Liebe Trix,
ja, es sollte dich auch nicht entmutigen, ist immer schwierig, das richtige Maß zu finden. Vielleicht nützt es was zu sagen, dass ich genauso wenig (auch nur annähernd) professionelle Erfahrung mit sowas habe. An deinen Photos merkt man, dass du einen guten Blick für Bilder und Bildaufteilung hast - das ist doch das wichtigste.
Dein erster Absatz zeigt für mich aber, dass der Eindruck hier nicht täuscht: Dass du den Filter angewandt hast, weil sonst bestimmte Dinge nicht kombiniert werden konnten.
Soweit mir überhaupt Tipps zustehen: Ich würde Filter nie aus solchen Gründen verwenden. Ich würde immer aus dem Material, was ich real habe, versuchen das zu machen, was genau damit möglich ist und nicht versuchen, dass Material zu "dehnen" - ich glaube, ein aufmerksames und an ästhetischen Konzepten interessierte Auge befremdet das immer ein wenig.
Gleiches gilt für Collagen - wenn nicht das nötige Material zur Verfügung steht, lieber mit weniger arbeiten, als mit kuriosen Gegenständen, die die Suggestionen brechen.
Du kennst vielleicht dieses berühmte Gemälde:

Und nun kommt Courbet und schleicht sich mit einem genialen Gemälde in die Salons, die ihm sonst verschlossen blieben:

Den Leuten ist gar nicht aufgefallen, dass er mit seinem Gemälde alle Klischees aufbricht, welchen das obere Bild gehorcht. Die Illusion der schönen in der Natur sich räkelnden Venus wird durch (nicht sofort zu bemerkende) Requisiten (besonders schön der im Schatten (Gemälde im Original viel dunkler) stehende Papageienständer (Hinweis auf Künstlichkeit des Arrangements), aber auch der Vorhang und Hinweise auf zweideutige Dienste der Dame, wenn ich mich recht erinnere) gebrochen und der Lüge überführt.
Ich finde das wahrscheinlich spannender als du

, aber das hat mich an den Effekt erinnert, den ich habe, wenn ich sehe, dass im Text steht, die Amsel sitzt im Baum und dann sitzt sie im Bild auf einem Kratzbaum, das bricht für mich das Erlebnis, was du suggerieren willst.
Ich wäre glaube ich nur mit Amsel und Katze (oder Amsel sitzt auf ihrer Strophe?) zufriedenener, wenn du sie eh abstrahierst. So hat das etwas ((leicht) unfreiwillig Komisches.
Zum "Wendespruch": Die letzten Zeilen könnte ich mir dann nach Erklärung deiner Intention etwas geschmeidiger/gewiefter vorstellen. Ich weiß nicht mal, ob: kommt schneller als man denkt, so Sinn macht. Ich würde eher in die Richtung gehen, dass eben nicht klar ist, was geschehen wird (das in Form eines lyrischen Verses ausdrücken, ich mach da jetzt keinen Vorschlag, kann ich auch gar nicht)
Entschuldige die Ausführlichkeit, das ist nicht, weil ich das Bild furchtbar finde (dann hätte ich nichts dazu geschrieben), sondern weil es mich einfach sehr interessiert und ich dachte, vielleicht kann man sehen, was ich meine...
Liebe Grüße,
Lisa