Im-Puls 12/17

Hier ist Raum für Fortsetzungsgeschichten, das Wort der Woche, interne Schreibwettbewerbe und alle anderen literarischen Projekte, bei denen mehrere Saloner zusammenarbeiten
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Zefira
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Beitragvon Zefira » 30.11.2017, 23:37

Ach hätte ich doch bloß ...
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyu Sojun)

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Mucki
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Beitragvon Mucki » 01.12.2017, 16:02

... die Gabe Momos, zuzuhören, richtig zuzuhören. Mir selbst zuzuhören. Ich hörte wohl Sätze wie: da sind keine grauen Herren. Oder besser gesagt: sie sind da, nur lauten ihre Namen bei dir anders. Und ich fragte mich wohl: wie heißen sie? Und ich antwortete mir selbst (ich kann das, weil ich mir selbst ja ganz genau zuhöre): die Zeitdiebe, diejenigen, die dich treiben, hetzen, jagen, deren Beute deine Lebenszeit ist, wie du es glaubst, sind graue Gedanken, zerzaust, wild, böse und fürchterlich gierig. Sie sind so gierig, dass sie sich selbst auffressen und dich gleich mit. Sie kreisen in sich selbst, fügen sich zu turmhohen Spiralen hoch und während sie sich nach oben drehen, verengen sie sich zu einem Knoten, in dem kein Hauch von Luft mehr bleibt. Das ist der Grund, warum du dich so atemlos fühlst, glaubst, für nichts mehr Zeit zu haben. Wie aber zerschlage ich diese Knoten, diese grauen Gedanken, würde ich mich wohl fragen. Einen ersten Schritt hast du doch schon getan, lautete wohl die Antwort. Du bist dir darüber klar geworden, indem du das hier aufschreibst, dir die Zeit dafür nicht stiehlst, sondern dir einfach nimmst.
Stimmt, denke dich und wünsche mir nicht mehr, mir eine Stundenblume zu wünschen.

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 02.12.2017, 06:23

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 10.12.2017, 07:58



Ach hätte ich doch bloß

zeit. und u-boot-augen und
alle gedankenstriche würde sich
treiben lassen. quallen.
leuchtend. wie der mond

über der oberflächenspannung
ziehen die vögel
und engel beten wir
in fragezeichen

wie schnell man verdrängt
das wasser die luft irgendwo
muss es hin. muss es bleiben
da unten liegen steine. da war ein gedicht
das umkreiste das fehlen
mit einem pling

Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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Niko
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Beitragvon Niko » 10.12.2017, 09:33

.

eine terz unter mir
im grűn der wortlosigkeit verschlüsselt
fand ich sie
noch vergessen im takt
verloren in würde

später noch ein trugschluss
verquer im gewährlauf
ungeachtet des schusses
der immer nach hinten losgeht
der immer garantiert

doch auf der strecke
brennt ein verwunschener tagtraum
und spricht
von der neigung des flusses
darin ich baden möchte

.
.Ein Gedicht auf dem Hintergrund der Biographie des Autors zu interpretieren ist so, als würde man einem schwimmenden Schiff das Wasser nehmen. (NJK)


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