Eins sein mit zwei Lungen

Hier ist Raum für Werke, die das Zusammenspiel zwischen Literatur & anderen Künsten betonen, etwa Inspirationsfotos, fiktive Postkarten
Othmar

Beitragvon Othmar » 03.05.2007, 22:44

leer
Zuletzt geändert von Othmar am 25.06.2007, 19:02, insgesamt 1-mal geändert.

Niko

Beitragvon Niko » 09.05.2007, 19:27

hallo othmar!
dein gedicht lässt mich - passend zum thema - etwas gesppalten zurück. es geht um ein paar, den verlauf einer beziehung, die am ende den weg alles irdischen geht. die strophen drei und vier sind mir ein wenig ungelenk. kugelblitze, wolke bricht...- lar - hier geht es um die aufkommende beziehungskrise. statt "eins sein" wäre zb zum guten einstieg "ein schein" ganz gut gewesen, finde ich. die strophe vier knüpft zwar daran an, aber "einhorn mit vier beinen" kann ich nix mit anfangen. möglich natürlich, dass ich da jetzt ein brett vor dem kopf hab.
im grunde ein schlüssiges gedicht, aber zwischendrin kräuselt sich mir an besagten stellen dann doch die stirn. letztendlich entschlüsselbar, aber ich finde es zu umständlich.
das bild dazu mit den beiden wegen, die mal einer wohl waren, gefällt mir sehr.

lieben gruß: Niko

Benutzeravatar
ferdi
Beiträge: 3260
Registriert: 01.04.2007
Geschlecht:

Beitragvon ferdi » 10.05.2007, 09:23

Hallo Othmar!

Das gefällt mir gut :smile: Als ich das erste Mal hier war, gab es aus irgendwelchen Gründen nur eine Linkzeile zu sehen, abe jetzt hat mich Niko ja wieder hergelockt... Das Bild passt ausgezeichnet zum Text, und der Text ist so ideenreich gestaltet, dass man ihn gerne liest und auch gerne zum erneuten Lesen wiederkommt.

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

Othmar

Beitragvon Othmar » 10.05.2007, 21:58

Hallo Niko.

Danke für deine Anmerkungen.

Ich mag dir gerne ein wenig erzählen, aus welchem Erleben heraus ich das Gedicht geschrieben habe.
Thema ist die Liebe und in welchen Erscheinungen sie sich zeigt / äußert. Wie weit Verschmelzung möglich ist, wie sie sich anfühlt und von welchem Rand her manchmal ein notwendiger Rückstoß kommt.
Erste Strophe und letzte verhalten sich in verwandten Konstellation zu einander – ähnlich einer neuen chemischen Verbindung mit den gleichen Basiselementen.
Die dritte Strophe habe ich bislang ein einziges Mal verändert. Ich neige zwar immer wieder dazu, die Verse erwachsener klingen zu lassen, um mich dann doch gleich auch wieder zu stoppen. Aggressionen (Zähne) und Angst, nicht mehr von der Liebe zugelassen zu werden (bibbern), erfahre ich in diesem Kosmos als Chaos-Situation, die nach einer neuen Begegnung sucht, nach einer neuen Struktur. (Würde ich diese Strophe verändern, dann nur wenn die inhaltliche Substanz erhalten bleibt.)
„Einhorn auf vier Beinen“ – die Wunderwelt des Einhorns, dessen Tränen Versteinerungen auflösen. Des Einhorns „Podest“ sind 4 Beine. Wunderwelt und irdische Trivialität – das eine mit dem anderen.
Nach dem genialischen Gefühl „2x Einstein“ folgt der allein stehende Satz „Selbst Gespräche sind jetzt möglich“ als Metapher für den Dialog. Bei „Selbst Gespräche“ ist der Unterschied zu „Selbstgesprächen“ unbedingt mitzulesen.
Die letzte Strophe kündigt die nächste Verwandlung an.

Foto und Gedicht sind unabhängig voneinander entstanden. Die Aufnahme habe ich in der ungarischen Puszta aufgenommen. Lediglich die Farben wurden etwas bearbeitet, da ich das Foto für einen Druck benötige. Die Wege verlaufen so, wie sie auf dem Bild zu sehen sind.
Dass man auf dem Foto die Kreuzung der Wege nicht mehr sieht, mag ich. Wie oft sehen wir die geliebte Person ganz weit weg. Sie ist auf dem eigenen Weg und ich scheine nicht mehr zu zählen. Und doch brauche ich mich bisweilen nur zu bewegen, brauche ich mich einfach nur umzudrehen und etwas hinter mir zu lassen. Schon ändert sich die Welt.

Hallo Ferdi - danke für deine Gruß. Über deine Post habe ich mich sehr, sehr gefreut.

Euch beiden -
LG - Othmar


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste