Prosalog

Hier ist Raum für gemeinsame unkommentierte Textfolgen
Nifl
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Beitragvon Nifl » 23.07.2007, 18:09

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Foto A.P. Sandor et moi


Prosafluss - Geheime Nachrichten - Flüsterpost - Prosapool - ungebunden - verbunden - Prosadialog - Prosakette - Prosa rhei - ungebunden - verbunden - Prosa - Blitzlichter - Prosalog - Wort zu Wort Beatmung - Prosafolge - ungebunden - verbunden


Hier handelt es sich um einen Faden, in dem ihr euch prosaisch zurücklehnen könnt. Lasst euren Gedanken freien Lauf. Erzählt von euren Träumen, eurem Ärger, euren Problemen, euren Sehnsüchten, euren Beobachtungen, euren Wünschen, euren Phantasien, euren Ideen, eurem Kummer, eurer Wut, eurem Tag, euren Spinnereien … "Die Wahrheit" spielt dabei selbstverständlich keine Rolle.
Fühlt euch frei.

Lasst euch von bereits verfassten Texten inspirieren, greift das Thema auf, oder schreibt einfach "frei Schnauze"… alles ist erlaubt.

Ich bin gespannt!




Kleingedrucktes:

Damit eure Kostbarkeiten behütet bleiben, müssen folgende Regeln beachtet werden:

Bitte keine Kommentare
Keine direkten Antworten (zB. Gratulationen, Beileidsbekundungen, Nachfragen etc.)
Keine Diskussionen
Kein Smalltalk oder Talk überhaupt

Geht immer davon aus, dass alle Texte Fiktion sind.



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Zuletzt geändert von Nifl am 04.08.2007, 09:08, insgesamt 1-mal geändert.
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)

Nifl
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Beitragvon Nifl » 29.03.2018, 18:42

Ein Freund von mir ist Schiffsmissionar. Aber weil sich niemand mehr missionieren lassen möchte, verkauft er nun Induktionsherde. Er ist bei allem recht verbissen. Einmal sagte ich in Anspielung auf seinen neuen Wirkbereich, zu jedem Topf passe ein Deckel. Da zuckte seine rechte Schulter und er fiel fast aus dem Röhnrad. Ich dachte schon, ihn hätte der Schlag getroffen. Dann schrie er mich an, ich könne doch nicht alles in einen Topf werfen, es gäbe auch Deckel ohne Töpfe und ob ich denn was auf den Deckel haben wolle und überhaupt ob ich nachfühlen könne wie sich so ein deckelloser Topf fühlen müsse, wenn ich so pauschalisierte, dann ginge es bald wieder los das große Topfschlagen wie damals. Ich nickte eingeschüchtert, trotzdem hätte ich beinahe geantwortet, "nun mal Butter bei die Fische", aber das hätte ich vermutlich nicht ohne Blessuren über die Lippen bekommen.
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)

Klara
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Beitragvon Klara » 31.03.2018, 09:24

OFF TOPIC@Pjotr:
Sorry, Pjotr, aber der Text oben hatte NULL UND NICHTS mit dir oder der Verallgemeinerungsdebatte an anderer Stelle zu tun! Weder habe ich daran noch an dich gedacht beim Schreiben. Auch der Auslöser war ein ganz anderer. Der Text hat nicht in deine Richtung geblinkt, nicht mal geblinzelt! Deine Reaktion dazu macht mich verblüfft ob ihrer, so kommt es mir vor, Egozentrik. Glaub es oder glaub es nicht, aber bitte bezieh nicht Texte auf dich und deine "Thesen", wo es gar keinen Bezug gibt. Ich würde dann schon an der geeigneten Stelle dazu sprechen. Dass du dich bzw. deine Thesen offenbar "angegriffen" fühlst, ist bedauerlich, hat aber tatsächlich nichts mit dem Text in diesem Faden zu tun, sondern vermutlich nur mit dir. Bitte lass den Prosa-Dialog Dialog sein und keine Thesenschlacht! Klara
PS Entschuldige Nifl, deinen viel eleganteren Beitrag dazu habe ich jetzt erst gesehen...

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 31.03.2018, 10:15

Off-topic:

Ich bin nicht egozentrisch, Klara. Ich bezog mich nur auf diesen geschriebenen Gedanken von Dir:

Klara hat geschrieben:... Männer, Alleinstellungsmerkmale in Serie, bevölkern die Stadt. (Ist das Geschriebene ein Affront? Denn es gibt sie ja gar nicht als Teil meiner fiktiven Gruppe. Es sind einzelne, INDIVIDUEN, unverwechselbare Exemplare der Spezies Mensch, Untergattung MANN. Ist es gestattet, jene unzulässige Verallgemeinerung nur zu denken...

