wortmarken

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 01.02.2019, 17:14

wortmarken

sprühe und neble
ich an die wände
meiner vernunft.
mein revier
ist klein, deshalb
kotze ich riesige
sätze ins netz –
meine armhaut
ist überritzt vom
zerronnenen warten
vor den wänden
der gegenwart:
ich vergesse mich.

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birke
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Beitragvon birke » 02.02.2019, 00:51

ja! gut nachvollziehbar für mich. bildhaft, dabei doch deutlich und kraftvoll.
nur... dieses "kotzen" ... klingt für mich so (widerwärtig, persönliche aversion!) nee, auch brutal und irgendwie hilflos, passiv - stärker fände ich hier wohl "speien", aktiver, und auch eleganter, trotzdem kraftvoll. aber vielleicht einfach subjektiv empfunden.
lg
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 02.02.2019, 09:49

Danke.

"Kotzen" ist ein Wort, das ich glaube ich noch nie in einem Text verwendet habe. Aber hier behalte ich es (nicht nur wegen der schönen tz-Wiederholung), denn widerwärtig-hilflos-brutal ist ja genau das, was ich sagen will. Warum steht denn soviel dummes (widerwärtiges ... ...) Zeugs im Netz? Weil das Revier zu klein ist ...

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birke
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Beitragvon birke » 02.02.2019, 17:53

ah, verstehe; ich hatte das gedicht aus einer anderen perspektive gelesen..! aber so ergibt es sinn.
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

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