berlin – amsterdam

In diesem Bereich können musikalische Stücke, Klangexperimente und vertonte Texte eingestellt werden. Wichtig: Bitte unbedingt auch hier das Urheberrecht beachten!
Benutzeravatar
Elsa
Beiträge: 5267
Registriert: 25.02.2007
Geschlecht:

Beitragvon Elsa » 20.12.2008, 11:00

derweil in berlin die mauer fiel
aß ich fisch in amsterdam

zuvor riss ich die meine nieder
mit wehendem haar

obwohl es mich schnürte
zu verlassen ein kleines leben

im berliner sommer darauf erklang
the wall in mauerresten

der amsterdamer zuckerbub
war längst nicht mehr bei mir

Hören alte Fassung

Hören pur

Hören mit Tulpen

Hören mit Tulpen und Pink Floyd

Hören mit Tulpenfinale

Hören mit Tulpenintro und Finale


by ELsa
Zuletzt geändert von Elsa am 02.04.2009, 17:03, insgesamt 4-mal geändert.
Schreiben ist atmen

Benutzeravatar
Mucki
Beiträge: 26644
Registriert: 07.09.2006
Geschlecht:

Beitragvon Mucki » 20.12.2008, 13:19

Liebe Elsie,

hm, ich weiß nicht. Auch nach deiner Lesung finde ich das "wohl" nicht passend. Ich würde es weglassen und schreiben:

es schnürte mich zu verlassen
ein kleines leben


Was hast du für ein Gefühl? Für dich muss es ja stimmig sein.
Saludos
Mucki

Benutzeravatar
Elsa
Beiträge: 5267
Registriert: 25.02.2007
Geschlecht:

Beitragvon Elsa » 20.12.2008, 21:14

Liebe Mucki,

danke fürs Hören. Ich werde noch eine 2. Variante mit abgeänderter Sequenz machen,
weil ich mir auch nicht sicher bin.

Lieben Gruß
ELsie
Schreiben ist atmen

Benutzeravatar
Elsa
Beiträge: 5267
Registriert: 25.02.2007
Geschlecht:

Beitragvon Elsa » 21.12.2008, 18:19

Liebe Mucki,

ich musste zum "obwohl" der Ursprungsfassung zurückkehren, das ist einfach meins.

Lieben Gruß
ELsie
Schreiben ist atmen

Benutzeravatar
Ylvi
Beiträge: 9391
Registriert: 04.03.2006

Beitragvon Ylvi » 21.12.2008, 18:33

Hallo Elsa,

ich habe mir beide Fassungen angehört und finde die zweite wesentlich näher an dem dran, was ich erwartet hatte. Das "obwohl" passt tatsächlich (und auch inhaltlich viel besser, als das "wohl"). Sie klingt weniger gehetzt, ist in sich stimmiger, hört sich postiver, mit einem Lächeln zurückblickend an, irgendwie abgeklärter.
Das einzige, was mich völlig irritert, ist die eingespielte Musik. Vielleicht, weil ich sie nicht recht zuordnen kann und noch bei "the wall" bin (und das hört sich zumindest in meiner Erinnerung anders an .-) ). Hat sie für dich eine bestimmte Funktion?

liebe Grüße
smile

Benutzeravatar
Mucki
Beiträge: 26644
Registriert: 07.09.2006
Geschlecht:

Beitragvon Mucki » 21.12.2008, 19:21

Liebe Elsie,

Smile schreibt, sie hätte beide Fassung angehört. Ich finde gar keine 2. Hörversion?
Wichtig ist jedoch, dass du jetzt weißt, was für dich richtig ist. Und wenn du schreibst: "das ist einfach meins", dann soll es auch so sein. ;-)
Saludos
Mucki

Benutzeravatar
Elsa
Beiträge: 5267
Registriert: 25.02.2007
Geschlecht:

Beitragvon Elsa » 21.12.2008, 19:34

Liebe Mucki,

die 1. habe ich gelöscht, weil sie nicht passte :-) Wech is wech.

