Das Paradoxon meiner Lebensfreude

Rubrik für Theaterstücke, Szenen, Sketche, Dialoge, Hörspiele, Drehbücher und andere dramatisch angelegte Texte
Kurt
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Beitragvon Kurt » 29.02.2020, 03:49

Da war dieses Schlüsselereignis, das mich rausgerissen hatte bei Orkanstärke, als einer Mutter das Baby aus dem umgestürzten Kinderwagen fiel und von einer mächtigen Windhose durch die Luft geschleudert, davongetragen wurde. Ich konnte den über die Straße trudelnden Schnuller gerade noch stoppen und gab ihn der verzweifelten Mutter. Dabei merkte ich, wie gut es mir dabei ging, obwohl ich ein sehr empathischer Typ war, oder gerade deswegen. Ich grinste die Frau ins Gesicht und sie warf mir den Schnuller in meins. Es machte mir nichts aus. Endlich war da ein Mensch, dem es total beschissen ging, genau wie mir. Ich fühlte mich immer schon permanent beschissen. Und nun war ich glücklich: War ich doch nicht mehr der einzige Unglückliche.
"Wir befinden uns stets mitten im Weltgeschehen, tun aber gerne
so, als hätten wir alles im Blick." (Kurt)

jondoy
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Beitragvon jondoy » 15.04.2020, 10:39

.....in einer mächtigen Windelhose durch die Luft geschleudert, davongetragen wurde. Moses schlug im Palast wie eine Bombe ein. Der Schuller wog zwei Kilo und brach mir die Nase. Das Leben nahm Fahrt auf. Die Erkenntnis lag auf der Straße. Endlich war da ein Mensch, war ich doch nicht mehr der einzige...


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