Münchner Freiheiten
Man weiß im Grunde nie, welche Stimmung einem als nächste überfällt - aber Krautwickel zu Mittag in der Mensa, dazu noch in Gesellschaft zweier Kollegen, wir wollten die für nächstes Semester anstehenden Seminare besprechen, auch die ‚trostlosen’ Leistungen in den Grundkursen wurden zuverlässig beklagt, gefolgt vom Gejammer über die demnächst fällige Prüfung zur Vorlesung unseres Chefs - bei der Vorstellung solcher Mahlzeiten, Jahr um Jahr, womöglich bis zur Pensionierung, überkam mich ein übler Anflug von Lebenshohlheit. Also verschenkte ich meinen Nachtisch, verzichtete auf die übliche Tasse Kaffee hinterher und ließ mich von der Sehnsucht nach lebenspralleren Tagen aus der Mensa treiben, hinaus in den sonnigen Herbsttag, die Leopoldstraße entlang, bis zu dem Café an der Münchner Freiheit, von dem aus man gute Sicht auf die Reihe der wartenden Taxis hatte.
Das Cafe war, wie immer zur Mittagszeit, rege frequentiert.
Ich suchte nach einem freien Tisch in der Nähe der Fenster. Doch alle waren komplett umsessen, bis auf einen direkt vor der großen Auslage stehenden, an dem eine junge, dunkelhaarige Frau saß, elegant, selbst für dieses Cafe. Jeans, aber von der edlen Sorte, ein rostfarbener Kaschmirpulli, über dem Stuhl neben ihr hing ein moosgrüner Ledermantel.
Sie war in eine Zeitung vertieft, der Zeigefinger ihrer Linken spielte mit einer Haarlocke, auf eine Art, die mir vertraut vorkam.
Sie hatte sich kaum verändert, fülliger, trotzdem konturierter erschien sie mir, die ersten Fältchen hatten die Schönheit ihres Gesichts nur veredelt. ‚Sie hat Seele bekommen’, dachte ich und dann, ärgerlich, dass mir Religionswissenschaft auf Dauer nicht gut tat.
Wie im Halbdunkel eines Sommertages saß sie, und plötzlich war mir die ekstatische Mittagsstunde auf dem Hochsitz wieder gegenwärtig, die Gerüche unserer erhitzen Körper, die sich mit den Aromen von heißer Rinde und Harz mischten, die Fliege, die uns hartnäckig umsummte, das Knarren der Stämme in der leichten Brise. Ich hielt meine Mappe vor mich.
„Heidi?“ sagte ich, heiserer, als mir lieb war.
Sie sah auf.
„Wenn du der Max bist, dann ja“, antwortete sie, nach dem sie mich von Kopf bis Fuß gemustert hatte und zeigte dieses Grinsen, das mich immer entzückt hatte.
„Du hast kräftig Haare gelassen“, sagte sie und nahm ihren Mantel vom zweiten Stuhl. „Hat dich dein ‚Ernst des Lebens’ nun eingeholt?“
„Kürzer sind sie eben“, sagte ich und setze mich. „Man muss mit der Zeit gehen, bevor sie über einen hinweggeht. Doch der Ernst hat mich erwischt. Seit zwei Jahren bin ich Assistent bei Höllerer, und du?“
„Ich unterrichte Wirtschaft am Webergymnasium“, erwiderte sie knapp.
„Sag bloß, du bist Beamtin!“ Ich verkniff mir demonstrativ ein Lachen.
„Du doch auch!“, fauchte sie.
„Nur auf Zeit“, sagte ich, „man kommt nicht anders in die universitäre Wissenschaft. Erscheinst du immer so elegant zum Unterricht, oder habt ihr derzeit Ferien?“
Ihre Freundin Veena fiel mir ein, die stets in Kaschmir zu den Kapital-Schulungen der Marxistischen Gruppe erschienen war, und damit einen seltsamen Kontrast zu Parkas und T-Shirts der Teilnehmer abgegeben hatte.
„Soll ich in Lumpen gehen, oder etwa im Dirndl?“ fragte sie angriffslustig, musterte missbilligend mein T-Shirt vom Grabbeltisch, strich das Haar aus der Stirn. Ihre Brüste wippten unter dem Pullover.
Ich schüttelte den Kopf.
„Passt schon“, sagte ich, „so eine prachtvolle Lehrerin hätte ich auch gerne gehabt. Wir am Theresiengymnasium hatten einzig das Fräulein Storch, mit Haaren wie gelbe Putzwolle. Steno sollte sie uns beibringen. Sonst gab es nur alte Männer als Lehrkörper, die meisten noch mit einer Macke vom Krieg.“
„Aha“, entgegnete sie.
Wir schwiegen uns an. Mir kamen so viele Fragen gleichzeitig, dass sie sich gegenseitig im Wege standen und ich kein Wort herausbrachte.
„Wie lange haben wir uns nicht gesehen?“, sagte ich, bevor es peinlich wurde, uns wortlos zu mustern, oder hinaus in den sonnigen Herbsttag zu starren
Sie neigte den Kopf, faltete ihre Zeitung, die letzte Ausgabe der Marxistischen Studentenzeitung, zusammen, legte sie neben ihre Tasse, murmelte „keine Ahnung“, überlegte. „Vier Jahre müsste das her sein. Seit unserer Rückfahrt von Spanien... “
Sie trank ihre Tasse aus, so energisch, als wolle sie gehen, blieb aber ruhig sitzen. Falls sie mich loswerden wollte, weil sie jemand erwartete, den Gefallen zu gehen, würde ich ihr nicht tun.
„Wie umständlich so eine Unterhaltung üblicherweise ist, weil alles hintereinander abgehandelt werden muss“, sagte ich und streckte die Beine in ihre Richtung aus. „Am Besten, ich trage dir jetzt meine Fragen vor und du kannst sie nach Gusto beantworten.“
„Verrückt wie eh und je“, sagte sie, „aber meinetwegen!“ Sie spähte aus dem Fenster.
„Wohnst du noch in Schwabing? Mit wem? Wie geht es Veena? Deinem Bruder? Immer noch bei den Edelmarxisten? Wenn ja, wie weit seid ihr mit der Revolution? Wie fühlt es sich an, deinen Schülern bürgerlichen Wissenschaftsmüll beibringen zu müssen?“
Schon bei ‚Edelmarxisten’ und ‚Revolution’ verzog sich ihr Gesicht ins Ausdruckslose, bei der letzten Frage fiel sie mir ins Wort.
„Genug, Max. Hanno und ich leben noch in derselben Wohnung, zu der Miete findest du keine bessere. Veena ist zurück nach Indien. Sie hat geheiratet, einen Industriellensohn. Der promovierte an der TU. In Maschinenbau.“
„Schult sie jetzt die Lohnsklaven ihres Schwiegervaters im Kapital und bereitet die Enteignung vor?“
„Er soll relativ humane Arbeitsbedingungen bieten“, sagte Heidi unbehaglich, „ich werde sie besuchen, wenn...“
Sie schwieg und lächelte ans Fenster hin, verzog verächtlich das Gesicht, als ich sagte:„Irgendwann resigniert halt jeder, die meisten auf gut sozialdemokratisch. Was treibt Johannes?“
„Auf den warte ich“, antwortete sie. „Er ist jetzt Therapeut bei seinem indischen Zausel. Leitet dort irgendwelche Gruppen. Dabei hauen sie mit Kissen aufeinander ein und hinterher schreien sie nach Mami und Papi.... Für jemand der’s mag...“ setzte sie ungewohnt nachsichtig hinzu. „Er ist seitdem jedenfalls besser zu haben, ruhiger und zuverlässiger ist er geworden und sein Freund ist ein Lieber, der’s gut mit Kindern kann.“
„Kinder?“
Wieder lächelte sie. Ein zwischen Entzücken und Verlegenheit oszillierendes Lächeln.
„Frauen kriegen gelegentlich Kinder, Max. Soviel solltest du inzwischen wissen. ...Ach, da kommen sie ja.“
„So also sieht es aus, wenn das Sein mal wieder das Bewusstsein bestimmt’, dachte ich. als ich Johannes über den Platz heranschlendern sah, schulterlanges Haar, bärtig, ganz in rot gekleidet, ein Kind auf dem Arm.
