Grenzgänger

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Mucki
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Beitragvon Mucki » 07.09.2006, 13:09

GRENZGÄNGER

morbider trieb aus -
grenzt - das
du - unwillkürlich
kreuzgang zu legen - kein
gleichschritt - vergebliches
vergessen - im nabel
des wir - endloses
überschreiten - des
anderen raum - bis
an die grenzen -
los

© Gabriella Marten Cortes
Zuletzt geändert von Mucki am 05.10.2006, 12:18, insgesamt 1-mal geändert.

Maija

Beitragvon Maija » 07.09.2006, 20:05

Hallo Magic,

Musste dein Gedicht mehrmals lesen, weil es eine dichte Sprache aufweist. Dies macht mir aber ein paar Schwierigkeiten beim interpretieren. Das hier ein morbider Trieb gemeint ist, ist mir schon klar und das solche Menschen sich immer dicht an der Grenze bewegen, ist mir ebenfalls klar. Trotzdem hadere ich noch mit mir selber, weil ich weiß, dass noch viel mehr im Text verborgen ist.
Lass mir ein wenig mehr Zeit, vielleicht geht mir dann noch ein Licht an :16:

Gruß Maija

Sei WK im Club und weiter so! :blume0028:

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Beitragvon Mucki » 07.09.2006, 20:18

Maija hat geschrieben:Hallo Magic,


Hi Maija,

Musste dein Gedicht mehrmals lesen, weil es eine dichte Sprache aufweist. Dies macht mir aber ein paar Schwierigkeiten beim interpretieren. Das hier ein morbider Trieb gemeint ist, ist mir schon klar und das solche Menschen sich immer dicht an der Grenze bewegen, ist mir ebenfalls klar.


Ja, so ist es. Borderliner bewegen sich nicht nur dicht an der Grenze, sondern überschreiten sie auch immer wieder und vor allem die Grenzen des Anderen. Das ist ja die Crux beim Borderline-Syndrom.

Trotzdem hadere ich noch mit mir selber, weil ich weiß, dass noch viel mehr im Text verborgen ist.

Ja, es steckt sehr viel drin, ist ziemlich komprimiert, da hast du Recht.

Lass mir ein wenig mehr Zeit, vielleicht geht mir dann noch ein Licht an :16:


Kein Problem:-) Kleiner Tipp von mir: Es geht hier um das "Zusammenspiel" zwischen zwei Borderlinern, wie sich der 'Kampf' darstellt, sozusagen.

Gruß Maija

Sei WK im Club und weiter so! :blume0028:



Danke dir!
LG
Magic

Maija

Beitragvon Maija » 07.09.2006, 20:29

Danke für den Tipp!

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Beitragvon Mucki » 07.09.2006, 20:36

Maija hat geschrieben:Danke für den Tipp!


:daumen:

Ich möchte ja nicht, dass du dir das Hirn zermarterst, so wie der hier :12: *g*
LG
Magic

Gast

Beitragvon Gast » 07.09.2006, 22:13

Ein nur winziger Kommentar von mir, da ich unbedingt noch die Monatswahl hingekommen möchte, habe im moment viel um die Ohren

Liebe Magic,

zu Thema borderline:

ich decke

deine/meine
dunklen seiten

nicht auf

Liebe Grüße
Gerda

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Beitragvon Mucki » 07.09.2006, 22:25

Gerda Jäger hat geschrieben:Ein nur winziger Kommentar von mir, da ich unbedingt noch die Monatswahl hingekommen möchte, habe im moment viel um die Ohren

Liebe Magic,

zu Thema borderline:

ich decke

deine/meine
dunklen seiten

nicht auf

Liebe Grüße
Gerda



Bingo! Sehr treffend geschrieben! Borderliner sind die perfekten Maskenträger.
LG
Magic

Maija

Beitragvon Maija » 10.09.2006, 21:00

Ob nun Borderliner perfekte Maskenträger sind, wage ich zu bezweifeln. Da ich in unserer Familie solche Fälle hatte. Eher 'schreien' sie und man kann ihnen nicht helfen. Ein schwieriges Thema was du dir da ausgesucht hast. Ich würde etwas mehr Sorgfalt mit dem heiklen Thema anraten.

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Beitragvon Mucki » 10.09.2006, 22:11

Ob nun Borderliner perfekte Maskenträger sind, wage ich zu bezweifeln. Da ich in unserer Familie solche Fälle hatte. Eher 'schreien' sie und man kann ihnen nicht helfen. Ein schwieriges Thema was du dir da ausgesucht hast. Ich würde etwas mehr Sorgfalt mit dem heiklen Thema anraten.


Hallo Maija,

ich habe auch Borderliner in der Familie, sogar sehr extreme. Ja, es ist ein sehr heikles Thema. Ich habe jahrelang mailinglisten als Admin geführt, Borderline-mailinglisten. Glaub mir, ich weiß, wovon ich rede. Ich könnte aus dem Stehgreif ein in psychologischer als auch medizinischer Sicht, fundiertes Fachbuch darüber schreiben, leider ...
LG
Magic

Maija

Beitragvon Maija » 11.09.2006, 08:12

Liebe Magic,

Dann weißt du ja auch, dass jeder Fall eines Borderliner anders sein kann. Daran wollte ich nur erinnern. Ich kenne Fälle, da trugen sie wenig Masken, nur keiner konnte helfen.

