang und Gebe waren. Oder die goldenen Zwanziger, der Charleston, die Zigaretten mit extralanger Spitze. Am liebsten schnappte ich mir aus jedem Jahrzehnt ein Häppchen, durchlebte es und kehrte zurück in meine Zeit.
Ach, vermutlich ist dies ein sehr altmodischer Gedanke.



Der Vogel im Käfig weiß nicht, daß er nicht fliegen kann. (Jules Renard)

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Niko
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Beitragvon Niko » 13.05.2015, 22:37

Der Vogel im Käfig weiß nicht, daß er nicht fliegen kann. (Jules Renard)

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"Man muss ins Dunkel, um die Sterne zu sehen." (Wolfgang Reus)
.Ein Gedicht auf dem Hintergrund der Biographie des Autors zu interpretieren ist so, als würde man einem schwimmenden Schiff das Wasser nehmen. (NJK)


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FawzZalum
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Beitragvon FawzZalum » 17.05.2015, 22:38

Man muss ins Dunkel, um die Sterne zu sehen. (Wolfgang Reus)

Ich
les dich gern
bis auf die Knochen
les dich auf
vom Grund
der Leere
um uns herum
erles dich mir
unter allen Existenzen,
weil du
ebenso paradox bist
wie ich
les mich ein
in dein désastre

dann
schweigen wir uns
die Trivialitäten

dann
lauten wir nur
περιττή
und
μελαγχολικοί

Wohl bin ich ein Wald und eine Nacht dunkler Bäume: doch wer sich vor meinem Dunkel nicht scheut, der findet auch Rosenhänge unter meinen Cypressen. (Friedrich Wilhelm Nietzsche)
Leg dein Gesicht
auf ein Blatt Papier
ist schon ein Gedicht
und wird leben

(Till Lindemann)

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Beitragvon Mucki » 18.05.2015, 18:41

Wohl bin ich ein Wald und eine Nacht dunkler Bäume: doch wer sich vor meinem Dunkel nicht scheut, der findet auch Rosenhänge unter meinen Cypressen. (Friedrich Wilhelm Nietzsche)


wie nur kann dunkel abwehr zeugen
wie nur die rosen nicht sehen
einzig das dunkel ist milde und warm
seine schattierung ist mir streicheln
auf der haut die hier sich zeigen mag
und nicht nur sie
mein ganzes ich will empor sich heben
öffnen mit ganzer seele
und preisgeben die quelle ihrer kraft
die sie nur im dunkel findet



Die Zeit verwandelt uns nicht. Sie entfaltet uns nur. (Max Frisch)

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FawzZalum
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Beitragvon FawzZalum » 18.05.2015, 21:41

Die Zeit verwandelt uns nicht. Sie entfaltet uns nur. (Max Frisch)

Die Zeit
entfaltete uns
zu einem Wir,
das wir so nicht kannten
das uns zunächst verwunderte
dann berauschte
dann bestürzte
schließlich zerbrach
und wieder zusammenfügte

so sind wir nun
ein Wir-Splitter-Mosaik
gehen immer wieder in Scherben
und genießen,
dass wir diffrakt sind
diffus
und dispers

Laßt Zwischenräume in eurem Zusammensein. (Khalil Gibran)
Leg dein Gesicht
auf ein Blatt Papier
ist schon ein Gedicht
und wird leben

(Till Lindemann)

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Beitragvon birke » 19.05.2015, 00:01

Laßt Zwischenräume in eurem Zusammensein. (Khalil Gibran)


lass raum
zwischen den worten
entfalten wir uns
nahtlosaneinandersein
und los lassen
frischer wind
(zum atmen)
weht uns auseinander
und zueinander
finden im sturm



„Dieser Rand aus Wachsein – bist es du?“ (Jeannie Ebner)
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

https://versspruenge.wordpress.com/

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Beitragvon FawzZalum » 20.05.2015, 00:50

Dieser Rand aus Wachsein – bist es du? (Jeannie Ebner)

Du bist mir randlos
dein ganzes So-Sein
greift in alle Sphären aus
greift auf mich über

bin ich es noch
oder ist es schon ein Wir?

schon wieder wir...

Hinter jedem schönen Ding steckt irgendeine Art von Schmerz. (Bob Dylan; aus dem Song "Not Dark Yet")
Leg dein Gesicht
auf ein Blatt Papier
ist schon ein Gedicht
und wird leben

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Beitragvon Mucki » 27.05.2015, 16:28

Hinter jedem schönen Ding steckt irgendeine Art von Schmerz. (Bob Dylan; aus dem Song "Not Dark Yet")


so vieles erlebt zerlebt durchlebt
die spuren siehst du
die spuren hörst du
in seinem besten
das er schmerz nannte

schon früh trug er nur schwarz
erkannte erst spät warum
wie so vieles erst im alter
ihm zur wahrheit wurde

diese heftige innigkeit
mit der er erzählt
tut mir weh
weil es echt ist



Leben ist das, was passiert, während Du fleißig dabei bist, andere Pläne zu schmieden. (John Lennon)

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birke
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Beitragvon birke » 28.05.2015, 10:35

Leben ist das, was passiert, während Du fleißig dabei bist, andere Pläne zu schmieden. (John Lennon)



die weite
verspricht uns
ein süßes gedicht
ich sehe über den horizont
während dein wort
in meiner hand
bittert & zerrinnt



Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und sie in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht. (Virginia Woolf)
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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Beitragvon Niko » 18.06.2015, 09:36

Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und sie in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht. (Virginia Woolf)

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Zeit haben nur diejenigen, die es zu nichts gebracht haben. Und damit haben sie es weiter gebracht als alle anderen.
Giovanni Guareschi (1908-68), ital. Schriftsteller
.Ein Gedicht auf dem Hintergrund der Biographie des Autors zu interpretieren ist so, als würde man einem schwimmenden Schiff das Wasser nehmen. (NJK)


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nera
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Beitragvon nera » 18.06.2015, 15:58

Zeit haben nur diejenigen, die es zu nichts gebracht haben. Und damit haben sie es weiter gebracht als alle anderen.
Giovanni Guareschi (1908-68), ital. Schriftsteller



morgen hat eines meiner kinder mal wieder geburtstag und erinnert mich an die zeit, die ich nur noch vielleicht habe. und weil die zeit immer schneller vergeht, hat ständig eines meiner kinder geburtstag und erinnert mich. naja, denkt man sich so, oberflächig. in wirklichkeit wird die zeit nicht knapper, weil ich sie gar nicht besitze. ich sitze nicht drauf und brühte sie aus. sie wird nicht von einem zeitei zu einem zeitküken, sie wird nicht flügge, fliegt nicht davon, wandelt sich nicht vom häßlichen entlein zum stolzen schwan. ich wandele mich eher zum müden blatt, zu laub, staub. zerstäube. von "zu etwas gebracht" oder "zu nichts gebracht" , egal, zu gebrechlich. was hat das mit weit zu tun?

"meine träume: da ich mir im traum freunde erschaffe, bin ich folglich mit ihnen zusammen. ihre unzulänglichkeit ist eine sache für sich." ferdinando pessoa


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