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Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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ZaunköniG
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Beitragvon ZaunköniG » 09.07.2017, 12:30

.


Teefleck an der Wand
der gestern noch nicht da war
Klinken verbogen

Mach dir keine Sorgen, Kind;
Ich bin immer für dich da.


.
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 10.07.2017, 07:11

Hallo Zaunkönig,

das Bedrohliche und Ambivalente, die Unsicherheit in wenigen Worten skizziert. Schön auch der Titel dazu und der Tee.
Ich frage mich nur, ob man Klinken tatsächlich verbiegen kann und wie? Rahmen zersplittert? Türen zersplittert? Klinken hängen schief?

Liebe Grüße
Ylvi
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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ZaunköniG
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Beitragvon ZaunköniG » 10.07.2017, 08:03

Liebe Ylvi,

Es gibt diese Klinke noch, auch wenn die Entstehungsgeschichte eine etwas andere ist.
Du hast natürlich recht, dass nicht die Klinke selbst verbogen ist. Sie ist schief, aber sie hängt nicht, was ja bedeuten würde, dass sie lose ist. Vielmehr scheint der Drückerdorn, der beide Klinken der Tür verbindet, verdreht zu sein.

Vielleicht ist es noch nicht das ideale Bild, aber es gefiel mir besser als zum Beispiel eine eingetretene Tür, weil es eine andere Form der Gewalt darstellt. Es ist nicht groß was kaputt gegangen, aber das Gewitter hat sich ja auch noch nicht entladen können.

Gruß
ZaunköniG
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Hetti
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Beitragvon Hetti » 12.07.2017, 12:06

Hallo Zaunkönig,

die bedrohliche Atmosphäre spürt man beim Lesen. Wenn der Drückerdorn verdreht zu sein schein, warum schreibst du nicht "Klinken verdreht" oder "Klinken hängen schief"? Interessanter Text.

Viele Grüße
Dede

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birke
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Beitragvon birke » 12.07.2017, 15:54

guter text... beklemmend. wobei für mich das "verbogen" irgendwie auch zu weich klingt in diesem zusammenhang...
"klinken hängen schief" wäre zum einen treffender und zum anderen klänge da noch an "der haussegen hängt schief".
(und die silbenanzahl passte auch noch!)
lg,
birke
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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ZaunköniG
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Beitragvon ZaunköniG » 12.07.2017, 16:54

Na, dann beuge ich mich mal der Mehrheit.
Der Haussegen hängt schief" ist eine schöne Assoziation.
Wobei ich bei neuerlicher Betrachtung denke, dass zunächst nur eine Klinke in den Blick fällt.


Also:


Teefleck an der Wand
der gestern noch nicht da war,
Die Klinke hängt schief.

Mach dir keine Sorgen, Kind;
Ich bin immer für dich da.



Liebe Grüße
ZaunköniG
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birke
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Beitragvon birke » 12.07.2017, 17:51

ja :daumen:
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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Beitragvon Ylvi » 12.07.2017, 20:02

Zaunkönig hat geschrieben:Wobei ich bei neuerlicher Betrachtung denke, dass zunächst nur eine Klinke in den Blick fällt.
Kommt darauf an ;): ... ich habe die Tür (noch) halboffen gesehen. Das war für mich sehr passend. Jetzt ist sie zu.
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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Beitragvon Klara » 31.08.2017, 16:30

Hallo Zaunkönig,

das ist, finde ich, ein gelungener Ausdruck eines Eindrucks, der viele Türen zu Assoziationen öffnet und eine Gefühlswelle ahnen lässt, eine Geschichte, ein Leben, oder zwei, oder drei - spannend!
Danke fürs Teilen.

Klara

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Beitragvon Lisa » 18.09.2017, 16:47

Hallo in die Runde,

ich kann dem Text in seine Welt nicht richtig folgen und überlege, was mir an Assoziationen fehlt, da hier so viele gleich mitgehen und Ambivalenz und Drohungen spüren?

Viele Grüße
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.

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Beitragvon ZaunköniG » 19.09.2017, 12:23

Hallo Lisa,

bevor ich zu einer längeren Erklärung aushole, frage ich doch mal andersrum:
Welche Assoziationen hast du?
Wie weit kommst du mit?


Gruß
ZaunköniG
Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck


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