Gruß Maija

Gast

Beitragvon Gast » 11.09.2006, 11:03

Hallo liebe Magic,
hallo liebe Maija,

Wie alle Themen, die pathologische Inhalte oder doch zumindest angrenzende beinhalten, ist es schwer mit der lyrsichen Verdichtung und Verständlichkeit besonders für auf diesem Gebiet Unerfahrene.
Borderliner können durchaus liebenswerte Menschen sein, wie andere auch.
Sie sind nicht persé Ungeheuer die immer Masken tragen müssen, um für ihre Mitmenschen erträglich zu sein.
Ich denke, ein Ungeheuer steckt in allen von uns.
Allerdings möchte ich eine Dikussion darüber hier nicht betreiben, denn hier geht es mir in erster Linie um dein Gedicht zum Thema, Magic.

Zur Sprache und Form:
Was mir auffällt, ist folgendes:
Drei Mal verwendest du das "Schlüsselwort" im Text: im Titel: Grenzgänger, im weiteren Verlauf, grenzt und grenzenlos...
Das ist mindestens 1 x zu viel ;-)
"los" kommt auch 2x vor.
Auch würde ich mir überlegen, ob es nicht besser ist, Metaphern zu verwenden,... ähnlich z. B wie in einem anderen deiner Gedichte , das "Schwarze Blatt", also anhand eines Bildes zu beschreiben, anstatt direkt mit dem Monatsthema wörtlich umzugehen.
Die vielen Gedankenstriche sind störend und kein Stilmittel.
Einen Gedankenstrich würde ich immer sehr sparsam und akzentuiert setzen.
Damit kannst du, liebe Magic nicht die Ebene des Gedichts erschaffen, die du ihm wahrscheinlich zugedacht hast.

Wie wäre ein solch ähnlicher Anfang, nur als Beispiel:

morbider trieb
errichtet unterbewusst
mauern

("m" bei morbider und mauern)

Liebe Grüße
Gerda

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Beitragvon Mucki » 11.09.2006, 11:20

Hallo Maija,

Dann weißt du ja auch, dass jeder Fall eines Borderliner anders sein kann. Daran wollte ich nur erinnern. Ich kenne Fälle, da trugen sie wenig Masken, nur keiner konnte helfen.


Ja, da hast du Recht. Ich würde sogar behaupten, dass jeder Borderliner anders ist. Dieses BDS ist derart komplex, trägt so viele Facetten, dass man nicht einmal einheitliche Erkennungsmerkmale benennen kann.
LG
Magic

Gast

Beitragvon Gast » 11.09.2006, 11:31

...und sonst zur kritik nichts :frage:

:confused: Bin gespannt
liebe Grüße
Gerda

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Beitragvon Mucki » 11.09.2006, 11:42

Hallo Gerda,

Borderliner können durchaus liebenswerte Menschen sein, wie andere auch.
Sie sind nicht persé Ungeheuer die immer Masken tragen müssen, um für ihre Mitmenschen erträglich zu sein.
Ich denke, ein Ungeheuer steckt in allen von uns.


Da stimme ich dir absolut zu.

Zur Sprache und Form:
Was mir auffällt, ist folgendes:
Drei Mal verwendest du das "Schlüsselwort" im Text: im Titel: Grenzgänger, im weiteren Verlauf, grenzt und grenzenlos...
Das ist mindestens 1 x zu viel
"los" kommt auch 2x vor.


Ursprünglich hieß der Titel "Borderliner", aber er bedeutet übersetzt ja Grenzgänger, das "grenzen" kommt öfter vor, doch weiß ich nicht, wie ich es ersetzen soll, weil ich es jedes Mal anders einsetze, hm ...

Auch würde ich mir überlegen, ob es nicht besser ist, Metaphern zu verwenden,... ähnlich z. B wie in einem anderen deiner Gedichte , das "Schwarze Blatt", also anhand eines Bildes zu beschreiben, anstatt direkt mit dem Monatsthema wörtlich umzugehen.


Das Monatsthema sprang mich sofort an sozusagen. Und da dieses BL-Thema mich jahrelang beschäftigt hat, habe ich es ganz bewusst wörtlich genommen. Würde ich eine Metapher wählen, hätte ich das so nicht gekonnt, glaube ich.

Die vielen Gedankenstriche sind störend und kein Stilmittel.
Einen Gedankenstrich würde ich immer sehr sparsam und akzentuiert setzen.


Diese Gedankenstriche sind Stilmittel. Sie dienen hier als gezielt eingesetzte Enjambements und sind mir auch wichtig. Sie sollen hinüberziehen, die Verbindung herstellen.

Wie wäre ein solch ähnlicher Anfang, nur als Beispiel:

morbider trieb
errichtet unterbewusst
mauern


Weißt du, dieses Gedicht ist aus dem Leben geschrieben, erzählt eine wahre Situation, gibt sie genau so wieder. Deshalb musste ich es so schreiben. Sei mir nicht bös, Gerda, aber in diesem Fall mag ich es nicht ändern, weil es dann für mich an Authentizität verlieren würde, verstehst?

Danke dir für deine Kommentare und die Auseinandersetzung mit meinem Gedicht:-)
LG
Magic
P.S. Zudem habe ich ja noch ein anderes Gedicht zum Monatsthema hier reingesetzt "Unser Kampf"


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