Gläserne Dialektik
Verfasst: 22.04.2010, 00:08
Transparenz! wird überall gefordert.
Was sieht man denn noch, wenn man alles durchschaut?
Was sieht man denn noch, wenn man alles durchschaut?



Eine gute Beobachtung.Merlin hat geschrieben:Der Wunsch, etwas zu durchschauen, ist nach meiner Erfahrung häufig davon getragen, damit "fertig zu werden" - und es damit nicht mehr betrachten zu müssen.
.Etwa so: Ich sehe sie als eine Weise des Stehenlassens, die ihren Gegenstand nimmt, wie er sich von sich aus zeigt, und für die deshalb das Verbergen ebenso wichtig ist wie das Aufdecken: Kunst zeigt ihren Gegenstand gerade dadurch an, dass sie ihm seine Intransparenz lässt.
). Ich wollte mit dem paradox gebrauchten Gegenpaar durchschauen und undurchschaubarkeit eigentlich nur ausdrücken, dass die Form der Erkenntnis"machung" nicht so stringent verläuft, wie es bei vielen anderen Prozessen scheint. Ich wollte auf keinen Fall sagen, dass man in der Kunst im Sinne eines Bloßlegens die "Dinge" durchschaut oder dass das Durschauen der Akt ist. Jedenfalls sehe ich die Bewegung ganz ganz ähnlich wie du, ich habe schon oft versucht, das formal anzuschauen (wie funktioniert dieses Prinzip eigentlich sprachlich?), aber da müsste man dann nichts anderes machen als das ... hast du da Ansätze?