Ich setze das jetzt off-topic in den Prosalog unter Deinem off-topic, weil ich mich an dieser Stelle hier zu dieser Zeit verteidigen muss gegen den Vorwurf der Egozentrik. Ob bewusst oder unbewusst, das Zitat oben bezieht sich ganz klar auf unsere vorigen Debatten. Und es sei mir erlaubt, in diesem Faden, prosaisch-semi-fiktiv illustriert, die zitierten Fragen zu beantworten zu versuchen (zitiere: "... ein Affront?", "Ist es gestattet ...?" ). Nein, das Zitat hat mich nicht persönlich angegriffen. Es geht hier um gesellschaftliche Fragen.

Klara
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Beitragvon Klara » 31.03.2018, 11:10

Karfreitagsglück

Die Nachtigall frühmorgens im dämmrigen Hof. Die Sonne auf kaltem Kleinstadtbeton, wo die Reha-Klinik steht, in der ich die Mutter besuche, ein Tagesausflug. Das warme Wasser der Therme, draußen Dampf. Die Mutter, der es besser geht (nicht gut). Das lachende Kind im Kurpark. Die offene Kirche, Gesang und Gebet, Vaterunser und Segen. Der Sitzplatz im überfüllten Zug. Die gespendete und erwiderte Freundlichkeit unter Fremden, das Obst, die Apfelschorle. Die SMS mit den Töchtern. Der Himmel mit Mond in orange. Das offne Café im säkularen Berlin. Das Verborgensein eines Gottes, der gefunden werden will.

Karfreitag ist ein harter Tag. Ich weiß nicht, ob ich an Jesus als Gott glaube oder an Jesu Auferstehung. Ich bezweifle, dass das wichtig ist. Ich glaube, dass ich an Glauben glaube: Er ist da, ich tue ihn, angezweifelt, doch zweifellos in mir zweifelndem Wesen als anzuzweifelndes – was? Gefühl? Empfinden? Als Gabe? Aufgabe? Ich weiß nicht, ob ich an Liebe glaube (eher nicht), aber ich glaube – ich weiß! – dass ich liebe, nicht unberührt von jenem Zweifel, aber unzerstörbar als Teil von mir wie Blut, das in mir fließt und sich reinigt. Wie die Haut, die mich umschließt und mich mit Mir und Nicht-mir verbindet: Sie hält die Verbindung sogar im Schlaf aufrecht. Die Wahrheit liegt immer dazwischen – das kann frustrierend sein, erleichternd (im Sinne von: entlastend) oder platt, doch enthebt nicht von der Frage: WO zwischen? Zwischen welchen Polen, Behauptungen, Wirklichkeiten?
Gibt es überhaupt Wirklichkeiten in der Mehrzahl – oder nur? Existieren Behauptungen, zu Ende gedacht, im Plural? Existieren sie überhaupt? Denken führt ausschließlich zu vorläufigen Ergebnissen (auch dies ein höchst zweifelhafter Plural: Ergebnisse).

Neulich saß ich in diesem Café, in dem ich schreibe, mit anderen Gefühlen und war doch dieselbe – oder nicht? Ist jemals jemand, bin ich jemals dieselbe? – Ich, die an Identität nur so bedingt glaubt wie an die Auferstehung Jesu? Wäre nicht Gott allein identisch mit sich selbst – und hätte doch eine solche Identität gar nicht nötig? HAT Gott überhaupt? Irgendetwas? Oder ist er pures Sein?

Neben mir sitzt ein Mensch, der mich inspiriert, auch er schreibt hier. Wir hatten einige Blicke-Grüße-Begegnungen, ein kurzes unverfängliches Sätzeaustauschen per Mail. Nun findet er es nötig, mir mitzuteilen, dass er verheiratet ist, was mich zum Lächeln bringt, denn das ist mir klar, und auch gar nicht wichtig, oder nur in dem Sinne wichtig, dass es Begegnung ermöglicht, weil verhindert. Er nennt sogar den Spitznamen seiner Frau und den Vornamen seines Sohnes, als wären wir Vertraute, so viel Intimität mutet er uns zu, um die Distanz zu wahren, oder wiederherzustellen. Ich bin mir nicht sicher, ob er das braucht oder ob er meint, dass ich das brauche, beschert mir eine kleine Enttäuschung, weil er das Offensichtliche in Worte fasst, doch es rührt mich, wie er darauf achtet, mich nicht zu beschämen, mich mit Behutsamkeit in die Schranken zu weisen, obwohl es keinen „objektiven“ Anlass dafür gibt, ein egozentrischer Gentleman.

