Lyrischer Dialog

Hier ist Raum für gemeinsame unkommentierte Textfolgen
Nifl
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Beitragvon Nifl » 11.08.2006, 17:59

Liebe Schreibfanatiker,

ich möchte hier in diesem vitalen Forum einen "lyrischen Dialog" beginnen. Lyrische Dialoge sind kooperatives Schreiben, Gedichte, die (auf-)einander aufbauen. Das können inhaltliche Bezüge sein, oder es werden Worte des "Vorschreibers" aufgegriffen, oder man übernimmt einfach nur die Stimmung.
Hierdurch entstehen unkommentierte Gedichtfolgen. Die Form bleibt dem Autoren überlassen (zB. ob gereimt oder ungereimt ...)
Würde mich über rege Beteiligung freuen!

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Zuletzt geändert von Nifl am 30.08.2006, 19:10, insgesamt 2-mal geändert.

Nifl
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Beitragvon Nifl » 20.12.2019, 17:01

Geschiebe-Sein

Rotschrift entfacht uns
denn geübt haben wir
auf Treibsand
fürs Wärmebild
posiert im Aufgewühlten
zwei Ausgekämmte
hungersatt
das Winterlicht
ein Wunder
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)

Klara
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Beitragvon Klara » 21.12.2019, 14:30

Ich bin so liebeleer
Noch nicht mal Lust wiegt mehr
Das Herz ist leicht so schwer!
Ich bin so liebeleer

Ich bin so liebeleer
Dass ich mich nicht verzehr‘
Komme nirgendwo her
Ich bin so liebeleer

Ich bin so liebeleer
Wie krummer Kreisverkehr
Mir fehlt das Sehr so sehr
Ich bin so liebeleer

Ich bin so liebeleer
Als wär‘ ich nirgendwer
Ich glaub, ich mag nicht mehr
Ich bin so liebeleer

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birke
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Beitragvon birke » 24.12.2019, 11:43

weihnachten schreib ich
liebesgedichte,
liebestoll, liebevoll, voller
gefühl und leisen
schneegedanken
wie sie dich umkreisen
nie lieb ich mich leer
eher sterb ich (an dir)
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

https://versspruenge.wordpress.com/

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birke
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Beitragvon birke » 27.12.2019, 12:57

zeiteingefroren, weihnachtsliedern lauschen, danach wieder übersprudeln
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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Nifl
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Beitragvon Nifl » 28.12.2019, 19:54

Verbindungsstellen
zu Jubeljahren
verschütten gerne
lassen uns in Rückstand
geraten
legen Winterzeit
in den Mund
ausgemustert
von dir
die Warteschlange
längst kopflos
und trotzdem
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)

Klara
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Beitragvon Klara » 29.12.2019, 10:20

Gegengiften

In ihrer Gegenwart nicht mehr schrumpfen
Zum missbrauchten Kind
Zum Nicht-Ich
Nur vorübergehend
Zu ihrem Arschloch werden
Ihrer Vergangenheit fernbleiben

Sachlich bleiben: Die Liebe ist tot
War nur eine Geschwulst aus Vergangenheit
Aus blöder Hoffnung und ungestillter Sehnsucht
Genährt von unerfüllbaren Ansprüchen
Sie abfallen lassen, befremdend werden
Zur Fremden im Schmutz ihres Hauses

Ihre groteske Dummheit aus
Alter und neuer Denkfaulheit
Die ihr aus Ohr und Nase wachsen
Mit distanziertem Interesse betrachten
Die aus ihrem Mund fallenden Bisse, ihren Gilb
Ihren stumpfen Pegel nicht einrasten lassen
Schließlich nicht mehr kommen
Ihren Wunsch ernstnehmend: „Besucht mich nicht aus Pflichtgefühl“

Alles Streben zu vergeben als verwerflich
Verwerfen
Endlich ehrlich werden

Sie allein in ihrem Schmutz baden lassen
In ihren hässlichen Gedanken
Die sie als hässliche Worte großzügig verteilt
Ihren Geschichten nicht mehr auf den Leim gehen
Wie sie ein Heim bot:
Dem Missbrauch, der Gewalt, dem Übergriff, der eigenen Unfehlbarkeit
Ihr hartes Lachen nicht als Ansporn zur Härte hören
Den Dreck, den sie in den Himmel wuchern lässt
Und in die Erde
Nicht persönlich nehmen

