Immerdüstertagebuch

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FawzZalum

Beitragvon FawzZalum » 08.08.2015, 18:40

Oscar Wilde sagte, jedermann solle ein Tagebuch führen, aber das eines anderen; so führe ich das Tagebuch bloßer Augenblicke von mir, nie ganz ich, nur jäh und fragmentarisch, aber immer düster ... immerdüster.

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Mucki
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Beitragvon Mucki » 02.09.2015, 22:06

Das finde ich sehr gelungen. So viel in diesem einen Satz. Zum einen schreibst du hier lyrische Prosa, was ich eh sehr mag und zum Zweiten geht hier gleich Kopfkino los.

FawzZalum

Beitragvon FawzZalum » 04.09.2015, 10:47

Mucki hat geschrieben:Das finde ich sehr gelungen. So viel in diesem einen Satz. Zum einen schreibst du hier lyrische Prosa, was ich eh sehr mag und zum Zweiten geht hier gleich Kopfkino los.


Ja, ich mag lyrische Prosa zur Zeit auch sehr gern; manchmal sagen mir Verse einfach nicht zu, ja, da erschreckt mich fast schon diese Leere, die nach kurzen Versen von nur zwei bis drei Worten folgt ...

Schön, dass es das Kopfkino anregt. :mrgreen: Mein Kopfkino war auch angeregt, deswegen habe ich es aber auch in der Kürze so belassen, obwohl ich dazu mindestens drei vier Episoden hätte schreiben können. Die spuken mir tatsächlich immer noch im Kopf rum; vielleicht sollte ich sie einfach aufschreiben ... :blink2: :blink1:

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Eule
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Beitragvon Eule » 06.09.2015, 00:02

Es wäre schön, mehr von Dir hier zu lesen ;-)
Ein Klang zum Sprachspiel.

FawzZalum

Beitragvon FawzZalum » 13.09.2015, 20:09

13.09.2015

Und wenn ich wir sage, dann spricht kein Zwiespalt mehr, denn unser wir existiert neben diesen zwei Entitäten, meinem ich und deinem du; und du bist dir selbst ja auch ich, wie ich selbst dir ja auch du bin. Uns sind wir wir; anderen sind wir ihr. Und so verflüchtigt sich im wir solche Einsamkeit, die Distanz impliziert; und so verdichtet sich im wir solche Einsamkeit, die Kongenialität impliziert. Wir mögen fern des Weltflitters stehen, ob unseres Genial-Seins, und weil wir zuweilen dunkel strahlen. Doch finden wir uns im Funkenflug, potenzieren unsere Ingeniosität, spüren die Lebensleere auf. durchpulsen, durchglühen, durchfluten das laute Schiefergrau eines jeden Tages, der nichts ist, bis wir ihn uns einverleiben: Dann erst ist er schreibenswert, wenn wir uns durch die Augenblicke lieben wie Olymp und Tartaros.

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noel
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Beitragvon noel » 23.10.2015, 06:29

"gewaltige" worte & doch klingen sie mir nicht überstrapaziert...
dieses tändeln zwischen ich du wir
das einverleiben des schiefergraus..
mag ich
chapeau
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level).

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