Beitragvon jondoy » 05.05.2020, 16:16
Der tausendste Eintrag im Faden Prosalog.
Diesen Eintrag widme ich unser hochgeschätzten, nicht von uns, nein nein, überhaupt nicht vermissten, in schleierhafte Vergessenheit geratene oder geflüchtete, unsichtbar gewordene, vielleicht von Ronjas Gesellen aus einem Erwachsenen- stilleben gejagte, ehemalige, unscheinbare, zwischen den Zeilen sprechende, von der Personalentführungsindustrie gekidnapte, in der Stadt, die heimlich lieber Paris sein möchte, zuletzt gesehene, unzivilisierte, wilde, stille, sanfte Verfrorenheit, der dritte Stern am Kochtopf, das Grau im aschknallbunten Winterpulli, das schreiben kann, und zuhören kann, ich erinnere mich, dass ich geträumt habe, von der strahlenden Zukunft, deswegen träum ich nie davon, in der auch eine flanierende Utopie mitspielt, zurückhaltend, uns geneigt, wie der Wind, bevölkert sie ein ein weißes kahles fremdes Treppenhaus, in dem auch ein Paar vorkommt, auf einmal rennt dieses vergangene Paar die Treppe herauf und husch ist es auch schon an mir vorbei, mit einen Blumenstrauß in beiden Handpaaren, das Treppenhaus war blass und weiß, nicht vor Neid, und die Geräusche der Schuhe auf diesen klangen richtig realistisch.
Wer das A als Anfang sieht, und das Zebra liebt, vom neuen BER aus künftig jeden Tag zum Zähneputzen nach Manaus fliegt, weil es dort so schön regnet, in Strömen, einen ganzen Sommer lang, da der Zahnarzt rät zu schön und regelmäßig, erhält die Mach-mit-uns-was-du-willst-Konsum-Medaillie in Gold umgehängt, dazu eine Schachtel virtuelle Likes, und ein Gratis- Ticket in fremde Träume, in unsere edlen Schreibträume, von der sich in diesem Faden neunhundertneunundneunzig Verflossene wiederfinden, auch welche von Lisa, bitte ein Ticket zu Traum 19, zum vorderen Ausgang hinten links gleich nach der Toilette.
....habe in den Anfängen dieses Fadens geblättert und diese Zeilen ausgesucht...
Traum I
Da war der Dalai Lama, in meinem Traum mit schwarzer Haut, und kicherte neben mir..
Und in der Mitte des Raumes stand ein Zebra und fraß violettes Heu.
Kühlt es mir das Herz. Zäumt es die Zeit.
Heute nacht hatten die Menschen Schluckauf von der Wahrheit.
Doch die Dächer standen in der Blüte ihres Lebens.
Gestern, da war ich im Weltall.
Ja, ich weiß, man ist immer im Weltall, aber gestern war ich es doppelt
oder sagen wir: war ich es auf ganz andere Weise.
Als du und ich heute aufstanden und am Flughafen ankamen,
bemerkten wir, dass zwar
alle Überstellungspapiere für die Leiche beisammen waren,
aber dass wir sie nicht verpackt hatten.
Und so nahmst du die huckepack...
Wir beide liebten diese Leiche, ihre Klugheit,
sie war viel mehr Wesen, als wir es selbst waren
oder sie war etwas von uns beiden, das Gute von uns beiden.
Vielleicht würde es diesem Mann gut tun, wenn er in meinem Traum vorkommt.
Denn ich glaube, dass sich alle an meinen Träumen kurieren könnten, nur ich selbst eben nicht.
Ausgeträumt.