Komisch, dass manche Geräusche

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Klara
Beiträge: 4546
Registriert: 23.10.2006

Beitragvon Klara » 29.12.2025, 13:08

Komisch, dass manche Geräusche
nicht stören. Das Sirren
des Brillenreinigungsgerätes bei Fielmann etwa –
angenehm wie die meerige Gischt voller Möwenrufe
oder Schubladenschieben und -klappen –
wie ein Lösen, ein Ordnen,
ein Aufbruch zu neuen
Ufern

Der Kühlschrank dagegen,
wenn er murrt
oder zu explodieren droht
oder loszufahren in ein anderes Land
in eine andere Küche – der Kühlschrank
der stört, der erhält
einen missmutigen Klaps, dass er
schweigt

Aber manche Geräusche und manche Tode
die stören nicht, sondern passieren
einfach wie Passanten, wie das
Leben

Benutzeravatar
Amanita
Beiträge: 5881
Registriert: 02.09.2010
Geschlecht:

Beitragvon Amanita » 29.12.2025, 23:46

Liebe Klara, ich mag Deine Sprache hier sehr.

Klara
Beiträge: 4546
Registriert: 23.10.2006

Beitragvon Klara » 30.12.2025, 08:51

Liebe Amanita,
danke dir.
Die Sprache ist hier, so war es jedenfalls gesendet, ein bisschen klapprig, feststellend und suchend zugleich - und eigentlich gar nicht lyrisch. Wie das Herumstolpern im Alltag. Wie das Zittern vorm Jahreswechsel - was passiert diesmal? was passiert diesmal nicht? :-)
Guten Rusch!
Klara


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste