kleine philosophie

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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birke
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Beitragvon birke » 10.01.2019, 15:57

.

in der küche fragen
nachgehen oder vor
stellen, den stuhl
den tisch
wie du dort sitzt
den kopf in die hand
gestützt
nichts ist selbst
verständlich

.
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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Quoth
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Beitragvon Quoth » 09.04.2019, 16:35

Hallo Birke, was für Fragen? Damit eine auch nur kleine Philosophie daraus wird, müssten sie gestellt werden. Das Du, das in der Küche seinen Kopf in die Hand stützt - über was für Fragen denkt es nach? Weißt Du es nicht? Willst Du es gar wissen? Dass nichts selbstverständlich ist, ist auch so eine Leerformel. Das einzig Konkrete in diesem Text ist die Küche. Riecht es da nicht wenigstens ein bisschen nach Knoblauch? Gruß Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.

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birke
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Beitragvon birke » 10.04.2019, 12:49

da sind sie doch, die fragen - du stellst sie (als leser)! ;) selbst. (vor oder zurück, wie den stuhl zum beispiel) verständlich? oder nicht? fragen gibt es genug. antworten? nicht. immer auf der suche, hier in der küche (mit der ich vieles assoziiere).
(ja, der titel ist wohl hinterfragbar, vielleicht sollte ich es anders betiteln...? darüber werde ich nachdenken!)
danke dir erstmal für deine fragen, quoth! ;)
lg, birke
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Quoth
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Beitragvon Quoth » 16.05.2019, 21:41

Deine Assoziationen mit Küche - auf die wäre ich neugierig. Magst Du sie einmal aufschreiben?
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birke
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Beitragvon birke » 18.05.2019, 12:37

/küche/ essen trinken brot salz wasser kuchen (diese sprachliche nähe zur küche!) wein wärme. düfte. essenz und „zubrot“. kochen. backen. (nicht nur? früher) der mittelpunkt des hauses. geborgenheit. blick aus dem fenster.
leben gespräche familie aber man denke auch an parties: wie oft rotten sich alle in der küche zusammen, wie oft ist dies der beliebteste und interessanteste ort für gespräche aller art!
sodann eine vergangenheits-assoziation, früher war es der raum, in der sich die frau vor allem aufhielt, wer hatte schon den luxus „ein zimmer für sich allein“ zu haben (virginia woolf)?
viele aspekte! würde ich noch länger drüber nachdenken, kämen mir vermutlich noch mehr assoziationen.
und du, was assoziierst du mit küche?
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Quoth
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Beitragvon Quoth » 18.05.2019, 18:41

Heute vor allem Gelingen und Misslingen (da ich viel koche und gern Neues ausprobiere). Deutschlandfunk hören und Gemüse putzen oder Mürbeteig machen. In der Kindheit auch Geborgenheit und Versorgtheit, weil da die Vorräte waren - und die Mutter. Ja, die Küche ist ein Frauenort - ich muss ihn mir manchmal regelrecht erobern! :): Gruß Quoth
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Beitragvon birke » 18.05.2019, 23:37

aber nein, heute ist sie doch kein "frauenort" mehr... ein bisschen was hat sich doch geändert, zum glück.
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Beitragvon Quoth » 21.05.2019, 21:39

Du magst objektiv oder statistisch recht haben - aber subjektiv ist es für mich so. Im Bett liegen - und aus Küche das gedämpfte Rumoren und Tellergeklapper irgendeiner Küchenfee hören - ob meiner Mutter, meiner Frau, meiner Tochter - Geborgenheit, Behaglichkeit at its best. Wäre reaktionär - wenn ich nicht selbst so oft und so gern selbst rumorte und klapperte - ob Frauen dann ähnlich empfinden? Ich glaube, sie lauschen nur: Was stellt er da jetzt wieder an? Gruß in den Westerwald ...
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