meine Gedichte sind
innere Zimmer
die ich nicht abschließe
denn: wer mir nahe kommt
den muss ich nicht riechen
ich kleide mich täglich anders
in Worte – verschwenderisch oder karg
von Sandpapieren geschliffen oder
voll blumiger Pracht
niemand spricht mir hinein
wenn ich fremde Gedichte lese
erkenne ich: mein Wortschatz
passt in einen einzigen Koffer
den kleinen
für höchstens zwei Nächte
ich rolle ihn scheppernd
über buckeligen Asphalt
leichtes Gepäck mit Buchstaben
in Schatullen gebettet oder
eingeschlagen in Fettpapier – je nachdem
ich setze mich in mein Abendzimmer
gebe Geheimnisse preis – tilge sie wieder
manches verziere ich mit verliebter Hand
dann plötzlich der Blitz der Ideen frisst
und gebiert: Gebilde, Gebäude, ein Raum ein Reim
Raumzeit
Amanita hat geschrieben:... sind ja eigentlich meilenweit weg.
Sollen die Worte "nicht riechen" darstellen, dass die Leser meilenweit weg sind? Das ist schwer zu begreifen, finde ich, weil "Nichtriechen" nicht automatisch "Ferne" bedeutet. Ich würde darauf nicht kommen. "Nichtriechen" kann auch Ekel an einem nahen Körper darstellen. Oder Nasenprobleme durch Schnupfen :-) Die Sinnlichkeit für die Ferne, die Du meinst, ist in dieser Strophe nicht spürbar, meine ich.
Nein, "Sinnlichkeit der Ferne" nicht. Die Menschen kommen dem Dichter, der Dichterin nah, aber auf eine "abstrakte" oder einseitige Weise. Für "mich" eben völlig unsinnlich (was manchmal gut ist). Das dichtende Ich will, braucht die Einsamkeit, öffnet sich aber gleichzeitig.
gefällt mir sehr!
zur besagten stelle, ja, das könnte missverständlich sein, vllt statt "riechen" eher "sehen"? oder aber/ und ein "können" ergänzen?
"... muss ich nicht riechen/ sehen können"
sodann die "inneren zimmer" - sind nicht zimmer immer - von der sache her - "innen"?
feines bild vom "wortschatz, der in einen kleinen koffer passt", das denke ich manchmal auch... aber das ist eben das wesentliche, das andere ist schon auch vorhanden ;)
ein sehr schönes gedicht!
lg, birke
zur besagten stelle, ja, das könnte missverständlich sein, vllt statt "riechen" eher "sehen"? oder aber/ und ein "können" ergänzen?
"... muss ich nicht riechen/ sehen können"
sodann die "inneren zimmer" - sind nicht zimmer immer - von der sache her - "innen"?
feines bild vom "wortschatz, der in einen kleinen koffer passt", das denke ich manchmal auch... aber das ist eben das wesentliche, das andere ist schon auch vorhanden ;)
ein sehr schönes gedicht!
lg, birke
ja! bisschen viel "meine" nur ;) klar sind es deine zimmer, da könnte "meine" aus meiner ;) sicht entfallen. vllt auch "in meine gedanken"?
(sehr schöne erste strophe so oder so!)
(sehr schöne erste strophe so oder so!)
ach, die zimmer sind schon sehr schön als bild. und ja, die anderen "meinen" empfinde ich auch als stimmig und nötig.
ach so, ja, gut 

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