Ich empfehle ihm die Suppe, doch er stellt in Aussicht, dass er nur kurz bleibe(es werden dann doch zwei Rote), weil er „gleich“ mit seiner Familie essen gehe. Doch er freut sich, glaube ich, mich zu sehen, setzt sich ungefragt an den Tisch neben meinem, wendet sich nach kurzer, unbeholfener Plauderei ab, kramt sein digitales Schreibgerät hervor, widersteht der Versuchung, sein Mobiltelefon zu befragen. „Ich absentier mich dann mal, du willst ja sicherlich auch weiterschreiben.“ Denn ich sitze mit Papier und Füller. Jemand, der sich zu benehmen weiß und sein Ziel nicht aus den Augen verliert: ein wenig schreiben, in diesem Café, wie er es nach eigener Aussage nahezu jeden Abend tut. Schreiben und Reden schließen einander aus. Ein weiterer kleiner Stich geheimer Enttäuschung, den ich aufschreibe, fast zeitgleich, fasst zeitgleich, indem ich mir all diese „nebensächlichen“ Wahrnehmungen erlaube, die mir ÜBERLASSEN werden, zum Beispiel die, der Hand gewahr zu sein, die neben mir auf der Bank liegt, unerreichbar nah, und doch gewiss zu sein, dass die fremde Hand näherkommen will. Die Welt als Wille und Vorstellung.

Schriebe ich einen Brief, wäre er zeilenkurz oder seitenlang. Ich schreibe ihn nicht: Er hätte zu viele Adressaten. Oder nur mich als Empfängerin. Mein Briefkastenschlüssel liegt in meiner Hand, in meiner Hosentasche, am Schlüsselbund.
Ich kann besser schreiben, wenn ich nicht denke.
Ich kann nur schreiben, wenn ich nicht denke.
Ich kann nur schreiben, wenn ich denke.
Welcher Satz ist wahr? Wovon hängt seine jeweilige Wahrheit ab?
Es kann auch reichen und gut sein, so wie letztes Mal, dass jemand kommen KÖNNTE.
Jeden Moment.
Durch die Tür des Cafés.
Auch wenn jemand nicht kommt, bleibt doch das Könnte-Kommen entscheidend (wofür? Für die Wahrnehmung? Für die Buchstaben?) Womöglich sogar intensiver, „schöner“, „wahrer“, „echter“, als wenn einer tatsächlich durch die Tür kommt, denn dann zerstört er das Könnte-Kommen, lässt meine Ambivalenz gegenüber diesem Kommen, Dasein, gegenüber diesem Menschen offenbar werden, in meinem Erröten, in meinem unbeholfenen Handschlag zur Begrüßung.

Ich nehme auch das Staunen wahr, dass da schon wieder einer neben mir sitzt, von dem ich mich angezogen fühle, unfassbares Glück in der Tat!, so dass sogar meine Kinder, in diesen Momenten, in den Hintergrund rücken, deren Glück doch bis in alle Mutterewigkeit vor allem kommt, und doch lasse ich zu, nein, ich lasse nicht zu, es passiert einfach, dass ihre Präsenz in meinem Herzen, in meinem Gehirn vorübergehend beiseitegeschoben wird von einer immanenten Gegenwart, die mich fragen lässt, noch bevor ich das Wort hinschreibe, ob es tatsächlich das passende Adjektiv ist: immanent. Wirklich?

Ich nehme mir vor, ich tue es schon, und nehme es mir zugleich vor, neben mir sitzend und in mir seiend, diese Momente der Immanenz willkommen zu heißen, auszukosten, auch wenn Nähe nur ein Gerücht ist, oder eine Redensart. Das bläuliche Flimmern des benachbarten Schreibgeräts stört mich weniger, als dass dessen Besitzer sich in Kürze erheben wird, um mich meinen unentschiedenen, unverheirateten Phantasien in schwer lesbarer Tinte zu überlassen.

Es könnte Jahre so weitergehen oder plötzlich aufhören aus verschiedenen Gründen, und beides wird eintreffen. Ich wechsle die Tintenpatrone aus. Es gibt Abende, an denen kaum ein Wort entbehrlich ist, an denen ich mich schütze, indem ich mich nicht schütze. So entsteht viel freier Raum. Schreibraum.

