Lyrischer Dialog

Hier ist Raum für gemeinsame unkommentierte Textfolgen
Nifl
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Beitragvon Nifl » 11.08.2006, 17:59

Liebe Schreibfanatiker,

ich möchte hier in diesem vitalen Forum einen "lyrischen Dialog" beginnen. Lyrische Dialoge sind kooperatives Schreiben, Gedichte, die (auf-)einander aufbauen. Das können inhaltliche Bezüge sein, oder es werden Worte des "Vorschreibers" aufgegriffen, oder man übernimmt einfach nur die Stimmung.
Hierdurch entstehen unkommentierte Gedichtfolgen. Die Form bleibt dem Autoren überlassen (zB. ob gereimt oder ungereimt ...)
Würde mich über rege Beteiligung freuen!

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Zuletzt geändert von Nifl am 30.08.2006, 19:10, insgesamt 2-mal geändert.

Klara
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Beitragvon Klara » 03.03.2019, 13:29

Vergebliche Liebesmüh

bin mir nah zu fern
entziffere unvollständig auf dem
vergessenen Zettel im gebraucht
gekauften Buch eine Handschrift, die
mit Tinte entstehet wie mein
Gekritzel, dazu
Bleistiftzickzack und stelle mir vor
wer das geschrieben hat
sei mir seelenverwandt
und ich müsse ihn finden, müsse es
wenigstens versuchen
bis ich mich erinnere: Das Buch
stammt aus einem Antiquariat, sein Verkäufer
muss nicht der Tintenzettelschreiber sein

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birke
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Beitragvon birke » 31.03.2019, 18:44

.

im geriffelten zickzack
deine notiz
hieroglyphen
hier und da
zart geschwungen
ein bogen
wie ich mir dich
ausmale
mit brauen
voller poesie

.
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

https://versspruenge.wordpress.com/

Klara
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Beitragvon Klara » 04.04.2019, 11:39

Vier, fünf, sechs Zeilen
Vergissmeinnicht im Herzen
der Stadt, die mich fort

treibt und weiter und
hält wie mein schlagendes Herz
nicht vergisst

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birke
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Beitragvon birke » 07.05.2019, 00:15

.

wenn du aus der stadt kommst, überfüllt, nach hause, aufs land: dieses grün, diese weite, wortleere, seelenruhe

.
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

https://versspruenge.wordpress.com/

Klara
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Beitragvon Klara » 25.05.2019, 11:00

Der auf ewig junge Traum
Ein neues Leben anfangen
Mein Leben lang
Fange ich
an

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Eule
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Beitragvon Eule » 29.05.2019, 13:34

Der Zauber der An
fänge war ein Thema
alle Jahrzehnt wieder
feier ich mit
in Oberpforten
Ein Klang zum Sprachspiel.

Nifl
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Beitragvon Nifl » 23.06.2019, 11:51

Dem Leben vorsprechen wollen

Wasser tragen
mit bloßen Träumen
auch das Verrinnen
halten wollen
warten auf Erwartungen
wiederholen und
Beulen verzinnen
verstreichen
wie neu lieben
glänzend
abwärts hilft die Schwerkraft
wohin mit dir
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)


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