Prosalog

Hier ist Raum für gemeinsame unkommentierte Textfolgen
Nifl
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Beitragvon Nifl » 23.07.2007, 18:09

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Foto A.P. Sandor et moi


Prosafluss - Geheime Nachrichten - Flüsterpost - Prosapool - ungebunden - verbunden - Prosadialog - Prosakette - Prosa rhei - ungebunden - verbunden - Prosa - Blitzlichter - Prosalog - Wort zu Wort Beatmung - Prosafolge - ungebunden - verbunden


Hier handelt es sich um einen Faden, in dem ihr euch prosaisch zurücklehnen könnt. Lasst euren Gedanken freien Lauf. Erzählt von euren Träumen, eurem Ärger, euren Problemen, euren Sehnsüchten, euren Beobachtungen, euren Wünschen, euren Phantasien, euren Ideen, eurem Kummer, eurer Wut, eurem Tag, euren Spinnereien … "Die Wahrheit" spielt dabei selbstverständlich keine Rolle.
Fühlt euch frei.

Lasst euch von bereits verfassten Texten inspirieren, greift das Thema auf, oder schreibt einfach "frei Schnauze"… alles ist erlaubt.

Ich bin gespannt!




Kleingedrucktes:

Damit eure Kostbarkeiten behütet bleiben, müssen folgende Regeln beachtet werden:

Bitte keine Kommentare
Keine direkten Antworten (zB. Gratulationen, Beileidsbekundungen, Nachfragen etc.)
Keine Diskussionen
Kein Smalltalk oder Talk überhaupt

Geht immer davon aus, dass alle Texte Fiktion sind.



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Zuletzt geändert von Nifl am 04.08.2007, 09:08, insgesamt 1-mal geändert.
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)

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Mucki
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Beitragvon Mucki » 18.09.2015, 17:52

wie stillen
ihren hunger nach heimat
wenn die ja-rufe versiegen
wie stillen
ihren hunger nach liebe
wenn die hassparolen obsiegen

wie stillen
ihren hunger
wenn die milch versiegt


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FawzZalum
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Beitragvon FawzZalum » 20.09.2015, 12:11

Wie still ist unser Denken, verleiben wir einander in Zweisamkeit ein, gehen du und ich in einander auf, in einem wir, in einem Wissen - oder ist es Unwissen?
Leg dein Gesicht
auf ein Blatt Papier
ist schon ein Gedicht
und wird leben

(Till Lindemann)

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Mucki
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Beitragvon Mucki » 21.09.2015, 16:35

Könnte ich mein Denken auf Kommando in Stille versenken, erreichte ich damit das Ziel von unendlich vielen Menschen: das Nirvana im Jetzt erleben.

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birke
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Beitragvon birke » 21.09.2015, 23:37

mein denken ist laut und unstillbar.
ständig fließen gedanken durch den kopf, nicht zu stoppen. so viele reize zu verarbeiten. dieses denken macht müde. kraftlos liege ich nachmittags auf dem bett und sortiere worte. im kopf. nur am abend, im schutze der nacht, finde ich ruhe, und stille. dann wird das denken leiser. dann schreibe ich mich ins dunkel, und sammle kraft für die treibenden gedanken, gedanken.
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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Mucki
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Beitragvon Mucki » 22.09.2015, 15:06

Auch mich quält dieses laute, unstillbare, sich spiralförmig ewig windende Denken und bringt mir so manch schlaflose Nacht, vor allem, wenn ich an dieses Denken denke.

Doch, es ist noch gar nicht lange her, da folgte ich einem Experiment. Der Autor sagte:
"Setzen Sie sich hin, schließen Sie die Augen und denken Sie an nichts!"
Man probiere es aus und wundere sich, was geschieht!

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birke
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Beitragvon birke » 22.09.2015, 16:56

ich dachte an - nichts. an "nichts", das wort, und seine bedeutung. selbst, wenn ich an nichts denke, denke ich. 
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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Niko
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Beitragvon Niko » 22.09.2015, 17:10

An nichts zu denken, bedeutet zwar, dass man an nichts denkt, so man es schaffen sollte, aber man denkt. Und wenn es mindestens bedeutet, nichts zu denken, so denken wir doch darüber nach, wie man an nichts denkt. Wer wirklich an nichts denkt, der denkt nicht. Und wer nicht denkt, ist gewesen. Tot. Da ist es doch besser an nichts zu denken, als nicht zu denken. Den denken macht den menschen aus. Niemals kann msn das Hirn ganz ausschalten. Leider.

Würden wir nicht denken, wären wir emotional, triebhaft, rücksichtlos und kompromisslos. Wie Tiere. Es gäbe keine Prosa und lyrik. Aber auch keine Waffen, keine Atombombe.
Zuletzt geändert von Niko am 22.09.2015, 17:12, insgesamt 1-mal geändert.
.Ein Gedicht auf dem Hintergrund der Biographie des Autors zu interpretieren ist so, als würde man einem schwimmenden Schiff das Wasser nehmen. (NJK)


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Mucki
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Beitragvon Mucki » 22.09.2015, 17:12

Und ich dachte, große Verblüffung, tatsächlich für ca. 2 Minuten wirklich an Nichts, die Gedanken waren einfach weg! Faszinierend war das.

Nun erweitere man diesen Bewusstseinszustand und wir sind ZEN-Mönche, die viele Jahre lang genau dies üben - im Lotussitz.

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birke
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Beitragvon birke » 22.09.2015, 18:34

je mehr ich über das nicht-denken und denken nachdenke, desto mehr krallen sich die gedanken im gehirn fest. bewegung (draußen) lüftet die gedanken, lockert sie. ich bin dann mal weg.
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Beitragvon Mucki » 22.09.2015, 20:47

Das Nichts/eine Illusion von Stille im Alles/eine Desillusion zerknallt im Lauten/Wunschdenken eines großen Loslassen/Nichts von allem ist entfernter als das Nichts von der Realität/sich ihr stellen/mit dem Nichts in Portionshäppchen wohldosiert den Alltag des Alles würzen/das ist mein Begehr/Punkt

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birke
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Beitragvon birke » 27.09.2015, 12:26

nichts ist stille. 
und nichts kann die frage danach stillen.
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FawzZalum
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Beitragvon FawzZalum » 02.10.2015, 22:12

Alles ist Stille; und erst vom Grund der Stille erhebt sich der Ton, so wie sich erst vom Grund des Dunkels das Licht erhebt. Und nichts kann die Frage nach Stille stillen; denn schon eine Frage bedeutet Ton und keine Stille mehr. Und schon ein Aufblitzen der Augen bedeutet Licht und Leuchten und kein Dunkel, und kein Düster mehr. Und so frage ich nicht nach der Stille, nein. So schweige ich mich ins Dunkel, genieße, dass ich einfach still sein kann, dass ich einfach dunkel sein kann, wann ich will, wie ich will. Das ist mein Glück; das ist mein Dasein. So bin ich. Ich bin. Ich.
Leg dein Gesicht
auf ein Blatt Papier
ist schon ein Gedicht
und wird leben

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Beitragvon birke » 03.10.2015, 10:46

ist stille nur stille, wenn niemand sie hört?
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Beitragvon Mucki » 03.10.2015, 13:06

Ist es still in mir, fühle ich es so vollmundig, dass ich laut jubeln möchte.


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