Zündelphrasen

Hier ist Raum für Fortsetzungsgeschichten, das Wort der Woche, interne Schreibwettbewerbe und alle anderen literarischen Projekte, bei denen mehrere Saloner zusammenarbeiten
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Lisa
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Beitragvon Lisa » 27.05.2015, 20:52

Ihr habt Zeilen, Wortspiele, verwaiste Bilder oder Metaphernrudel, die euch eingefallen sind, aber zu denen kein Text entsteht? Dann gebt sie hier als zündelnde Phrasen frei, auf das ein anderer mit ihnen mehr Glück habe als ihr.


Texte, die zu den Zündelphrasen entstehen, können hier kommentarlos eingestellt werden oder auch gern als eigenständiger Faden unter Lyrik und Prosa erstellt werden.

Den Zeitpunkt, wann eine neue Phrase hier im Faden eingestellt werden kann, könnt ihr selbst bestimmen. Schaut einfach, ob die zuletzt eingestellte Phrase gerade heiß umdichtet wird oder schon einige Tage brach liegt und entscheidet nach Gefühl.


Bild

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Lisa
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Beitragvon Lisa » 27.05.2015, 20:54

Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.

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Niko
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Beitragvon Niko » 28.05.2015, 05:56

an den schnittstellen
hast du gelächelt
das war der auslöser
du zogst bild um bild
meine ängste aus
doch ehe ich dich erreichte
gingst du aus dem bild
das ich immer wiederhole
um zu erkennen
woran es lag
.Ein Gedicht auf dem Hintergrund der Biographie des Autors zu interpretieren ist so, als würde man einem schwimmenden Schiff das Wasser nehmen. (NJK)


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Mucki
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Beitragvon Mucki » 28.05.2015, 13:53

Welchen meinen Sie?
Den von letzter Nacht.
Welche Stelle?
Kurz vor Traumphase II.
Das wissen Sie noch so genau?
Ja. Nun machen Sie schon.
Ist ja gut. Hier ist die Stelle. Ende Traumphase I.
In Ordnung, spulen Sie langsam vor.
Läuft.
Stop, zurück. Halt! Da! Spulen Sie noch mal zurück und in Zeitlupe vor!
In Ordnung.
Halten Sie das Bild an bei II.0214.
Hier ist es. Ich sehe nichts Auffälliges.
Aber ich. Jetzt weiß ich, warum ich seit dieser Szene schwarz-weiß träume.

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Niko
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Beitragvon Niko » 30.05.2015, 09:15




Der gestrandete Morgen
.Ein Gedicht auf dem Hintergrund der Biographie des Autors zu interpretieren ist so, als würde man einem schwimmenden Schiff das Wasser nehmen. (NJK)


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birke
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Beitragvon birke » 01.06.2015, 14:57

wie oft, wie selten
hab ich dich bereist
am dunkelmorgen
wartet die möwe
und die nacht
spült den tag ans ufer
.
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

https://versspruenge.wordpress.com/

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Niko
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Beitragvon Niko » 03.06.2015, 06:11

"Was ist ein Raum, wenn ihn niemand betritt?"
.Ein Gedicht auf dem Hintergrund der Biographie des Autors zu interpretieren ist so, als würde man einem schwimmenden Schiff das Wasser nehmen. (NJK)


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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 03.06.2015, 08:26

Ein Raum, den niemand betritt, ist eine Kapsel.

Kapseln Reserven.

Wenn andere schließen, Reserven öffnen.

Werden betreten, wenn andere zertreten.

Vertreten Zertretene, sozusagen.

Am Ende dennoch auch zertreten, die Kapsel.

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Beitragvon Mucki » 03.06.2015, 22:48

Jeden Tag gehe ich daran vorbei, halte inne und freue mich an diesem kleinen Raum in unserer großen Wohnung. Er ist eine Welt für sich. Ein Raum in einem Raum, den ich nie berühre. Es ist eine Holzplatte mit einer Bastmatte darauf und eine dieser grünen Bankerlampen. Die Holzplatte ist relativ groß, doch sonst befindet sich nichts darauf. Diese Leere, dieses Pure, Spartanische übt einen solchen Reiz auf mich aus, dass ich wirklich jedes Mal stehenbleibe und lächle. Mittlerweile haben sich zwei Schwesterräume, auf ähnliche Weise gestaltet, dazugesellt. Und es werden mehr werden.

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Beitragvon Niko » 05.06.2015, 00:11

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.Ein Gedicht auf dem Hintergrund der Biographie des Autors zu interpretieren ist so, als würde man einem schwimmenden Schiff das Wasser nehmen. (NJK)


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Beitragvon Mucki » 06.06.2015, 21:16

TausendRaum

Genau genommen bin ich die Anhäufung von tausend Räumen. Etliche dieser Räume habe ich noch nie betreten. Und immer wieder neue Räume entdecke ich in mir. Faszinierend und verwirrend finde ich das. Faszinierend, wenn es z.B. ein Leistungsraum ist, den ich als Neuland betrete. Faszinierend, weil ich ein leistungsorientierter Mensch bin. Gestern entdeckte ich so einen Leistungsraum. Ich fuhr mit dem Fahrrad. Es kam eine ziemliche lange Straße, die eine erhebliche Steigung aufwies. Keine Chance, dachte ich zuerst. Doch dann legte ich den ersten Gang ein und trat stehend in die Pedale. Das Rad schwenkte bedenklich hin und her, aber ich fiel nicht. Ganz im Gegenteil. Ich trat immer fester in die Pedale, mein Herz raste wie verrückt, doch das war mir egal. Ich wollte das jetzt schaffen. Ich musste einfach. Und ich besiegte die Steigung. Stolz und völlig k.o. stand ich am Ende des Berges und konnte nicht glauben, dass ich ihn tatsächlich bezwungen hatte. Wer weiß, welchen Raum ich morgen in mir entdecke.

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Niko
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Beitragvon Niko » 09.06.2015, 21:47

Ich lege den Tag in den Schatten
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Beitragvon birke » 10.06.2015, 23:00

in der nacht lebe ich auf
lasse meine geheimnisse frei
und fliege
mit den sternen
in die träume
den tag leg ich in den schatten
und mich dazu
die sonne brächte ans licht
was mich zerreißt
ich brenne
im sturm der welt
allein die nacht ist mir ufer
und meer zugleich
und der schatten am tag
shelter
damit ich nicht verbrenne
verbrenne
an dir
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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Beitragvon birke » 15.06.2015, 21:36

von der lust einer orange im sturm
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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