„Hanno du sollst sie doch nicht tragen, sie kann inzwischen laufen!“ rief Heidi, kaum, dass die beiden in der Türe auftauchten.
„Sie ist doch noch müde vom Mittagsschlaf..... Aaah, ja da schau her, hallo Max!“ Behutsam stellte Johannes die Kleine zu Boden. Die wackelte eilig hin zu Heidi und vergrub ihr Gesicht in Mutters Schoß.
‚ Du glückliche’ dachte ich und fragte Heidi: “ Wie alt?“
„Frag sie doch selber“, sagte Heidi und hob das Kind hoch.
Das Mädchen lehnte den Kopf an ihre Schulter und äugte mich aus den Augenwinkeln an, der umwerfende Blick ihrer Mutter.
‚Unaufhaltsam tobt das Leben vor sich hin, durch uns hindurch und immer weiter. In weniger als anderthalb Jahrzehnten wird sie irgendeinen Max bezirzen und es irgendwo mit ihm treiben, hoffentlich so vergnüglich wie ihre Mutter mit mir damals, während wir dann schon halb Geschichte sind’, dachte ich und überlegte, ob ich das verlauten lassen könnte. Doch Johannes hatte am Nebentisch einen Stuhl erfragt, forderte mich mit einer Geste auf, zu rücken; und während man den Hintern vom Sitz lüpft, um seinen Stuhl zu verschieben, macht so eine Bemerkung wenig her. Zudem brach Heidi auf, noch bevor Johannes seinen Stuhl in Positur gebracht hatte.
„Du kannst meinen nehmen. Johannes, ich muss los, Schularbeiten korrigieren. Mal sehen, ob der bürgerliche Schrott verstanden wurde.“
Sie lächelte mir süffisant zu. „Und du Max, produziere fleißig neuen, damit uns nicht langweilig wird. Komm, Johanna!“
Sie nahm die leise vor sich hin quengelnde Kleine an der Hand und schritt zur Kasse.
Wir schauten ihr nach, Johannes mit der Miene des Überrumpelten, der nicht wusste, was er nun noch hier sollte, setzte sich dann doch, und schälte sich aus seinem roten Anorak. Drunter trug er ein rotes T-Shirt.
„Sie hat ihre Marxistischen Blätter vergessen“, sagte ich.
„Die kann sie bestimmt längst auswendig, steht ja eh immer dasselbe drin“, erwiderte er.
„Sie haben ja Recht, im Grunde, aber das ist zu wenig“, sagte ich. „Es genügt nicht, dass der Gedanke zur Verwirklichung drängt, die Wirklichkeit muss sich selbst zum Gedanken drängen, sagt Marx -und die Wirklichkeit denkt gegenwärtig nicht im Geringsten daran, sich den Gedanken der Marxistischen Gruppe aufzudrängen. Sie hätten ihren Meister genauer studieren sollen.“
„Die MSZ ist ihr Wachturm“, sagte Hanno.
„Du meinst, die Artikel dienen nur der Stärkung ihres Glaubens?“ „Vermutlich“, sagte er „und um eine identische Meinung vertreten zu können. Diese Marxologen reden ja satzgleich alle dasselbe, bis in die Aussprache hinein. Dass antiautoritäre Kritik in Uniformität und Unterordnung enden kann, hätten wir auch nicht gedacht, was, Max?“
„Ich denke derlei nur noch selten, denn ich bin jetzt verbeamteter Wissenschafter“, sagte ich und musterte seine rote Uniform, die Halskette mit dem Bildnis des ‚Zausel’ einem bärtigen Inder, als Anhängsel.
Johannes lachte. „Ich brauch jetzt einen doppelten Expresso, mindestens, Kinderhüten strengt an“, sagte er.
Ich faltete die MSZ auf und überflog den Artikel - das Übliche.
Draußen wanderten Heidi und ihre Tochter vorbei zur U-Bahn.
Ich hob ihr die Zeitung entgegen. Sie schüttelte den Kopf.
