beim wäsche aufhängen
erwog ich
ein gedicht zu schreiben
und dann dachte ich an dich
an deine sorge
an deinen wortgesang
und ich dachte mir
die worte rund
und rund am himmel der mond
besänftigt die menschen
durch die wäsche fährt
ein scharfer wind
("doch" vor "durch die wäsche fährt" gestrichen/ "sorge" statt "sorgen")
/beim wäsche aufhängen/
Zuletzt geändert von birke am 29.11.2015, 14:55, insgesamt 2-mal geändert.
Hallo Diana,
mir gefällt die Banalität, mit der du hier erzählst. Wobei das vielsagende / wenigsagende Ende mir dann wiederum ein wenig gewollt erscheint. Nach meinem mehrfachen lesen schreibst du für mich von lyrische romantischen anwandlungen, die dann in dem finalen Kontrapunkt sexistisch ernüchtert wird. Die Kombination von Wäsche ( Assoziation: an die Wäsche gehen) und scharf drängt mir diesen Aspekt förmlich auf. Gerade auch, weil der vorangegangene Ton derart flappsig gehalten wurde.
Sehr gern gelesen...
Beste grüße niko
mir gefällt die Banalität, mit der du hier erzählst. Wobei das vielsagende / wenigsagende Ende mir dann wiederum ein wenig gewollt erscheint. Nach meinem mehrfachen lesen schreibst du für mich von lyrische romantischen anwandlungen, die dann in dem finalen Kontrapunkt sexistisch ernüchtert wird. Die Kombination von Wäsche ( Assoziation: an die Wäsche gehen) und scharf drängt mir diesen Aspekt förmlich auf. Gerade auch, weil der vorangegangene Ton derart flappsig gehalten wurde.
Sehr gern gelesen...
Beste grüße niko
danke, niko, aber sexistisch? … das ist interessant, denn daran habe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gedacht.
aber gut, ich habe den text „frei gelassen“, nun möge er für sich sprechen. und ich gebe zu, dass die letzten beiden zeilen in die richtung deuten könnten.
ich gebe aber zu bedenken, dass zum einen die „sorgen“ m. e. eher gegen eine romantische anwandlung sprechen und zum anderen den letzten beiden zeilen ja sehr allgemein „die menschen“ voraus gehen, was diese dann für mich in einen etwas anderen kontext stellt als den von dir gelesenen.
liebe grüße
diana
aber gut, ich habe den text „frei gelassen“, nun möge er für sich sprechen. und ich gebe zu, dass die letzten beiden zeilen in die richtung deuten könnten.
ich gebe aber zu bedenken, dass zum einen die „sorgen“ m. e. eher gegen eine romantische anwandlung sprechen und zum anderen den letzten beiden zeilen ja sehr allgemein „die menschen“ voraus gehen, was diese dann für mich in einen etwas anderen kontext stellt als den von dir gelesenen.
liebe grüße
diana
liebe diana,
allem vorangestellt: es ist DEIN text. ich gebe lediglich nur meine (und damit immerhin eine mögliche) lesart wieder.
"die menschen" vor den beiden schlusszeilen wirken für mich nicht so, wie du es dir vorstellst.
und rund am himmel der mond
besänftigt die menschen
doch durch die wäsche fährt
ein scharfer wind
das "doch" lädt mich förmlich zu einer abkehr vom allgemeinen (die menschen) hin zur eigenen subjektiven betrachtung. quasi wie: der mond am himmel besänftigt zwar die menschen, aber durch die wäsche fährt ein scharfer wind.......
wenn du von menschen im allgemeinen schreibst, dann aber doch "dein" thema "beim wäscheaufhängen" dahinter stellst, kehrst du zurück zu deiner ganz individuellen betrachtung der welt. oder der wäsche.......wie auch immer....
auch die "sorgen" reißen es nicht heraus.... lyrich lässt die gedanken beim aufhängen der wäsche schweifen, bedenkt auch die menschen, kommt aber wieder auf sich selbst zurück.
ich les es jedenfalls so....
beste montagsgrüße - niko
allem vorangestellt: es ist DEIN text. ich gebe lediglich nur meine (und damit immerhin eine mögliche) lesart wieder.
"die menschen" vor den beiden schlusszeilen wirken für mich nicht so, wie du es dir vorstellst.
und rund am himmel der mond
besänftigt die menschen
doch durch die wäsche fährt
ein scharfer wind
das "doch" lädt mich förmlich zu einer abkehr vom allgemeinen (die menschen) hin zur eigenen subjektiven betrachtung. quasi wie: der mond am himmel besänftigt zwar die menschen, aber durch die wäsche fährt ein scharfer wind.......
wenn du von menschen im allgemeinen schreibst, dann aber doch "dein" thema "beim wäscheaufhängen" dahinter stellst, kehrst du zurück zu deiner ganz individuellen betrachtung der welt. oder der wäsche.......wie auch immer....
auch die "sorgen" reißen es nicht heraus.... lyrich lässt die gedanken beim aufhängen der wäsche schweifen, bedenkt auch die menschen, kommt aber wieder auf sich selbst zurück.
ich les es jedenfalls so....
beste montagsgrüße - niko
ich mag das offene dieses gedichtes, auch die beiläufigkeit, die niko bereits erwähnt hat. rein stilistisch würde ich persönlich kleinigkeiten ändern, aber da das persönliche vorliebe ist, lass ich das. was das "doch" angeht, muss ich niko rechtgeben, auch wenn ich vielen seiner assoziationen im übrigen nicht folgen kann, es wäre viel deutungsoffener wenn du auf das "doch" verzichten könntest, dann ist es lediglich eine beobachtung, und es bleibt dem leser überlassen einen gegensatz daraus abzuleiten, oder eben nicht.
Ich stimme Xanthi zu (habe ohnehin eine Vorliebe für Hausfrauengedichte). Aber beim wiederholten Lesen stolpere ich immer wieder über die Zeile "an deine sorgen". Die führt mich jedes Mal auf eine Fährte, die in einer Sackgasse endet. Welche Sorgen sind gemeint? Ist das egal? Wirklich?
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
(Ikkyu Sojun)
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
(Ikkyu Sojun)
danke euch, xanthi & zefira!
ja, ich glaube, ihr habt recht, dieses „doch“ ist überflüssig, zu einschränkend… (wie auch niko schon anmerkte, wobei es dir, niko, glaub ich eher um den gesamten "sachverhalt" in den letzten zeilen ging). vermeide an sich auch deshalb diese "aber" und "doch" in gedichten. manchmal denke ich, so wie hier, es sei nötig, aber ist es scheinbar doch nicht. ich streiche es!
zefira, die „sorgen“ – wegen des „scharfen winds“, was er auslösen könnte?
ich muss mal sehen, ob das gedicht diese zeile wirklich braucht… vielleicht nicht, aber für mich ist sie erstmal eher nicht entbehrlich, allerdings: vielleicht lieber „sorge“ in der einzahl?
liebe grüße!
ja, ich glaube, ihr habt recht, dieses „doch“ ist überflüssig, zu einschränkend… (wie auch niko schon anmerkte, wobei es dir, niko, glaub ich eher um den gesamten "sachverhalt" in den letzten zeilen ging). vermeide an sich auch deshalb diese "aber" und "doch" in gedichten. manchmal denke ich, so wie hier, es sei nötig, aber ist es scheinbar doch nicht. ich streiche es!
zefira, die „sorgen“ – wegen des „scharfen winds“, was er auslösen könnte?
ich muss mal sehen, ob das gedicht diese zeile wirklich braucht… vielleicht nicht, aber für mich ist sie erstmal eher nicht entbehrlich, allerdings: vielleicht lieber „sorge“ in der einzahl?
liebe grüße!
"erwog" ist einfach nicht schön! mach es doch schlichter und einfacher: "wollte ich", gefiel es mir", "flatterte ich" oder sowas in der art?
Gerade das "erwog" fand ich so originell und sympathisch: es hat einen selbst-ironischen Unterton. (Ironisch bedeutungsschwanger.) Vielleicht liegt das an mir, weil ich grundsätzlich ironie-offen eingestellt bin, aber das glaube ich in diesem Fall nicht, weil der Text mit der sicherlich gewollt-banalen Zeile "beim wäsche aufhängen" beginnt, und damit für mich eindeutig einen witzigen Kontrast beabsichtigt (auch wenns nur Zufall ist).
Im "erwog" ist das wägen, also das Spüren von Gewicht - nasse Wäsche ist schwerer als trockene, und es ist eine ganz leichte Preziosität darin, die sehr gut passt. Ich finde es einfach schön!
Gruß
Quoth
Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.
spannend, eure kommentare, ich nehme sie mal so auf, denn dazu muss ich gar nicht mehr viel sagen oder erklären, denke ich. danke sehr!
auch ein kommentator kann mal völlig daneben liegen, war wohl nicht mein abend gestern?!
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