beim wäsche aufhängen
erwog ich
ein gedicht zu schreiben
und dann dachte ich an dich
an deine sorge
an deinen wortgesang
und ich dachte mir
die worte rund
und rund am himmel der mond
besänftigt die menschen
durch die wäsche fährt
ein scharfer wind
("doch" vor "durch die wäsche fährt" gestrichen/ "sorge" statt "sorgen")
/beim wäsche aufhängen/
Zuletzt geändert von birke am 29.11.2015, 14:55, insgesamt 2-mal geändert.
liebe birke,
mit dem ende gehts mir ähnlich wie amanita, es enttäuscht mich - das liegt aber nur am "scharf"en, das mich langweilt - unter streichung dieses einen wortes fände ich das ende fein.
zweiter punkt der mir nicht einleuchtet: die verbindung von "wäsche aufhängen" und "am himmel der mond" - ersteres stelle ich mir schwerlich nachts bei mondlicht vor, und wiewohl der mond auch tagsüber sichtbar am himmel stehen kann, glaube ich nicht, dass er diesfalls "die menschen besänftigt". (was mir als trockene tell-aussage erscheint, aber ok)
ansonsten gern gelesen (ja das "erwog" beim "wäsche aufhängen" ist in diesem text essenziell), und ja "deine sorge" ist bisschen sehr unspezifisch, aber dann wird ja die ausdrucksebene "wortgesang" nach vorne gestellt, finde ich gut. "rund / und rund" macht mich bisschen nachdenklich, aber ok auch hier. (dieses flapsige, sich objektiv/wertend gebende 'aber ok' bedeutet nur ganz subjektiv, dass ich beim lesen an diesen stellen zwar leicht irritiert/skeptisch innehalte, aber nicht aussteige)
variante:
beim wäsche aufhängen
erwog ich
ein gedicht zu schreiben
und dann dachte ich
an deine sorge
deinen wortgesang
und dachte mir
die worte rund
weil rund am himmel der mond
besänftigt die menschen
und durch die wäsche fährt
ein wind
runde grüße.
mit dem ende gehts mir ähnlich wie amanita, es enttäuscht mich - das liegt aber nur am "scharf"en, das mich langweilt - unter streichung dieses einen wortes fände ich das ende fein.
zweiter punkt der mir nicht einleuchtet: die verbindung von "wäsche aufhängen" und "am himmel der mond" - ersteres stelle ich mir schwerlich nachts bei mondlicht vor, und wiewohl der mond auch tagsüber sichtbar am himmel stehen kann, glaube ich nicht, dass er diesfalls "die menschen besänftigt". (was mir als trockene tell-aussage erscheint, aber ok)
ansonsten gern gelesen (ja das "erwog" beim "wäsche aufhängen" ist in diesem text essenziell), und ja "deine sorge" ist bisschen sehr unspezifisch, aber dann wird ja die ausdrucksebene "wortgesang" nach vorne gestellt, finde ich gut. "rund / und rund" macht mich bisschen nachdenklich, aber ok auch hier. (dieses flapsige, sich objektiv/wertend gebende 'aber ok' bedeutet nur ganz subjektiv, dass ich beim lesen an diesen stellen zwar leicht irritiert/skeptisch innehalte, aber nicht aussteige)
variante:
beim wäsche aufhängen
erwog ich
ein gedicht zu schreiben
und dann dachte ich
an deine sorge
deinen wortgesang
und dachte mir
die worte rund
weil rund am himmel der mond
besänftigt die menschen
und durch die wäsche fährt
ein wind
runde grüße.
Hallo Aram,
heißt das, Du warst enttäuscht, weil das Ende hart statt weich war? Weil das Happy End fehlt?
Ich finde, in Deiner Variante, ohne diese Schärfe, dreht sich das Schlussbild geradezu ins Gegenteil: nicht nur auf der Härteskala, auch auf der Heiterkeitsskala, denn so flau erinnert mich das eher an Flatulenz :-)
(Das liegt natürlich an der Kombination mit "durch die Wäsche fährt".)
Ahoy
P.
heißt das, Du warst enttäuscht, weil das Ende hart statt weich war? Weil das Happy End fehlt?
Ich finde, in Deiner Variante, ohne diese Schärfe, dreht sich das Schlussbild geradezu ins Gegenteil: nicht nur auf der Härteskala, auch auf der Heiterkeitsskala, denn so flau erinnert mich das eher an Flatulenz :-)
(Das liegt natürlich an der Kombination mit "durch die Wäsche fährt".)
Ahoy
P.
Pjotr hat geschrieben: heißt das, Du warst enttäuscht, weil das Ende hart statt weich war? Weil das Happy End fehlt?
hallo pjotr, nein, ich lese dieses ende nicht weich oder happy, sondern offen mit tendenz ins bedrohliche.
"und durch die wäsche / fährt ein wind" ist für mich aus der abschließenden wendung zum vorangehenden heraus schon ausreichend scharf, ich assoziere 'wind of change'.
während ich "scharfer wind" als unnötig aufgedrückt, bemüht empfinde.
.-)Pjotr hat geschrieben: diese nun flaue Variante erinnert mich eher an Flatulenz :-)
Zuletzt geändert von aram am 09.12.2015, 03:40, insgesamt 1-mal geändert.
Aha. Aber das "bedrohliche" vermisse ich in Deiner Variante; vielleicht ist der nackte "Windbegriff" allein zu schwach.
Vielleicht den Begriff selbst durch einen bedrohlicheren ersetzen?
Durch die Wäsche fährt ein Schirocco :-) (Oder was auch immer für einer. Dummerweise gibts einige dieser Ströme auch als Auto ...)