„Wieso hat sie ihre Tochter Johanna genannt?“ frage ich.
Mein Blick muss Johannes seltsam vorgekommen sein, denn er beeilte sich zu versichern:„Nicht nach mir, nach dem Vater, der heißt Hans, aber ‚Hansa’ klänge doch blöd, oder?“ Er knuffte mich in die Seite. Selbstsicherer war er geworden.
‚Wäre interessant herauszufinden, ob wegen oder trotz des Zausels’, dachte ich. ‚Womöglich hat sich das Neurotische auch von selber ausgewachsen. ‚Neurotizismus und Zeitgeist’ gäbe ein gutes Thema ab, für den längst fälligen Aufsatz in der Sozialen Welt...‚.’
„Na ja, inzwischen sind die beiden längst wieder auseinander, mögen sich gar nicht mehr, aber sie kann die Kleine deswegen doch nicht umbenennen, oder? “, sagte Johannes und winkte der Kellnerin.
„Eben, Namen können für nix. Zumindest in den meisten Fällen“, sagte ich.
Hektisch schoß die Kellnerin heran, und erkundigte sich nach unseren Wünschen. Wir bestellten und schauten hinaus in den prächtigen Nachmittag. Die Reihe der wartenden Taxis war länger geworden, aber Bella sah ich nicht unter den Fahrern.
„Wie geht es den Jungs von der Band?“ fragte Johannes.
„Gibt keine Band mehr“, sagte ich. „Rolf ist inzwischen Ingenieur bei BMW, übernimmt eine Abteilung in Südafrika, will halt auch einmal diskriminieren, Jochen arbeitet in der Dresdner Bank, Kreditabteilung. Wer ist denn der Vater der Kleinen? “
„Hans war einer aus ihrem Kapitalkurs “, sagte Johannes. „Sie hat ihn gleich nach unserer Spanienfahrt kennen gelernt. Ein Wunder, dass die noch vögeln können, so verkopft wie sie sind.“
„Heidi verlernt das nie“, sagte ich und genierte mich dafür.
Doch Johannes grinste nur.
„Gottseidank“, sagte er. „Wie geht es deiner Bella?“
Dasselbe süffisante Grinsen wie seine Schwester.
„Meiner?“ sagte ich so heftig, dass er sich zurücklehnte und diesen Therapeutenblick aufsetzte, den ich noch von Dr. Kunkel kannte, ihm aber nicht abnahm, schon seiner spirituellen Uniform wegen.
Die Bedienung kam mit zwei doppelten Espresso und wollte, nach einem langen Blick auf Johannes Kette, auch sofort kassieren.
„Unserer Bella meinetwegen“, sagte Johannes. „Wie geht es ihr denn?“
„Sie fährt Taxi“, sagte ich und schaute hinüber zur Reihe der wartenden Wagen.
„Wo? Hier?“
„Auch.“
„Hängst wohl noch sehr an ihr?“
Ich schwieg.
Zügig trank er seinen Espresso. Ich tat es ihm nach.
„Max, Paarbeziehungen sind doch illusorisch. Jeder müsste erst mit sich ins Reine kommen, bevor er dazu fähig ist, nur, dann braucht man sie nicht mehr.“
„Wer sagt das? Er?“ Nachdrücklich tippte ich gegen das Medaillon auf seiner Brust.
„Nicht nur er“, antwortete Johannes, ohne eine Miene zu verziehen. „Du bist ständig angespannt, Max. Ich glaube, eine Gruppe täte dir gut, komm doch mal im Zentrum vorbei.“
„Ach weißt du, ich trainiere jetzt Kickboxen an der Uni, das entspannt mich genug“, sagte ich. „Wir kloppen uns auch recht ordentlich, nur dass wir nicht nach Mami und Papi schreien dabei...“
„Hör ich da mein Schwesterlein reden? Ganz der alte Max, dem Weibe ergeben und gepanzert über die Augenbrauen.“
„Das muss man sein, wenn man es mit Windmühlen aufnehmen will“, sagte ich, doch Johannes lächelte nur, ganz von oben herab.
