viewtopic.php?f=44&t=12796
Hallo Saloner! Nun, jetzt habe ich mich auch mal an einer Version als Antwort auf dieses da oben versucht. So etwas ist ja nicht einfach, aber ich würde in diese Richtung dazu dichten wollen. LG, Jelena.
im auge
grashalmschreie
auf dunklem lehmboden
eine tambourinstimme
zwischen laubhaufen
flieht bloß sinkt bestimmt
zu anderen bäumen
vergeben
das grün der töne
niemals das blau
unter dem schädeldach
im auge
Liebe Jelena,
ich überlege schon lange, ich weiß auch gar nicht, ob ein Kommentar noch erwünscht ist.
Ich empfinde Deinen Text gar nicht so sehr als hermetisch, sondern eher als "unbestimmt". Dadurch unterliegt er dem Risiko, relativ "beliebig" verstanden werden zu können.
"vergeben" kann man in zwei sehr gegensätzliche Richtungen lesen, Amanita hat das schon angedeutet. "Verziehen" oder eben "vergeblich, umsonst".
Ebenso die Farben, da kann im Grunde jeder fast assoziieren, wie er will. Noch dazu, weil ja die eine "vergeben" wird/ist, die andere nicht.
Du meinst mit "Blau" etwas wie Religion, die nicht aufgegeben wird. Aber ein anderer Leser liest es vielleicht als düstere Ideologie, an der um jeden Preis festgehalten wird. Oder aber, die nicht verziehen werden kann (je nachdem wie man "vergeben" versteht).
Für mich macht dieses Unbestimmte und Deutungsoffene in diesem Fall die Schwäche des Gedichtes aus.
Die Beklemmung, von der Amanita schreibt ist für mein Empfinden nicht stark genug erzeugt, um das tragen zu können. Gerade für ein hermetisches Gedicht wäre das aber wichtig, meine ich.
Ich empfinde auch die Metaphern nicht wirklich als "hermetisch", dazu sind sie für mein Gefühl zu gebräuchlich.
Liebe Grüße
leonie
ich überlege schon lange, ich weiß auch gar nicht, ob ein Kommentar noch erwünscht ist.
Ich empfinde Deinen Text gar nicht so sehr als hermetisch, sondern eher als "unbestimmt". Dadurch unterliegt er dem Risiko, relativ "beliebig" verstanden werden zu können.
"vergeben" kann man in zwei sehr gegensätzliche Richtungen lesen, Amanita hat das schon angedeutet. "Verziehen" oder eben "vergeblich, umsonst".
Ebenso die Farben, da kann im Grunde jeder fast assoziieren, wie er will. Noch dazu, weil ja die eine "vergeben" wird/ist, die andere nicht.
Du meinst mit "Blau" etwas wie Religion, die nicht aufgegeben wird. Aber ein anderer Leser liest es vielleicht als düstere Ideologie, an der um jeden Preis festgehalten wird. Oder aber, die nicht verziehen werden kann (je nachdem wie man "vergeben" versteht).
Für mich macht dieses Unbestimmte und Deutungsoffene in diesem Fall die Schwäche des Gedichtes aus.
Die Beklemmung, von der Amanita schreibt ist für mein Empfinden nicht stark genug erzeugt, um das tragen zu können. Gerade für ein hermetisches Gedicht wäre das aber wichtig, meine ich.
Ich empfinde auch die Metaphern nicht wirklich als "hermetisch", dazu sind sie für mein Gefühl zu gebräuchlich.
Liebe Grüße
leonie
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Jelena
Du hast Recht, Leonie, ich möchte erste einmal Abstand zu meinem Gedicht gewinnen und nicht mehr darüber reden.
Nur kurz: Ich verstehe, dass dir die Vokabeln und Bilder geläufig erscheinen. Ich weiß aber noch nicht, ob es für Hermetik Bedingung ist, dass sie neu erfunden sind. Geht es doch um den Zusammenklang. Ich muss darüber also nachdenken. Alle, auch ich, lesen das Gedicht im Moment nicht unbefangen, sondern nur mit dem Wissen, was es ausdrücken soll. Vielleicht ist die Erwartungshaltung dadurch besetzt. Mein Kopf ist inzwischen jedenfalls so zugeballert, dass ich nicht mehr weiß, wie ein gutes Gedicht zu dem Thema sein muss, das noch nicht geschrieben wurde. Deshalb möchte ich das hier im Moment ruhen lassen, aber danke dir für deinen angenehmen Kommentar.
LG, Jelena.
Nur kurz: Ich verstehe, dass dir die Vokabeln und Bilder geläufig erscheinen. Ich weiß aber noch nicht, ob es für Hermetik Bedingung ist, dass sie neu erfunden sind. Geht es doch um den Zusammenklang. Ich muss darüber also nachdenken. Alle, auch ich, lesen das Gedicht im Moment nicht unbefangen, sondern nur mit dem Wissen, was es ausdrücken soll. Vielleicht ist die Erwartungshaltung dadurch besetzt. Mein Kopf ist inzwischen jedenfalls so zugeballert, dass ich nicht mehr weiß, wie ein gutes Gedicht zu dem Thema sein muss, das noch nicht geschrieben wurde. Deshalb möchte ich das hier im Moment ruhen lassen, aber danke dir für deinen angenehmen Kommentar.
LG, Jelena.
Liebe Jelena,
ich freue mich, dass du dich auf die Forenidee einlassne kannst. Vielleicht ergibt sich ja dadurch sogar noch eine Diskussion, die für die verschiedenen Seiten Gewinn bedeuten.
Ich selbst, finde es übrigens schon allein aufgrund der Vorgeschichte im Forum (heiße Diskussion um moonlights Text) schwierig, über diesen Text zu sagen, ob er das Thema im richtigen Grade anspricht/deutet oder nicht. Denn ein Text über den Holocaust muss natürlich nicht konkret von diesem erzählen. Es reicht, wenn die Gewalt, der Schrecken, das "innere", was dargestellt werden soll, erzählt wird - in diesem Sinne muss er nach meinem Empfinden nicht konkret sein. Ich würde aber dazu tendieren, dem Text durchaus den Willen zuzuschreiben, konkret sein zu wollen. Er bemüht sich dafür um Meatphern, er will das Grauenhafte/Unfassbare direkt mit dem Themenbezug Holocaust erzählen. Und da stellt sich dann eben die Frage, ob das so funktioniert.
Ich muss sagen - ich weiß es nicht ganz. Mir scheint der Text noch etwas zu stark die Verweise/Andeutungen zu fokussieren. Oder anders, vielleicht kritikbezogen falsch aber in keiner Weise böswillig gemeint: Ich meine zu spüren, dass dich das Thema so stark angeht, dass dein Wunsch, einen Text darüber zu schreiben, also dein Autorensein noch zu präsent im Text ist. (das ist allerdings eine Sicht, die natürlich auch unter dem Eindruck der vorausgegangenen Diskusssionen entstanden ist, wer weiß, ob ich das so empfinden würde, wenn das alles nicht stattgefunden hätte.).
Aber wenn das trotzdem aufgeht, würde auch ich sagen: in diesem Fall wird der Abstand, der sich mit der Zeit zu jedem eigenen Text einstellt, vielleicht die Möglichkeit mit sich bringen, den Text noch stärker zu machen (ich bin durchaus niemand, der die Meinung vertritt, jeder Text braucht einen Mindestabstand des Autors, aber hier finde ich es schon).
im Übrigen: Ich würde niemals nur annähernd einen Text zu diesem Thema schreiben können.
liebe Grüße,
Lisa
ich freue mich, dass du dich auf die Forenidee einlassne kannst. Vielleicht ergibt sich ja dadurch sogar noch eine Diskussion, die für die verschiedenen Seiten Gewinn bedeuten.
Ich selbst, finde es übrigens schon allein aufgrund der Vorgeschichte im Forum (heiße Diskussion um moonlights Text) schwierig, über diesen Text zu sagen, ob er das Thema im richtigen Grade anspricht/deutet oder nicht. Denn ein Text über den Holocaust muss natürlich nicht konkret von diesem erzählen. Es reicht, wenn die Gewalt, der Schrecken, das "innere", was dargestellt werden soll, erzählt wird - in diesem Sinne muss er nach meinem Empfinden nicht konkret sein. Ich würde aber dazu tendieren, dem Text durchaus den Willen zuzuschreiben, konkret sein zu wollen. Er bemüht sich dafür um Meatphern, er will das Grauenhafte/Unfassbare direkt mit dem Themenbezug Holocaust erzählen. Und da stellt sich dann eben die Frage, ob das so funktioniert.
Ich muss sagen - ich weiß es nicht ganz. Mir scheint der Text noch etwas zu stark die Verweise/Andeutungen zu fokussieren. Oder anders, vielleicht kritikbezogen falsch aber in keiner Weise böswillig gemeint: Ich meine zu spüren, dass dich das Thema so stark angeht, dass dein Wunsch, einen Text darüber zu schreiben, also dein Autorensein noch zu präsent im Text ist. (das ist allerdings eine Sicht, die natürlich auch unter dem Eindruck der vorausgegangenen Diskusssionen entstanden ist, wer weiß, ob ich das so empfinden würde, wenn das alles nicht stattgefunden hätte.).
Aber wenn das trotzdem aufgeht, würde auch ich sagen: in diesem Fall wird der Abstand, der sich mit der Zeit zu jedem eigenen Text einstellt, vielleicht die Möglichkeit mit sich bringen, den Text noch stärker zu machen (ich bin durchaus niemand, der die Meinung vertritt, jeder Text braucht einen Mindestabstand des Autors, aber hier finde ich es schon).
im Übrigen: Ich würde niemals nur annähernd einen Text zu diesem Thema schreiben können.
liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
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