Das Angewidertsein als vorübergehend zu-
Dann loslassen
All das Unaussprechliche All das Unsagbare
Jede Geste von ihr, jeder schleimige Blick aus betrunkenen Augen
Jede Missgunst, jede MISSLIEBIGKEIT zurückweisen
Ihren Lügen die Hand reichen zur eigenen Wahrheit
Die Scheiße, die sie an den Fingern braucht wie andere Leute Kommunikation im Geist
Oder Liebe im Herzen
Nicht mehr schlucken, ihrem Übergriff ihre Scheiße entgegenkotzen
So dass sie endlich ihren Unfrieden hat
An dem sie sich labt und brüstet
Ihrer Unempfindlichkeit

Die Wut wachhalten wie eine Mahnung, heiß und lodernd, dass sie allen Schmutz
Verbrennt, alle Reste der Geschwulst verfeuert, dass nichts mehr von all der Scheißnettigkeit und Scheißekligkeit übrig ist als Rauch, Der verfliegt, bis alles weg ist, auch die Scham
Und erlauben, was Fakt ist

Ihre Finger, ihren Geruch, ihre Haut, ihr Blut, ihren Dreck von mir lösen
All die Scheiße, die sie mir in die Wiege legte, mir in den Weg, um sich dann darüber zu amüsieren, wie schwer ich mich tue, über die Berge von Scheiße hinwegzusteigen
Bei ihr lassen
Keinen Grund mehr finden
Zur Selbstverstümmelung in ihrer Nähe

Fern von ihr die Freude an der Gegenwart
Willkommen heißen
Heilig sein und entkommen
(Mehr ist nicht zu erwarten!
Kein andrer Kampf, erst recht keine
"Versöhnung")

Ihr den Triumph der Passierten Scheiße
Nicht mehr gönnen Keine Verbindung
Zur Narzisstin, Trinkerin, Verletzerin erlauben
Nichts mit ihr zu tun haben
Alles mit ihr zu lassen

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birke
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Beitragvon birke » 04.01.2020, 11:28

nie war die frage nach liebe größer
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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nera
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Beitragvon nera » 06.01.2020, 01:23

lassen uns im rückgrat erstarren- auch das
eine melodie,aber
ich sehne mich
nach deinen akkorden
vokale
sehne
und bin bestürzt über die unzulänglichkeit
der konsonanten
ich schreibe alles falsch und die bilder entgleiten mir
die ich nicht zu ende denken mag
und der hauch einer zärtlichkeit in der sprache
zwischen gestern und vorgestern
das heute mag sich nicht zwischen den fragen verirren
dieses plärren des zeitgeistes, was auch immer das ist
und ja
ich rede um den heißen brei, weil
weil
weil, eigentlich
hier ja ein dialog ist
und
ich aber nicht weiß
wie ich damit dialogisieren soll
klara.

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birke
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Beitragvon birke » 06.01.2020, 10:28

lydia

im gedicht darf alles stürmen
was nicht gesagt werden kann
auf der straße
im wohnzimmer
in der herzkammer
ein gespräch, monolog
ein umstülpen
des (er)innern
der klang von versen
(sascha liebt nicht große worte)
verrükcte buchstaben
frag (nicht) nach liebe
ein ungeheuer
spuckt feuer
und das leiseste
zarteste
liegt zwischen den zeilen
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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Eule
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Beitragvon Eule » 08.01.2020, 13:55

wenn das Schweigen nach
vollbrachter Meldung sich wieder
ausbreitet wollen wir nach
Lüftung der Luken wieder an
den Alltag machen müssen
Steine und anderes geborgen werden
Ein Klang zum Sprachspiel.

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birke
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Beitragvon birke » 11.01.2020, 18:35

die steine des alltags
stemm ich mit leichtigkeit
wenn ich an dich denk
hab ich lust
auf dein wort
deine feingliedrige hand
an meiner geschichte
(in die ich dich reinzieh)
komm
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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nera
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Beitragvon nera » 22.01.2020, 03:07

steine statt augen
und der verlust zwischen den zeilen
wenn du mich packst mit deiner hand
voll von wünschen
(wow) (ver- lust, ein listiger lässtiger lässiger looser, lose, last Lass mich lust los, )
wow----steine statt augen
denke ich
und wünsche mir
deine hand in meiner geschichte
die hand, in die ich mich verkriechen möchte
wollte
in dieses panorama von linieen, aus denen
jahrmarkthexen die zukunft lesen, weil sie davon leben, aber
schweigen wir.
wir schweigen.
jemand ziemt mich der liebe und , ich bin schuldig.

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birke
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Beitragvon birke » 27.01.2020, 08:01

von den zweigen fällt
ein schimmer
deine augen
sprechen von weitsicht
und mein bein an deinem
will verweilen
weil es nichts sieht
außer dir
(wege im nebel)
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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Beitragvon Nifl » 14.02.2020, 19:08

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ein Ausflug
eine Reise
Finger auf Mündern
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Worte verpackt
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Blickrichtung
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gelutschter Stein
verschluckter
versunkener
heißer
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