Zum Abschied halte ich ihm die Hand hin, doch er ignoriert sie, sein blasses Gesicht wird rosa, kommt meinem näher, so dass es verschwimmt. Er beabsichtigt einen Bise-bise-Abschied wie unter Freunden, bei dem ich nie weiß, welche Seite zuerst, ein Angebot, das mich irritiert, denn wir kennen uns nicht! Verspricht, dass er meine Texte lesen wird, „jetzt habe ich endlich mehr Zeit“, die ich ihm vor einigen Tagen geschickt hatte, was mir in dem Moment völlig entfallen und gleichgültig war, was mir peinlich ist, was soll er mit jenen Texten, aus denen ich so peinlich ungeschützt spreche, ein harter und ein weicher Text, die nichts mit ihm zu tun haben außer der Tatsache, dass auch er Texte schreibt. (Andererseits bin ich froh, dass in den Texten nicht von Berührung zwischen Mann und Frau die Rede ist, dass sie ein ganz anderes "Thema" behandeln, weil sie ein Vorwand waren, oder sind, fadenscheinig, zur Kontaktaufnahme, eine für mich typische Aktion, wahrscheinlich auch ein Test, ich weiß nicht, warum ich so etwas immer wieder versuche: Jemandem näher kommen mit meinen Texten. Es funktioniert ja nicht, selbst wenn jemand meinen "Test" besteht, wofür ich gar keine Bewertungskriterien habe.)

Ich spüre seine unrasierte heiße Wange an meiner, frage mich unwillkürlich, ob ihm das Weiche gefällt oder das Harte, mache eine unfertige Geste, Arme hoch und runter, die ausdrücken soll, dass er mir in keiner Weise verpflichtet sich fühlen soll, bitte nicht!, um diese Leichtigkeit nicht zu zerstören, die nur dann erhalten bleibt, bilde ich mir ein, wenn die Schwere lauert, ohne dass wir ihr nachgeben. Ein Balance-Akt wie jede Zeile. Mit meinen Lippen bringe ich heute Abend nichts Vernünftiges mehr zustande.

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birke
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Beitragvon birke » 14.04.2018, 00:00

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schriebe ich (dir) einen brief, wäre das blatt blau oder weiß, ich weiß nicht, ich blaue nicht, ich möchte nur so viel sagen, doch das alles weißt du schon längst. also lasse ich das blatt frei, genauso wie dich. und doch bleibt ihr beide bei mir, freiwillig und gern. das wort fliegt, immer dir zu. du nimmst es auf, gibst es zurück und so vermehren sie sich, unsere wörter, all die gesagten, ungesagten, geschriebenen und unbeschriebenen. du weißt schon, was ich dir sagen will. alles. und du schenkst mir dafür: dein wort, dein kostbarstes wort.
und in den sternen steht unser gedicht.

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tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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Hetti
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Beitragvon Hetti » 15.04.2018, 09:19

Ganz in blassblau. Und ich fühle mich gar nicht so alt. Wenn nur nicht das Buffett so verführerisch wäre. Mein ärgster Konkurrent. Ich werde keine Kohlenhydrate nehmen. Fragt sich aber, wo das Fleisch herkommt. Mein Magen zieht sich zusammen. Nein Wegschauen gelingt nicht mehr, ich muss jetzt immer an die arme Kreatur denken, die da vor mir auf den Platten liegt. Dann eben auch kein Fleisch. Unschlüssig umstreife ich den üppig beladenen Tisch. Salat und Championcocktail. Traumhaft. Ich muss mich optimieren. Falsch, ich will bewusster leben. Ja wirklich. Glaube mir mein liebes Es. Ich wünsche keinen Widerspruch. Erstmal ein Glas Wein. Und etwas Quark. Siehst du. Geht doch.

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Zefira
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Beitragvon Zefira » 02.06.2018, 00:15

Max ist über siebzig, klein, rundlich wie ein Gartenzwerg und ebenso heimelig-humorvoll. Wenn man ihn fragt, warum er Geschichten schreibt, antwortet er, er habe schreiben gelernt, weil er nicht richtig sprechen könne. Vielleicht war er einmal Stotterer. Ich mag nicht weiter fragen.

Max ist Hobbyautor. Er schreibt keine erfundenen Geschichten, sondern erzählt aus seinem Leben. Am liebsten aus den späten sechziger Jahren, als das Leben ein einziger Jux war. Er sei einmal zelten gegangen mit zwei Freunden. Sie hätten zu dritt in einem Zweimannzelt gelegen, das sei sehr eng gewesen, weil er sein dickes Federbett mithatte; er habe doch keinen Schlafsack besessen. Sie seien mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, und einer seiner Freunde mit dem Moped. Im Wald hätten sie gezeltet.
„Es war furchtbar eng in diesem Zelt, und dann hatte mein Freund Angst, jemand stiehlt in der Nacht sein Moped. Irgendwann ist er im Dunkeln aufgestanden und hat versucht, das Moped auch noch ins Zelt hereinzuholen.“
Ich: „Warum hat er das Moped nicht an seinem Arm festgebunden? Mit einer Zeltleine zum Beispiel? Die sind reißfest.“
Ich sehe, wie die Idee in Max arbeitet. Er stellt sich vor, wie mitten in der Nacht sich ein Dieb anschleicht und das Moped startet, um davonzufahren. Mit einem Ruck wird sein Freund wach, und ehe er richtig kapiert hat, was vorgeht, reißt es ihn auch schon aus dem Zelt. Nur wenige Meter weit wird er mitgeschleift, dann bleibt er an einem Baum hängen. Das Moped rast davon. Der abgerissene Arm schleppt an der Zeltleine hinterher.

