ende der fahnenstange

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 18.04.2012, 22:54



ende der fahnenstange


werbung greift nicht mehr
unter dem täglichen schälen
wird nichts mehr geboren
was kümmert mich der tote fuchs
am straßenrand

gestern ist morgen
im hier und jetzt
bilden sich die ringe nur langsam

die sprache auf halbmast
flattrig und ausgefranst
manchmal sage ich
verloren
und dann weiß ich
dass ich gewonnen habe
weil es noch "manchmal" gibt

Mucki
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Beitragvon Mucki » 17.05.2012, 19:37

Hallo Niko,

hier empfinde ich auch viel Resignation und eine "Alles-Egal-Haltung" des LI.
Aber es gibt zumindest einen Hoffnungsfunken am Schluss.

Liebe Grüße
Gabi

Niko

Beitragvon Niko » 17.05.2012, 20:51

schade auf der einen seite, gabriella, dass du soviel resignation erkennst. aber ich glaube, das resignation nicht das richtige wort ist. es ist "arbeit". an dem was ist, an dem, was eventuell sein wird und auch an dem, was nicht sein wird. manchmal überwiegt das eine, manchmal das andere. bei überschwang fällt mir schreiben generell schwer. ich schreibe also meist, wenn mir was durch den kopf geht, bei ernsten gedanken, oder auch, wenn es mir scheiße geht. da fallen die worte leicht. ein limerick hingegen ist wirklich viel arbeit!
und - hoffnung gibt es immer. und ich hab ne menge davon. und das lyrich auch ;-)

liebe grüße: niko

Mucki
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Beitragvon Mucki » 17.05.2012, 20:59

Hallo Niko,

es geht mir da genauso wie dir. Ich kann am besten schreiben, wenn es mir scheiße geht.
Doch das, was du da beschreibst, erlese ich nicht aus deinem Gedicht? Schon der Titel stimmt mich in diese "resignative" Stimmung ein.

Liebe Grüße
Gabi


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