westerwald, sternzeit 7433

Bereich für Erzähl- und Sachprosa, also etwa Kurzgeschichten, Erzählungen, Romankapitel, Essays, Kritiken, Artikel, Glossen, Kolumnen, Satiren, Phantastisches oder Fabeln
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birke
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Beitragvon birke » 14.01.2022, 16:06

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wie unter den straßenlaternen der nebel tanzt. kalter hauch einer januarnacht. das dorf liegt still. hinter wenigen fenstern licht. menschen haben sich zusammen mit ihren geschichten vergraben, für heute die maske abgelegt. vielleicht. ich blicke nach draußen durch mein kerzenerleuchtetes fenster. ein fuchs bellt, ein stern legt sich schlafen. von fern dein atem holt mich ein und gemeinsam verschwinden unsere worte im zimmer im dorf in der landschaft einer erde voller kreuzungen unter einem sogenannten himmel, der viel mehr ist als das, was wir darunter verstehen.





("schwärze." vor "ein fuchs bellt" gestrichen)

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Zuletzt geändert von birke am 15.01.2022, 18:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Nifl
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Beitragvon Nifl » 15.01.2022, 17:38

Hallo Birke,

ein schönes Stimmungsbild, wie es wohl derzeit vielerorts zu betrachten ist. Auch dieser Anklang des Widerspiels durch Corona, dieses nach innen Kehrende. Geradezu antipodisch dann die Öffnung in die Weite bis in den Himmel. Schön schön.
Wo ich ein bisschen stolpere, ist der Wechsel von draußen nach drinnen. Auf einmal ist da nur noch Schwärze, da komme ich perspektivisch nicht so richtig nach. Dem weiteren Verlauf ins Phantastische kann ich hingegen wieder gut folgen. Den letzen Halbsatz würde ich streichen.

Viele Grüße
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)

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birke
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Beitragvon birke » 15.01.2022, 18:18

lieber nifl, danke dir!
die „schwärze“ ist tatsächlich etwas unlogisch, die streiche ich.
ansonsten ist es eine bewegung von außen nach innen und wieder nach außen.
und ja, der letzte halbsatz könnte entfallen, durchaus. allerdings verstehe ich ihn /auch/ örtlich. … was wir unter dem himmel, auf der erde, alles, was hier passiert, verstehen.
lg, birke
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