Schon wollte ich ihn fragen, ob er eine Kissenschlacht mit mir machen würde, käme ich in seine Macken-Menagerie, da sah ich Bellas Taxi auf den Standplatz einbiegen.
Johannes Blick folgte dem meinen.
„Da ist sie doch!“ sagte er.
Bella.
Sie stieg aus, reckte sich, ging zum Taxi vor dem ihren, beugte sich zum offenen Fenster, sprach hinein, lachte. Der Taxler war noch jung, sah ich, gut aussehend, ein Student wahrscheinlich.
„Sie trägt ja wieder kurzes Haar“, stellte Johannes, fast vorwurfsvoll fest, als wäre dies fatal und ich dafür verantwortlich.
„Weil die Taxis oft so speckig sind und die Fahrgäste manchmal unverschämt, behauptet sie.“
„Du triffst sie also noch?“ fragte er, sacht triumphierend, als wäre ich ihm auf den Leim gegangen.
„Hin und wieder“, sage ich.
„Nimm sie doch mit in eine Gruppe, es gibt auch welche für verkrachte Paare“, sagte er.
„Ihr kuriert schlichtweg alles, was?“
Er grinste wie ertappt.
„Schlag ihr das selber vor“, sagte ich und stand auf.
„Gut ich komme mit, hab sie ja eine Ewigkeit nicht mehr gesehen“, sagte er, nun wieder restlos von sich überzeugt.
Sie stand noch immer zum Fenster des Wagens gebeugt, bog den Oberkörper, drehte die Hüften, lachte.
„Bella!“ rief ich, als wir auf die Fahrspur der Taxis traten.
Sie drehte sich um.
„Max...“ stellte sie nüchtern fest, musterte meinen Begleiter von Kopf bis Fuß „Johannes!“ rief sie „So haarig und rot, ich hätte dich beinahe nicht erkannt. Bist du Hippie geworden? “
„Johannes ist jetzt Therapeut“, sagte ich.
„Aha“, säuselte Bella.
Erstaunlich, welchen Sarkasmus sie in zwei Vokale legen konnte.
Erneut musterte sie Johannes, der milde zurückschaute.
„Etwas undezent für einen Seelenheiler“, sagte sie, „dieses knallige Rot! Deine Analytikerin war doch immer beige und grau, nicht wahr Max...? Aber die war ja auch voluminöser“, setze sie konziliant hinzu.
„Außerdem wurde Dr. Kunkel von der Krankenkasse bezahlt und musste nicht Werbung laufen für sich und ihren Meister Sigmund“, sagte ich.
Bella nickte erfreut, lächelte mich an, darauf ich sie und dann wir beide den Johannes.
„Ihr passt wirklich zusammen“, sagte der, immer noch betont milde. Wäre er gesessen, sicher hätte er in der universalen Gestik aller Priester die Hände vor dem Magen gefaltet.
„Zumindest hat er an Haltung gewonnen“, sagte Bella. „Das gleicht dieses Kreischrot ein wenig aus.“
„Du bist ein böses Weib“, sagte ich
„Gell?“ Sie strahle mich an. „Man muss Max nur ein wenig Zeit geben, dann kommt er selber auf alles“, erklärte sie zu Johannes hin, wie eine Lehrerin einen beunruhigten Vater tröstet.
„Wo ich mir doch solche Mühe gebe!“ sagte ich.
„Ihr harmoniert einfach zu gut“, sagte Johannes. „Nur gemeinsam blüht ihr auf, ihr Symbionten.“
„Er durchschaut uns. Durch und durch!“ hauchte Bella ehrfürchtig. „Sicher ist er..., wie nennt man das, Max?“
„Durchblicker?“
„Nein, die indische Variante!“
„Erleuchtet?“
„Jaaah...“ flüsterte sie mit runden Augen.
Das zweite Taxi vor Bellas Wagen fuhr an.
„Männer, ich muss los, Carlos nörgelt schon!“
Sie sprach zwei, drei spanische Sätze in das Fenster des Taxis vor ihr, küsste den Fahrer und ging zu ihrem Wagen zurück.
Ich hatte mich nicht getäuscht.
Sie war verliebt.
Münchner Freiheiten
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste