Gemälde und Text

Hier ist Raum für Werke, die das Zusammenspiel zwischen Literatur & anderen Künsten betonen, etwa Inspirationsfotos, fiktive Postkarten
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Niko
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Beitragvon Niko » 17.01.2015, 19:21

Ein Gemälde eines spanischen Freundes. Es darf betextet werden. Vielleicht werden ein zwei Texte ins spanische übersetzt und an ihn geschickt, damit er es in Kombination ausstellen kann.
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Evolución del ser humano.jpg
.Ein Gedicht auf dem Hintergrund der Biographie des Autors zu interpretieren ist so, als würde man einem schwimmenden Schiff das Wasser nehmen. (NJK)


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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 22.01.2015, 09:44

(Schöne Idee, Niko. Ist für mich kein einfaches Bild, weil es so "voll" ist, aber vielleicht finde ich noch einen sprachlichen Zugang. Gespannt auf Texte dazu wäre ich auf jeden Fall. Hast du einen Text dazu geschrieben?)
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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birke
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Beitragvon birke » 22.01.2015, 10:12

(mir gehts wie flora.)
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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nera
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Beitragvon nera » 22.01.2015, 12:13

"eine kopfgeburt" nannte man pallas athene
geboren aus dem universum eines herrschers
andere spielten mit verbotenen früchten
nachdem lilith begraben
ibisköpfiges verbannt war
spielte man mit schlangen
und fürchtete den donner

alles in einer schneekugel
oder ein inselfeuerwerk
dessen echo das grollen der
erde verhüllt
jedem seine insel
raunen die wellen
ins auge der
zyklopen

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nera
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Beitragvon nera » 22.01.2015, 13:13

das bild ist wirklich ein wimmelbild. ich habe mir schon gestern nacht gedanken gemacht, bin aber nur bei dem wort "feuerwerk" gelandet. jetzt habe ich einfach mal drauf los geschrieben und das muss wahrscheinlich noch überarbeitet werden.

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Niko
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Beitragvon Niko » 22.01.2015, 16:14

ja......ich merk es auch. es ist kribbelig. der titel steht drunter. vielleicht hilft das? (die entwicklung der menschheit. so würd ichs übersetzen.

flora.......noch hab ich dazu keinen text. aber jetzt mach ich einen. ich stelle ihn gleich ein.

beste grüße - niko
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Niko
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Beitragvon Niko » 22.01.2015, 16:42

im anfange schuf gott himmel und erde*

später wurde man sesshaft
als die walfische geschaffen
und berge geboren waren
jeder wollte sein paradies
und mit jedem zaun
um treppen und häuser
wuchs zuviel mehr
geschenke argwohn kerker
und erste plagen

ein kind ward geboren
vereinte menschen und welten
in liebe
wurde hass gesät

die welt versank
in angst und schrecken
in eine fleichlose unförmigkeit

auf den trümmerhaufen krächzen
letzte krähen

und die erde war ohne form und leer*


*anfangszeilen der schöpfung von joseph haydn (libretto: swieten)

(ist mehr ein versuch der deutung geworden als ein lyrischer text....nunja.......)
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Beitragvon nera » 22.01.2015, 23:44

niko, mit deinem text sprichst du genau die richtung an, die ich nicht wollte. die konzentration auf die europäische kultur, nämlich das christentum. das ist auch so eine schwierigkeit, die dieses bild bereitet in bezug aufs betexten.

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Beitragvon nera » 23.01.2015, 00:21

das ist natürlich auch quatsch meinerseits. ich habe mich auch nur auf europäische kultur bezogen. hm

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Beitragvon Niko » 23.01.2015, 06:09

Es ist nur (m)ein Interpretationsversuch, nera. In dem gemàlde steht das, was man als betrachter darin findet. Da unterscheidet sich ein gemälde nicht von lyrik, finde ich.
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Beitragvon Ylvi » 27.01.2015, 09:02

So, ich habe es jetzt auch versucht. Schwierig.


Wut und eine unfassbare Enthauptung


In den grellen Farben Augen verlieren
so wuchsen Gesichter finster zusammen
über den begradigten Fluss
den Blick unter die Oberfläche senken
zu den inneren Organen und der voll
gestopften Landschaft Zäune und Treppen
die nirgendwohin führen
aus dem Übereinandergeschichteten
lehnt sich eine Palme in den
Sonnenuntergang eine Erinnerung spricht
von Vergeben und Vergessen bei den
schwarzen Bergen weit im Hintergrund
darüber nur noch Alpträume
von Bloßgeletem Mundlosem
Muskelfasern Mord und ein Meer
aus magnetischen Spänen
auf den Bergen wurden Fahnen gehisst
bis sie zu grauen Wolken zerfielen

Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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Beitragvon birke » 27.01.2015, 10:21

eure zugänge zum bild sind schön unterschiedlich! und hier nun mein versuch.





und es herrscht das chaos gesichter ohne körper blicke zu und ab gewandt fußt die palme auf auge und hand fische in blau und grün wachsende berührung über den wasserweg am horizont die hügel nehmen ab und oben baumeln nur noch fetzen vom himmel (wer lebt dort überhaupt) gestalten auseinander gepflückt jedes ding hat keinen platz mehr eingezäunt nur die palme das grün die köpfe werden keine ordnung mehr sehen die erde bunt und verstört

.
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