Max ist nie aus der Rhön herausgekommen. Er lebt in einer Kate in der Gegend von Poppenhausen und schreibt regionale Geschichten. Jetzt hätte er die Gelegenheit, der Stephen King der Rhön zu werden. Sein Freund hängt an einem Baum fest, ein Arm weg, aus der Schulter stehen weißliche Knochenspitzen, das Blut strömt. Die nächste Ansiedlung ist mindestens zwanzig Kilometer entfernt; Handys gibt es nicht, wir sind in den Sechzigern. Max‘ anderer Freund strampelt auf dem Fahrrad davon, Hilfe zu holen. Max versucht, eine Aderkompresse anzulegen, so gut es geht, und holt sein Schreibheft aus dem Rucksack. Jetzt hat er die Gelegenheit.

Meistens schreibt Max aber Geschichten über entlaufene Hühner, oder wie er einmal bei einer Wanderung Rauschbeeren gegessen hat. Kürzlich hat er mir erzählt, dass er eigentlich gar nicht mehr schreibt. Auch das Sprechen habe er fast ganz aufgegeben, obwohl er es inzwischen ganz gut beherrscht.
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyu Sojun)

Klara
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Beitragvon Klara » 24.06.2018, 15:24

Dies kann ich so nicht stehen lassen, Max. Mein Freund heißt Moritz und weiß nichts von dir und dass ich dir, hätt' ich nur einen Zahn, ihn dir schenken würde, vielleicht.
Moritz ahnt nichts und wird auch nichts ahnen, er hilft mir nur leicht durch die Zeit, solange es geht.
Mein Moritz.
Was hältst du davon, Max?
Fühlst du dich sicher mit mir ohne mich?

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Mucki
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Beitragvon Mucki » 31.07.2018, 18:11


Kennst du das? Du denkst ein Wort oder besser gesagt: du willst ein Wort denken, doch du bekommst es nicht hin. Je schneller du es denken möchtest, um so weniger gelingt es dir. Hat dieses Wort mehr als zwei Silben, wird es noch schwieriger. Ablenkung von außen macht es unmöglich. Du verzweifelst, denkst, dass das doch nicht sein kann, dass du xxx nicht denken kannst. Und dann lachst du, weil du es gerade gedacht hast. Das bedeutet: dieses Wort braucht seinen eigenen Raum, es lässt sich nicht direkt denken. Es ist unantastbar, weil es so wertvoll ist. Es hat seine Würde, ist edel und stolz. Es ist ein Mantra, hat eine Aura, ist pure Energie.
Dir ist die Macht dieses Wortes sehr wohl bewusst. Deshalb willst du es ja denken. So schenke ihm den Raum und denke es mit Bedacht und langsam. So wird es dein.

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Hetti
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Beitragvon Hetti » 16.08.2018, 16:54

Das Landschaftszimmer, liebevoll gestaltet mit Grasland, Weißdorn und Schlehenbusch. Die Storchendame hat sich eingerichtet, Küche, Vorratskammer und Wohnraum. Hier bin ich zu Hause, verrät ihr stolzer Gang. Auf hohen Stelzen stehend, blickt sie weit dahin, senkt den Kopf zwischen Halme und sortiert das Leben neu.

Klara
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Beitragvon Klara » 16.02.2019, 14:25

Existenz
Früher hatte man dieses altmodische Wort Betrachtung, das meint: genau hinschauen und lange hinschauen. Immer durch dieselben Straßen gehen und warten, bis man etwas entdeckt. (...) Zu Beginn mag es langweilig sein, weil man es nicht beherrscht. Später kann man erfahren, daß Geist in der Welt ist. Immer die gleiche kleine Menge. (Ilse Aichinger)


Im Café. Eine runde junge Frau, schwarze Jacke, schwarzer abgenutzter Rucksack mit eddingweißen Peace-Zeichen, schwarze Jogginghose, helle Turnschuhe, dunkle Haare, dicke Brille spricht mich mit heftigem Lispeln an: Ob ich eine ihrer Postkarten haben möchte? Ich frage nach dem Preis. Drei Euro. Kitschige Motive, zu denen mir keine Verwendung einfällt. „Alles Liebe“ in erhöhten goldenen Buchstaben mit einer erhabenen lila Blume. „Herzlichen Glückwunsch“ mit Glitzerglanz. Ihr Schweißgeruch ist stark, aber nicht unangenehm. Im Moment brauche ich keine Postkarte, sage ich. Sie wünscht mir einen schönen Tag und drängt sich weiter. Ich sehe, wie sie Absagen kassiert, freundlich aber bestimmt sagt ein Gast nach dem andern Nein, schüttelt den Kopf, schaut sich ihre Werke nicht an. Meine Augen füllen sich mit diesen Tränen eines Berührtseins, das ich nicht immer vermeiden, nicht töten kann, denn es ist da, lauert auf meine Unaufmerksamkeit, damit ich ihm nachgebe, denn etwas in mir ahnt oder weiß, dass es im Grund richtig ist, sich berühren zu lassen. Wo bin ich, und wer, wenn ich mich verschließe? Nicht existent. Wenn ich das Berührtsein zulasse, fühle ich, dass jeder Moment und jeder Mensch etwas Besonderes ist, der meine Aufmerksamkeit verdient – obwohl „verdient“ ein falsches Wort ist, doch mir fällt kein besseres ein. Ich winke sie zurück. Sie freut sich, quetscht sich zu meinem Tisch, streift dabei einen Zeitungsverkäufer in dem engen Raum, gibt mir ihre Karten zur Ansicht. Sie erklärt, wie sie sie herstellt. Sie mache alles selbst außer der Schrift – die schneide sie aus und klebe sie drauf. Ihre Offenheit besiegt mich. Nun kramt sie auch die schon überholten Valentinstags-Motive aus ihrem Rucksack. Rote Herzen und lächelnde Gesichter. Isie macht den Eindruck, dass sie gern über ihre Arbeit spricht. Und dass sie glücklich ist. Zuversichtlich. Als wäre alles in Ordnung und das Leben okay. Die drei Euro pro Karte scheinen weniger wichtig zu sein als die Informationen zum Werk - der Austausch. Ich schaue nur flüchtig und wähle die lila Blume mit „Alles Liebe“. Sie wechselt flink bei der Kellnerin den Zehn-Euro-Schein. Ich weiß nicht, ob ich mich beim Kauf ihrer Postkarte, die ich nicht leiden kann, gut fühle oder schlecht oder beides. Ob ich überheblich bin, weil ich etwas aus einem vagen Mitgefühl heraus erwerbe, damit sie nicht abgewiesen das Café verlässt. Ob meine Unehrlichkeit gerechtfertigt ist. Sie verabschiedet sich, schenkt der Kellnerin zwei Karten. Auch ich verlasse bald nach das Café, sehe den großen, alten, stinkenden Mann mit dem verschlissenen Tarnfarbenmantel, dem weißen Bart, den schweren Plastiktaschen, die seine Arme zu Boden ziehen. Neulich stand er an der S-Bahntreppe und wirkte, als würde er gleich starten, oder sterben. Er stand lange und schaute, und ich drängte mich an ihm vorbei, wollte schnell weg, mein schlechtes Gewissen drückte, oder die Neugier, ich drehte mich nach ihm um, aber wollte mich nicht hineinziehen lassen in meine Phantasien von Unglück und verschloss mein Herz und existierte nicht. Jetzt steht er an der Straße wie eingefroren, obwohl kein Auto kommt, und scheint zu überlegen, was er da soll. Wie es weiter geht. Ich überlege, ihm zwei Euro zuzustecken, aber vielleicht will er das gar nicht. Vielleicht bettelt er nicht. Ich zögere von ferne. Da kommt er in Bewegung, überquert die Straße mit festen Schritten, biegt zielstrebig in eine Richtung ein. Vielleicht wohnt er unter der S-Bahn-Brücke, denke ich ziellos, lasse von ihm ab und fahre nach Hause, "Alles Liebe" in lila in der Tasche.

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Eule
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Beitragvon Eule » 27.03.2019, 04:41

.... ffff viel zu belesen .... :tata:
Ein Klang zum Sprachspiel.

