Das Mutterparadox

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Klara
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Beitragvon Klara » 12.05.2019, 15:09

Das Mutterparadox

Wenn ich mir maßlos Marmelade nehme
Denk ich an dich, oder wenn jemand
den Käse, die Butter dicker legt als das Brot
weil du alles Maßvolle missachtest

Und wenn ich mich frage
was anziehen
an dein
„Lieber schwitzen als frieren“

Ich rieche deine Not bei jedem Glas
und wenn meine Hüfte zuckt
sehe ich deinen Schmerz
als würde Arthros uns binden

Und wenn eine Unsinn
erzählt oder schleimt oder Leiden
ausstellt
höre ich deine antiautoritäre Strenge

Und wenn ich dazugehören
will wie alle
andern und nicht kann
weil zum Dazugehören dazugehört zu leben

wie alle andern
erklingt in mir dein
Trotz: "Man muss nicht
alles mitmachen“

Und wenn du Worte zu Witzen formst
und modern
auf der ersten Silbe betonst
will ich nicht mehr modern sein

So könnte ich fort
fahren, staunen Was ging
und was kommt: Ich war in dir
du bleibst in mir

Quoth
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Beitragvon Quoth » 16.05.2019, 21:30

Schöne Huldigung an die - verstorbene? - Mutter.
Bei mir muss immer ein Alpenveilchen auf der Fensterbank stehen.
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.


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