[Wunderkammer] - Amanitas Blog

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 04.10.2011, 14:57

Kunst

In den Ideenstaub
langer Jahre
das Jetzt hinein zeichnen

Lichtbilder malen
von dem
was kommt
Dateianhänge
Grün1-9-11.JPG
Landschaft, 2011

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 05.03.2016, 12:28

Ach ja, und den "Narr" habe ich kürzlich verschenkt ...
Zuletzt geändert von Amanita am 03.04.2016, 22:19, insgesamt 1-mal geändert.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 05.03.2016, 12:35

Warum möchtest du etwas Biederes Unschönes dabei haben? Also, was ist deine Motivation dahinter?
Durch "die graue stadt" und das "nebelkleid" wird ein fast düsteres Bild gezeichnet. Und dann heißt es ja: "das bunte darunter blitzt mir ins auge" und die stadt sagt: ich bin gar nicht so. Also möchte sie sich behaupten, hey, ich bin gar nicht so grau. Ich trage auch Schönes, Buntes in mir. Und das zeigst du wunderbar durch die "graffity-unterwäsche". Durch den nierenwärmer wird dieses schönes, bunte Blitzen quasi wieder zerstört, dieser Lichtblick wird wieder dunkel. Und dadurch hebt sich insgesamt dieser herrliche Protest der Stadt, die sich behaupten möchte, wieder auf, hm?

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 05.03.2016, 12:45

Ich wollte eine - vielleicht etwas skurrile - Ambivalenz ausdrücken.
Ließe ich die letzte Zeile fort, wäre es eine andere Stadt. Ginge vielleicht ... aber mein Sowohl-als-Auch wäre futsch, oder?
Zuletzt geändert von Amanita am 03.04.2016, 22:20, insgesamt 1-mal geändert.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 05.03.2016, 13:05

Amanita hat geschrieben:Ginge vielleicht ... aber mein Sowohl-als-Auch wäre futsch, oder?

Dies ist ja eine Szene, ein Augenblick, ein "Lichtblitz", den die Stadt zeigt und das LI wahrnimmt. Außerdem ist Graffity ja nicht immer schön, es ist auch hässlich. Es ist Kunstwerk und Schmiererei zugleich, kommt halt darauf an, was da an die Wände gesprüht wurde. Insofern ist allein im Wort Graffity-Unterwäsche schon eine Ambivalenz drin, finde ich. Auch wenn diese in dieser Szene natürlich stärker ins Positive ausschlägt. Amanita, ich schreibe nur, wie ich es wahrnehme. Für dich muss es stimmig sein. ,-)

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Eule
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Beitragvon Eule » 28.03.2016, 11:46

es ist ja nicht nur grau und bunt ... !? Der nierenwärmer zeigt mir Bedürftigkeiten.
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 28.03.2016, 12:16

Ja, ganz genau.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 03.04.2016, 22:22

ich gehe in mich
in meine ehrliche kammer
wo ich mich nicht
beschönigen muss

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 07.04.2016, 10:48

Rätsel


In seinem Knochenhelm
liegt es still
aber nie untätig.
Wir lieben es
ohne es wirklich zu lieben
und niemand hat je gesagt
dass es schön ist –
obwohl es das Schöne
doch sammelt und schafft
nennt man es ständig grau.
Grotesk
wenn man sich hineindenkt
wie jetzt.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 07.04.2016, 10:50

die graue stadt
hat mich so lieb
sie zieht mich an
mit ihren nebelkleidern
und einer glänzendgrünen krone
aus wald
und bergen
will sie mich
sagt sie

Mucki
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Beitragvon Mucki » 07.04.2016, 14:20

An deinem "Rätsel"-Gedicht gefällt mir vor allem die letzte Strophe, Amanita. Weil es so ist.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 10.04.2016, 10:05

Danke, Mucki.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 10.04.2016, 10:05

die graue stadt
sagt mir:
hinterm efeuvorhang
wohnen sonnenmenschen.
magst du nicht kommen?
es ist frühling!

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 10.04.2016, 10:06

die graue stadt
im rot des abends.
talmi
sage ich
und fahre fort.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 11.04.2016, 07:57

die kunst
mich selbst zu bewundern
heißt: in meinen kammern
mit wundern und neugier
aus armen dingen
mein reich bauen


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