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birke
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Beitragvon birke » 31.10.2019, 23:00

belesen, sagst du, sei ich, aber ich widerspreche und sage, beschrieben bin ich vielleicht, von dir, vom leben. du nimmst meine hand, wringst sie aus und lauter buchstaben tropfen aufs papier. siehst du, sage ich. aber deine augen sind müde. du legst bloß meine hand an deine stirn, auf dass meine gedanken in deine fließen. das sind sie doch längst, denke ich und ich liebe dich, das denke ich auch. du siehst mich an und zum letzten mal fühle ich das leuchten. ich reiche dir ein taschentuch und denke, ich gebe dir zeit. du bist geblendet von ihr, die sich deine nennt und dich mit aller macht von mir fern hält. ich weiß, dass ihr das nicht gelingt. ich lese es in jedem deiner worte, die zusammen mit meinen aufs papier fließen. lies. aus meinen händen, meinen augen. blind. und ich weiß, dass du weißt. und du weißt, dass ich weiß. so viel weißheit um unsere worte. und ein vages lächeln.
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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Klara
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Beitragvon Klara » 04.11.2019, 17:44

Meine kluge Migräne
Manchmal fliehe ich vor ihr ins Alleinsein, sonst würde ich mich leer lieben. Ich lasse mich aufsaugen vom Blick der jeweiligen Gegenwart. Vom Bedürfnis der Gegenwart, und wenn das Bedürfnis heftig genug an mir saugt, dröhnt mir der Kopf nach der Begegnung, als wollte ich ihn verlieren. Ich verschwinde darin und wünschte, dass es umgekehrt wäre: dass ich mich aufsaugte mit Gegenwart.
Es ist leichter, Bedürfnisse zu erfüllen als für die eigene Erfüllung zu sorgen. Vielleicht weil: Im Grunde bin ich die Gegenwart. Manchmal bin ich zu schwach für sie, dann entziehe ich mich, muss ich gehen, obwohl ich bleiben will, obwohl jemand da ist, in der Gegenwart, den ich küssen könnte, auf die Lippen, doch wenn ich schwach bin, muss ich meinen dröhnenden Kopf heimschleppen, dies aufschreiben. Was denn. Weiß ich nicht, nichts Schönes. Mach’s dir schön, flüstere ich zum Abschiedswangenhauch, der gleichzeitig ein Grußwangenhauch dann ist, wenn ich schwach bin. Weil ich gehen muss, um mich nicht von einer fremden Gegenwart aufsaugen zu lassen. So wie heute. Oder so wie gestern, als das Kopfweh nur dumpf war, ich also trotzdem Karten spielen ging, doch der Eisenring ums rechte Auge gesellte sich zuverlässig dazu. Das Eisen ist rostig und trotzdem glüht es. Der Eisenring ist so unlogisch wie ich. Wenn ich schwach bin, bin ich unlogisch: Dieses Glühen, das auf klirrend klare Gedanken trifft, ist schwer zu leben (aber gut zum Schreiben). Wenn ich stark bin, stimmt alles.
Da war dieser Mann, wir spielten Karten, die Freundin brachte ihn mit. Finger an Finger. Handrücken an Handrücken. Augen in Augen. Spruch gegen Spruch. Lachen um Lachen. Er sah nicht so aus, als gehörte er zu ihr, aber sie, die die Männer in Bezug auf ihre Bedürfnisse denkt, hatte ihn mitgebracht. Es war nicht zu spüren, dass sie ein Paar waren oder werden wollten. Also frage ich heute nach seiner Nummer, mache mich lächerlich, wie sich herausstellen wird, per SMS frage ich die Freundin danach, und ob er in Hamburg wohnt oder in Berlin. Sie antwortet nicht. Ich frage nochmal. ES WAR EIN WUNDERBARER ABEND, schreibt sie dann, sie sei selbst INTERESSIERT an dem, kenne ihn erst kurz. Seine Nummer gibt sie mir nicht. Auch keine weiteren Informationen.
Gestern.