Apropos "tu etwas mond an das ..." und "Wäscheaufhängen" ...
"Moonlight washing line": https://youtu.be/qzpiTYirLzM
Ich schweife ab ...
Vielleicht den Begriff selbst durch einen bedrohlicheren ersetzen?
Durch die Wäsche fährt ein Schirocco :-) (Oder was auch immer für einer. Dummerweise gibts einige dieser Ströme auch als Auto ...)
Apropos "tu etwas mond an das ..." und "Wäscheaufhängen" ...
"Moonlight washing line": https://youtu.be/qzpiTYirLzM
Ich schweife ab ...
Zuletzt geändert von Pjotr am 09.12.2015, 03:43, insgesamt 1-mal geändert.
Ja, aber der "wind of change" kann auch etwas erfreuliches bedeuten; er muss nicht notwendig bedrohlich sein. Vorausgeht ein Gedanke des Besänftigens. Wird durch den Wind dieses Besänftigen nun flau erwärmt, oder hart durchschnitten? Die genaue Bedeutung kann ich in Deiner Variante nicht herauslesen.
durch die tücher
schneiden winde
durch die tücher
schneiden winde
du hast recht das hab ich ganz schlecht ausgedrückt (hooooffentlich kriegen wir die scorpions wieder raus ausm denksystem.-) ich meinte wind steht (allgemein) für veränderung.
und welche art veränderung hier angesprochen ist, ergibt sich für mich aus 'sorge'.
'wind' stünde in diesem text somit für zwei gegensätzlich zu bewertende dinge: einmal gutes/schnelles trocknen der wäsche, und einmal veränderung im kontext von etwas sorgenvollem. diese ambivalenz finde ich fein und kann sie im literarischen sinn fein genießen, "scharf" überwürzt sie mir.
und welche art veränderung hier angesprochen ist, ergibt sich für mich aus 'sorge'.
'wind' stünde in diesem text somit für zwei gegensätzlich zu bewertende dinge: einmal gutes/schnelles trocknen der wäsche, und einmal veränderung im kontext von etwas sorgenvollem. diese ambivalenz finde ich fein und kann sie im literarischen sinn fein genießen, "scharf" überwürzt sie mir.
Pjotr hat geschrieben:"Moonlight washing line": https://youtu.be/qzpiTYirLzM
mensch pjotr was haust du hier für hämmer rein.-o ...mit soner stereoauflösung hab ich den klassiker noch nie gehört, kommt am notebook gut.
..schön dass dir moonlight washing line hier eingefallen ist. obwohl auch der arnold keine wäsche bei mondschein aufgehängt hat, sondern selektiv abgenommen .-)
..unter den dümmlichen kommentaren auf der facebookseite eines rechtspopulistischen politikers, der demnächst auch noch an die macht kommen wird in ö, ist auch einer, wo jemand der unabhängig von belichtungsfragen auch nicht gut deutsch konnte schrieb: "haider starb den mehrtürertod".Pjotr hat geschrieben:Durch die Wäsche fährt ein Schirocco :-)
Ich schweife ab ...
so jetzt reichts aber ich sag nix mehr und verlinken tu ich den schrott auch nicht. gut nacht.
danke, aram für deine ausführliche beschäftigung mit dem text, und pjotr ebenfalls, sehr anregende diskussion!
ein paar gedanken dazu:
die „schärfe“ (oder etwas anderes; vielleicht auch "kalter"??) muss unbedingt bleiben. nur „wind“ wäre mir viel zu beliebig. ich halte meine texte gern möglichst offen, aber hier braucht der text für mich die spezifizierung des windes unbedingt.
und – zum mond und dem wäscheaufhängen im mondschein *g* (was ja durchaus möglich wäre
): was aber, wenn der hier nur in den gedanken des lyrichs auftaucht? und wenn vielleicht gar nicht der mond selbst besänftigt, sondern vielmehr der gedanke daran?
lg
birke
ein paar gedanken dazu:
die „schärfe“ (oder etwas anderes; vielleicht auch "kalter"??) muss unbedingt bleiben. nur „wind“ wäre mir viel zu beliebig. ich halte meine texte gern möglichst offen, aber hier braucht der text für mich die spezifizierung des windes unbedingt.
und – zum mond und dem wäscheaufhängen im mondschein *g* (was ja durchaus möglich wäre
.gif)
lg
birke
im text ist die gedankenebene ja explizit ausgeführt bis unmittelbar vor den mond-satz, mit dem sie nicht weitergeführt wird. das weist auf einen perspektivwechsel an dieser stelle, der gegen eine solche deutung spricht - warum sonst wechselt hier die aussagesform? - genau aus diesem grund hab ich in meiner variante 'weil' geschrieben, um den wechsel aufzulösen und den satz in die gedankliche reflexion mit reinzunehmen.birke hat geschrieben:was aber, wenn der hier nur in den gedanken des lyrichs auftaucht?
Zuletzt geändert von aram am 09.12.2015, 14:50, insgesamt 1-mal geändert.
was aber, wenn der hier nur in den gedanken des lyrichs auftaucht? und wenn vielleicht gar nicht der mond selbst besänftigt, sondern vielmehr der gedanke daran?
Ich habe das Gedicht nie anders gelesen als so.
Als Tatsache zu behaupten, dass der Vollmond (=rund) die Menschen besänftigt, wäre recht gewagt. Bei vielen ist bekanntlich das Gegenteil der Fall. Ich denke, dass der Mond nur in der Vorstellung des Wäsche aufhängenden Ichs diese Macht hat.
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
(Ikkyu Sojun)
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
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