Weihnachtslied

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Anonymus
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Beitragvon Anonymus » 15.12.2013, 13:01

Weihnachtslied

Leise rieselt der Schnee
auf die Fliehenden.
In Kindern und Alten
klirrt Kälte.

Singt noch einer
über den Feldern
"Fürchtet euch nicht"?
Breitet er Fittiche aus
daunenweich
über Kindern und Alten?

Lieder vom Frieden
reichen nicht aus,
sie klingeln
wie leere Versprechen.

Die Hände müssten
zu singen beginnen,
man müsste,
um Engel zu werden,
bewandert sein
im Nestbau.

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Klimperer
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Beitragvon Klimperer » 15.12.2013, 16:42

"man müsste,
um Engel zu werden,
bewandert sein
im Nestbau."

Das gefällt mir.

Ich würde das Gedicht mit vielen Liedern vergleichen, bei denen man auf einen Höhepunkt lauscht, der nicht immer eintrifft.

Hier ist man nicht enttäuscht.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 16.12.2013, 08:14

Hallo Anonyme/r,


die Idee gefällt mir, auch sind ein paar für mich schöne Stellen drin (vor allem am Schluss, schrieb der Klimperer ja auch).
Anderes würde ich nochmal überdenken, z. B. in Kindern und Alten klirrt Kälte. Abgesehen davon, dass ich die "klirrende Kälte" als zu oft strapaziert empfinde: warum "in"? Bei den "Alten" könnte ich es im Sinne einer Resignation verstehen, aber bei den Kindern?
Die Fittiche bräuchten für mich kein "daunenweich".
"sie klingeln wie leere Versprechen" könnte man vielleicht auch etwas origineller formulieren?
Und singen die Hände was anderes als "Lieder vom Frieden"? Ich finde, da brauchts einen präziseren Übergang.

Anonymus
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Beitragvon Anonymus » 18.12.2013, 14:28

Danke an Euch, ich denke noch nach.

EMO
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Beitragvon EMO » 18.12.2013, 17:20

Hej Anonymus,

als ich die erste Zeile las, fielen mindestens 70 Jahre von mir ab und das schöne Adventslied begann wieder in mir aufzuklingen:

Leise rieselt der Schnee
auf die Flieh´nden hinab
Den Kindern und Alten wird´s kalt
Fürchtet, ach fürchtet euch nicht


Mehr Gewalt wollte ich deinem Text jedoch nicht antun...
Doch danke für das Erinnertwerden!

Mvh, EMO

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Eule
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Beitragvon Eule » 03.01.2014, 19:03

Für mich ein beeindruckender und guter Text zum Thema Weihnachtszeit und "Außenwelt".
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 04.02.2014, 22:11

Ich würde den Text lieber ohne Zeilenumbrüche lesen. Wozu dienen sie?


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