Drückte der Eisenring um mein rechtes Auge, halb elf erst, zwang mich zu gehen, die Gesellschaft zu verlassen, mich aus seiner Nähe zu entfernen, ihr das Feld zu überlassen, oder: nicht länger Katalysator zu sein für die mürbe Lust der andern, denn ich blute und der Kopf drückt, und sie gibt mir seine Nummer nicht, wegen des WUNDERBAREN ABENDs. Ich bin neidisch und furchtbar ungerecht, aber ich will: SOLL ER MIR SELBST SAGEN, DASS ER SIE BEVORZUGT. Ich kann das nicht schreiben und nicht glauben. Da war doch so viel! Gegenwart! Zwischen uns! Stand da und feixte. Und nun hatte sie ihren EINEN WUNDERBAREN ABEND mit ihm, obwohl oder weil da doch was war, mit mir und mit dem, oder weil ich gegangen bin, oder obwohl, und ich gönne ihn ihr nicht, ihr, die zu geizig ist, mir seine Nummer zu geben. Denke finstere Gedanken: Wenn sie so sicher ist, dass er sie haben will, kann sie mir doch seine Nummer geben, oder? Was hat sie sich denn so. Ich will mich doch nur mit ihm unterhalten! Gucken, was da ist. Hat sie Angst vor mir oder was? Dann kann sie den doch gleich vergessen, wenn eine wie ich ihn ihr wieder wegnehmen könnte. Was will sie denn dann mit dem, kann mir doch seine Nummer geben. Ich habe ja nicht mal seinen Nachnamen! Es ist schwer erträglich, diese Missgunst in mir wühlen zu lassen und genauso wenig entfernt zu kriegen wie die Vergeblichkeit. Die Ohnmacht. Weil ich null und nichts machen kann, heilige Scheiße! Ich versuche: OK, DANN WÜNSCHE ICH DIR VIEL GLÜCK. Aber das hilft nichts. Ich schreibe nicht EUCH, denn ihnen beiden wünsche ich kein Glück, dennoch lüge ich, denn in Wahrheit hoffe ich, dass sie bald auch bei diesem merkt, dass er ihr nicht reicht. Sie schreibt kein DANKE, sie wird sich jetzt eine Weile nicht mehr melden, wird abtauchen, ich kenne das schon, merkwürdig, dass sie den überhaupt mitgebracht hat, normalerweise versteckt die ihre Männer immer. Irgendwann wird sie reden wollen. Über das Schöne und über das Blöde, und dass er es nicht gebracht hat, WUNDERBARER ABEND hin oder her.
Immerhin: NACHT hat sie nicht geschrieben, aber sie kann so perfide sein, dass ich mir manchmal nicht sicher bin, ob ich wirklich ihre Freundin sein will. Der glühende Eisenring lässt keine Wahrheit mehr durch, nur Ungerechtigkeit und Gift und, wenn auch zögerlich, ein schiefes Grinsen. Ein fieses schiefes Grinsen, aber ein Grinsen, aus dem wird fieser schiefer Text, als wäre es okay, dass es nicht okay ist.
Anderen kann ich vielleicht etwas vormachen damit, nicht jedoch mir selbst, denn ich spüre jede Liebe und jedes Wort und jede Geste, seien sie noch so flüchtig wie jede Geste, jedes Wort und jede Liebe es nun mal sind. Die Gegenwart greift nach mir, doch wenn ich zurückgreife, stoße ich gegen die Mauern, mit denen sie sich gegen die Gegenwart wappnen, also gegen mich, die über Steinbrüche stolpert und ihre eigene Mauer nicht gebacken kriegt. Sie steht mickrig, reine Konvention. Bröckelt, sobald ich den Mörtel wische, sie lacht mich aus mit kippelnden Sisyphossteinen. Klopft mir auf die Finger mit rieselndem Schutt. Eine Investitionsruine. Meine Hände sind zu schwach, mein Körper zu willig, meine Seele vergeben. Der glühende Eisenring verrät mich. Die Gegenwart verrät mich, unter all diesen Leuten, diesen Männern, mit ihrer totalen Vergangenheit, mit ihrer totalen Zukunft, mit ihren Mauern aus Trutz und Erfahrung, Mauern wie die der Freundin, die die Männer in Bezug auf ihre eigenen Bedürfnisse denkt und sie damit rasch von sich stößt, weil Männer empfangen werden wollen – nicht geprüft. Doch der Freundin reicht es nicht. Sie will mehr, sie will alles. Die unbedingte Liebe. Guter Sex genügt ihr nicht. Sie will das totale Glück forever.
Ich will das auch.
Aber ich weiß, dass ich es nicht kriege, weil man fürs Totale Glück und für die Unbedingte Liebe Kind sein muss. Der totale Eisenring um mein rechtes Auge erinnert mich glühend, obwohl ich es nie vergesse: Es ist zu spät. Ich bin Kind, ich bin total glücklich und liebe unbedingt, jedes Mal – nie forever. Die stechenden Schmerzen am Auge strahlen aus auf den armen Kopf, der nichts weiß und nichts kann, fachen die Glut an und löschen sie gleichzeitig, löschen diese Buchstaben, die auf Mauern schreiben, was kein Mensch liest: Die alltägliche Entwundung meiner Gegenwart misslingt wie ein Glas Rotwein, das jemand umstößt, aus Versehen wahrscheinlich, so dass es das weiße Tischtuch tränkt mit nur scheinbarem Blut.
Es ist Blut.
Mein Blut.


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