Liebe smile,

Danke auch dir fürs hören, und dass "obwohl" doch passt. Die Musik ist "Tulpen ais Amsterdam", ein alter Schlager, denn das LI ist trotz dieses unglaublichen Mauerfalls in Berlin mehr bei der Erinnerung an die Liebe. Das war der Sinn, der sich vielleicht nicht erschließt, wenn die Melodie unbekannt ist. *grübel*

Lieben Gruß
ELsa
Schreiben ist atmen

jondoy
Beiträge: 1356
Registriert: 28.02.2008

Beitragvon jondoy » 22.03.2009, 18:47

Hi Elsie,

diese Lesung hab ich erst heut (wieder?) entdeckt.
Ich hab den Text durch das Lesen her kennengelernt. Und jetzt vor dem Hören bin ich gespannt auf diese zweite „Erlebensebene“.
Hab mir vorgenommen, diesmal ganz kritisch deiner Stimme zuzuhören, doch ich kann dir ja eh nur meinen subjektiven Eindruck schildern.

....

mmh, Elsie, da fehlt für mich einfach noch der letzte Tick.....

Zu den ersten beiden Zeilen

Bei den ersten beiden Zeilen geht deine Stimme am Ende ganz nach oben „Fisch in Amsterdam“, der Text verschwindet zu sehr, um es als puren Eindruck zu schildern,
ich könnte mir hier am Ende eine andere Klangfarbe vorstellen; deine dunkle Stimme entfaltet in meinem „Zweistromland“ erotische Kraft, die in diesem ersten Absatz allerdings nichts zu suchen hätte, nach meinem Hörempfinden wäre auszuprobieren ein Tonfall in der mittleren Tonlage, aber dann stimmt das ganze Konzept nicht mehr, du fängst ja dunkel an.....


Zum zweiten Absatz

Ich kann sehr gut verstehen, warum du dieses „wehenden“ genau so aussprichst und nicht anders, die Betonung des nachfolgenden „Haar“ wirkt auf mich allerdings m.E. einen Tick zu künstlich, sie ist zu sehr der Konvention des deutlichen Verstehens geschuldet,

zum dritten Absatz
da kommt für mich sehr gut rüber, wovon du da sprichst, besonders dieses „schnürte“ ist eindrucksvoll plastisch „erzählt“.....

zu den beiden letzten Absätzen

was die beiden letzten Absätze anbelangt, das ist Geschmacksache.
Die Musik bezieht sich nach meinem Empfinden auf Amsterdam und nicht auf Berlin, in dem Moment, wo sie einsetzt, bin ich aber gedanklich noch in Berlin.


PS (quasie ein Nachtrag, hab erst jetzt die Kommentare gelesen):
Die Idee, Musik als Stimmulation einzusetzen, um den Leser „auf andere Gedanken“ zu bringen, find ich ja sehr gut.
Mich erinnerte die hierfür eingesetzte Melodie allerdings an „Zirkus“, ich hätte nicht erkannt, dass es die Melodie „Tulpen aus Amsterdam“ ist. Jetzt erkenn ich erst durch deinen letzten Kommentar die Schwierigkeit der Aufgabe. Obwohl das Lyrische Ich von Berlin erzählt, summt in seinem
Hinterkopf immer noch „die Melodie“ der vergangenen Tage in Amsterdam. Das ist authentisch. Doch an der Gelungenheit der Umsetzung hege ich Zweifel. Um es überzogen auszudrücken, es nimmt mir dem Text nimmt die "verspielte Tiefe", weil es mit einem Klischee „untermalt“ wird. Das gleiche wäre auch mit der Musik „The wall“ der Fall gewesen.
Eine Musik, die nach Verliebtsein und Wildheit in Amsterdam klingt, durchaus auch mit einem nostalgischen, vielleicht bluesigen Touch, welchen den Hörer schon während des Hörens der Worte „im berliner sommer darauf erklang the wall in mauerresten“ unbewusst an Amsterdam denken lässt, ihn also "entführt" *grins*.....mmh,
für „Tulpen aus Amsterdam“ spricht, dass dies die meisten Hörer kennen, gegen „Tulpen aus Amsterdam“ spricht für mich subjektiv persönlich, dass es bei mir nicht funktioniert hat, ich hab die Melodie nicht erkannt obwohl ich sie kenne und ich frag mich auch, warum ich sie nicht erkannt habe, vielleicht habe ich sie deshalb nicht erkannt, weil in der Melodie „Tulpen aus Amsterdam“ die Wildheit (keine Ahnung Verwegenheit) (der vergangen Tage) ihre Stimme verliert. In dieser Melodie hätte ich nicht das Temperament der Zeit in Amsterdam wiedererkannt, die für mich aus den ersten Zeilen spricht, grad auch für dieses gegensätzliche „Pendant“ Berlin – Amsterdam, dass mir an diesem Text so gefällt.

