Aphorismen von Jules Renard, kommentiert

Hier können fiktive oder reale Blogs mit literarischem Charakter geführt werden. Die Themenwahl ist frei
Quoth
Beiträge: 1665
Registriert: 15.04.2010
Geschlecht:

Beitragvon Quoth » 07.04.2016, 17:25

Jules Renard hat geschrieben:Um zu arbeiten, warte ich, bis mein Thema an mir arbeitet. (1900)

Oft verschwende ich Stunden damit, einen Text erzwingen zu wollen, der mir trotz aller Anstrengung nicht gelingt. Dann aber fließt er mir plötzlich wie von alleine zu. Dabei kann es zu inhaltlichen Verschiebungen kommen, die ich in der Phase des absichtlichen Schreibens nie vorgenommen hätte, auf die ich auch gar nicht gekommen wäre. Mit dem Begriff "Inspiration" kann ich nicht viel anfangen. Aber Renards Formel leuchtet mir unmittelbar ein: Das Thema muss anfangen, an mir zu arbeiten. Diese Verselbständigung dessen, was man gestalten will, ist vielleicht das Schönste an der ganzen Schreiberei.



Zitiert nach Jules Renard: Das Leben wird überschätzt. Aus den Tagebüchern ausgewählt und übersetzt von Henning Ritter. Matthes & Seitz, Berlin 2015 und nach Jules Renard: Ideen in Tinte getaucht, Tagebuchaufzeichnungen, übersetzt und ausgewählt von Hanns Grössel, Winkler, München 1986
Zuletzt geändert von Quoth am 12.07.2018, 21:13, insgesamt 1-mal geändert.
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.

Benutzeravatar
Pjotr
Beiträge: 5800
Registriert: 21.05.2006

Beitragvon Pjotr » 09.09.2018, 22:41

Jules Renard hat geschrieben: Der beste Trumpf der bösartigen Dummheit der einen ist immer noch die großzügige Klugheit der anderen. (1902)

Da bin ich auch wieder bei ihm. "Der klügere gibt nach" darf keine Regel sein.

Benutzeravatar
birke
Beiträge: 3419
Registriert: 19.05.2012
Geschlecht:

Beitragvon birke » 09.09.2018, 22:54

huh, ja, da bin ich auch ganz bei ihm.
auch hier auf deutschland gerade ganz gut zutreffend...
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

https://versspruenge.wordpress.com/


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste