Beitragvon Lisa » 13.07.2009, 14:11
Lieber Herby,
ich würde vermuten, dass das Nichteintauchenkönnen nicht von den Furchen kommt, sondern von der Farbgebung der Furchen, nämlich diese Art metallische Lichtreflexe oder sagen wir einfach genrell der Lichteinsatz in diesem Gemälde - auf jeden Fall würde ich tippen, dass nicht die Formen der Linien der Grund sind. Für mich ist das Hineintauchen oder nicht Hineintauchenkönnen interessanterweise bei diesem Bild nicht der Fokus, vielleicht, weil (und darum war mir eben gerade das Nichthineintauchen unauffällig) wie ich finde, das gerade in der Waage gehalten wird: die Linien sind autark, das stimmt (ich finde nicht, dass sie unruhig oder ruhig sind, sie sind, was das angeht, neutral, nur sind sie autark und das läst einen erst einmal ein Stück auf Abstand), aber dann kommt dieses Licht hinzu, auf mich wirkt das, als hätte jemand im übertragenen Sinne eine Lampe in einem Zimmer angemacht, das zu einer Zeit bestand, als es noch kein künstliches Licht gab und würde jetzt in etwas Einsicht bieten, dass eigentlich so nicht sichtbar ist - und damit zu etwas Neuem machen (man kann ja auch nicht durch die Zeit reisen und Altes anschauen, aber man kann manches Artefakt heute ansehen, aber dann ist es ja schon in unserer Umgebung zu etwas anderem geworden. So erlebe ich Gabriellas Bild, das heißt, seine Konstruktion von dem, was man sieht - ich möchte damit keinesfalls sagen, dass es etwas altes heraufbeschwört, sondern nur für seinen Effekt den Verweis auf etwas Altes benutzt. Und das ist für mich der gefühlte Abstand, der ist aber eben nicht ganz, bei mir.
liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.