ZEIT

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
brightlight
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Beitragvon brightlight » 13.06.2022, 23:01

Ein jeder denkt er hat so viel Zeit, "Das Leben ist so lang, so groß und so weit"!
Doch jedes Jahr in dem ich älter werde, vergeht schneller als das Vergangene und an jedem Tag, der vergeht halte ich fest.
Stunden und Minuten wollen mir nicht helfen den Moment fest zu halten und die verdammten Sekunden vergehen ohne wenn und aber, als hätten sie niemals existiert.
Aus jedem Tag will ich ein etwas mitnehmen, ein Stück Vergangenes, ein Stück gemeinsam verbrachte Zeit und am liebsten ein Stück Liebe.
Ich bekomme das Gefühl, dass die Zeit mir das gibt was ich brauche und mir das nimmt wofür ich im Endeffekt keine Verwendung habe.
Die Gedanken die in meinem Kopf schwirren, machen es schwer im Moment zu leben und die Zeit wirklich wahr zu nehmen, im Jetzt zu leben ist mir der sehnlichste Wunsch, aber die Vergangenheit hat doch gerade erst begonnen oder hört sie nun für immer auf?[/font]

Nifl
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Beitragvon Nifl » 16.06.2022, 17:02

Die Zeit ist ein bisschen wie der Tod, jeder Mensch ist ihr ausgeliefert und muss sich irgendwann damit beschäftigen.
Ab wann läuft sie ab? Oder läuft sie auf? Schöne Betrachtungen. Besonders hat mir die Schwäche des Protags gefallen, den Moment nicht fassen zu können, das ist schön ehrlich entgegen der carpe diem Predigten.
Grüße
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)

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birke
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Beitragvon birke » 17.06.2022, 13:55

momente sind schmetterlinge!

feine gedanken zur zeit. auch immer mal wieder mein thema, oder sagen wir eines, dem ich mich von allen möglichen seiten annähern möchte. indes, es fällt schwer! unfassbar, diese zeit.
an ein paar stellen möchte ich gern einhaken:

ein jeder denkt er hat so viel zeit

ich glaube nicht, dass das wirklich „ ein jeder“ denkt – hier wünschte ich mir doch eine differenzierung oder einschränkung, evtl „viele denken“ oder in der art? (ich denke auch, hier müsste der konjunktiv stehen – hätte – denn es ist ja offenbar nicht so, wie im folgenden erläutert wird.)

sodann:
jedes jahr in dem ich älter werde

gibt es denn jahre, in denen das „ich“ nicht älter wird? ;)

(und: ein paar kommata fehlen)

grüße von der birke
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

https://versspruenge.wordpress.com/

Nikolaus
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Beitragvon Nikolaus » 19.06.2022, 19:37

Für gesunde gibt es keine Krankheiten. Vielleicht die Furcht davor. Für die Lebenden gibt es keinen Tod. Man schiebt die Auseinandersetzung mit ihm (die nicht negativ sein muss) weit weg. Was wir pflegen ist die Furcht. Nicht die Furcht vor dem Tod sondern die Furcht vor dem Sterben.
Ich lese Lyrik. Das spart Zeit.

(Marilyn Monroe)


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