aus "kinderszenen"

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birke
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Beitragvon birke » 06.11.2020, 15:01

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ich stehe auf dem spielplatz, im sandkasten, als ein riesiger hund auf mich zurennt. ehe ich auch nur zucken kann, springt er mich an. später habe ich angst vor fremden hunden, vor allem, wenn sie nicht angeleint sind, wenn sie auf mich zurennen, und nein, gar nie böses im sinn haben, nur spielen wollen, wie ich damals im sandkasten.



sonntag, früher nachmittag. ich treffe meine freundin im hof. sie ist todschick gekleidet und darf sich nicht schmutzig machen. stolz stellt sie einen fuß im lackschuh und weißem kniestrumpf auf den rand des sandkastens. „wir fahren gleich zu meiner oma!“ sagt sie zu mir, dabei reckt sie ihre stupsnase in die höhe. ich komme mir schäbig vor, wie ich da hocke, in meinen spielhosen und dem alten roten nickipulli. ich darf mich dreckig machen. ach, dabei wär ich doch nur einmal in meinem leben auch so schick angezogen! aber ich hab ja nicht mal ne oma.



(bin dabei eine reihe solcher szenen/ skizzen zu schreiben.)

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tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

https://versspruenge.wordpress.com/

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birke
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Beitragvon birke » 17.11.2020, 14:42

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das bütterchen spricht mit mir. nur wenn es mich inständig bittet, ess ich es. mama ist nicht da. aber meine große schwester passt auf mich auf.

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