...wie man sich doch mit einem Text beschäftigen kann *grins*.

Gruß,
Stefan

Benutzeravatar
Elsa
Beiträge: 5267
Registriert: 25.02.2007
Geschlecht:

Beitragvon Elsa » 23.03.2009, 22:57

Lieber Stefan,

Innigen Dank für dein genaues Hören und deine Überlegungen, Reflexionen, Ideen. :blumen:

Find ich ganz superfein, mir so viel zeit zu widmen. Ich bin kurzum auch nicht recht zufrieden mit dem Ergebnis. Ich werde deine Zeilen wirken lassen und dann eventuell einen nächsten Versuch starten dazu!

Herzliche Grüße,
Elsie
Schreiben ist atmen

Lydie

Beitragvon Lydie » 24.03.2009, 08:37

Liebe Elsa,

Ein sehr schönes Gedicht. Mein Stolperstein:

obwohl es mich schnürte

Da muss ich an Mieder und Schneewittchen denken, was Mieder/nieder anklingen könnte, aber sprachlich ist es holprig für mich. "Ich riss meine Mauer nieder obwohl es mich schnürte".

Hat es einen nicht aufgebbaren Sinn? Ich meine, ich sehe schon, vermutlich ein "die Kehle zusammenschnüren" oder so etwas? Trotzdem. Es ist mein Stolperstein.

Ja, und die Lesung, wieder beeindruckend, aber in der Tat nicht ganz so innig eins von Wort und Stimme wie bei "immer und immer". Auch da, etwas holpriger.

LG

Lydie

Benutzeravatar
Elsa
Beiträge: 5267
Registriert: 25.02.2007
Geschlecht:

Beitragvon Elsa » 24.03.2009, 09:26

Liebe Lydie,

Danke schön fürs Hören :-)

Mieder ist schon richtig, auch wenn außerdem die Kehle gemeint ist.
Die Kehle aus Abschiedsgefühlen, die Taille, weil LI eben im Korsett der
vermeintlichen Spießigkeit steckte daheim.

Ich werde bestimmt (bei Zeit) eine neue Fassung versuchen.

Lieben Gruß
ELsa
Schreiben ist atmen

Benutzeravatar
leonie
Beiträge: 8896
Registriert: 18.04.2006
Geschlecht:

Beitragvon leonie » 25.03.2009, 15:00

Liebe Elsa,

ich war auch erstaunt über die Musik und habe sie erst durch deinen Hinweis "erkannt". Man erwartet "The Wall", weil Du das direkt vorher liest.
Die Musik früher einspielen? Sie würde für mich gut zu den ersten Strophen passen.

Deine Stimme ist einfach schön. Hier ist sie ganz weich, finde ich. Und dieser Wiener Akzent. Ich hätte "Amsterdam" auf der letzten Silbe betont, aber so klingt es charmanter.

Gern gehört.

Liebe Grüße

leonie

Benutzeravatar
Elsa
Beiträge: 5267
Registriert: 25.02.2007
Geschlecht:

Beitragvon Elsa » 25.03.2009, 23:24

Liebe Leonie,

danke fürs hören und melden :-)

Hm, das wäre eine Idee, früher einspielen, wenn es um Amsterdam geht. Ich werde es probieren.

Tja, die WIener betonen es so rum. Und vielen Danke fürs Stimmenlob. *strahl* Trotzdem vermute ich, ich kann den Text besser.

Lieben Gruß
ELsa
Schreiben ist atmen

Benutzeravatar
Elsa
Beiträge: 5267
Registriert: 25.02.2007
Geschlecht:

Beitragvon Elsa » 26.03.2009, 12:53

Lieber Stefan

Ich habe da jetzt ein bisschen herumprobiert mit weiteren Fassung, aber zu deiner Enttäuschung vielleicht, konnt ich mich *noch* nicht trennen von den Tulpen.

Ich habe sie allerdings woanders platziert und den Text neu eingesprochen.

Nun gibt es 3 weitere Versionen.
Eine nur ich
Eine ich und Tulpen
Eine ich und Tulpen und Another Brick In The Wall

(alle oben eingefügt)

Keine Ahnung mehr, was davon nun funktionieren könnte, daher hoffe ich auf dein erneutes Hören und bedanke mich schon jetzt sehr dafür.
Vielleicht entsteht daraus ja dann eine 4., die wirklich trifft?

:-)

Lieben Gruß
ELsie
Schreiben ist atmen


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast